Essen : Food-Trends: 7 kreative Ideen für dein Essen
Stand: 12.09.2025, 15:00 Von Amezz Ali Gamechanger
Von Amezz Ali
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KommentierenHier wird Essen neu gedacht! Von nachhaltigem Besteck über inklusives Design bis hin zu einem Löffel, durch den das Nachsalzen überflüssig werden soll: Wir zeigen 7 kreative und praktische Food-Trends, die deinen Alltag besser machen sollen.
1. Food-Trend Ufo-Döner: ohne Kleckern und mit Käserand
Seit September 2024 gibt es ihn in Hamburg: den laut Betreiber weltweit ersten “Ufo-Döner“. Anders als beim klassischen Döner wird hier nicht einfach Brot aufgeklappt und befüllt. Stattdessen werden zwei Brotscheiben belegt und anschließend zusammengepresst. Fast wie Panini, nur mit Dönerfüllung. So entsteht ein geschlossener Döner, der nicht nur stabiler in der Hand liegen, sondern auch das Kleckerrisiko senken soll. Auf Wunsch gibt’s außerdem einen Käserand dazu.
Drei dieser Dönerpressen stehen im Laden bereit, normale Döner gibt’s aber trotzdem noch. Preislich liegt der Ufo-Döner mit 7,50 Euro etwas unter dem Hamburger Durchschnittspreis für Liefer-Döner (8,03 Euro laut Lieferando-Report). Wichtig dabei: Die Statistik bezieht sich nur auf Lieferdienste, nicht auf Imbissbuden vor Ort. Ganz neu ist die Idee des geschlossenen Fast Foods nicht, denn bereits 1962 soll es in Washington bereits den sogenannten "Space-Burger“ gegeben haben, der mit einer besonderen Presse komplett verschlossen wurde und an ein UFO erinnert.
2. Küchenhelfer für Wraps und Burritos: Essbares Klebeband
Ein Wrap, der aufreißt, ein Burrito, der aufgibt und auseinanderfällt: diese Szenarien kennst du sicher auch. Vier Studentinnen der Johns Hopkins University in Baltimore hatten genug von den Essensunfällen und erfanden kurzerhand essbares Klebeband. Die Anwendung ist simpel: Streifen leicht anfeuchten, auf das Lebensmittel kleben – fertig. Das Band ist vegan, glutenfrei, geschmacklos, durchsichtig und besteht ausschließlich aus sicheren Lebensmittelinhaltsstoffen.
Die genaue Rezeptur bleibt allerdings geheim, denn aktuell läuft noch das Patentverfahren (Stand Juli 2025). Außerdem arbeiten die Erfinderinnen daran, die Verpackung des Produkts nachhaltiger zu gestalten. Noch gibt es das Band also nicht zu kaufen, doch in Zukunft sollen erste Kooperationen mit Unternehmen starten. Die US-Zeitschrift Time hat das Foodtape übrigens schon 2022 zu einer der besten Erfindungen gekürt. Damit könnten Wraps, Tacos und Co. bald endgültig aus der Rutschzone geholt werden.
3. Vegane Fleischerei: Wurst, Steak und Co. ganz ohne Fleisch
Keine tierischen Produkte, aber trotzdem Wurst, Steak und Leberkäs? In einer veganen Metzgerei ist das möglich. Das Konzept gibt es seit 2023, gestartet ist es in Dresden. Inzwischen findest du die Fleischerei auch in Berlin, Leipzig, München, Augsburg und Hamburg. Die meisten Produkte werden in eigener Produktion hergestellt, nur der pflanzliche Käse wird von Partnerunternehmen bezogen. Das Besondere: Hier bekommst du nicht nur Aufschnitt, sondern auch warme Klassiker wie Leberkäs-Brötchen.
Dich erwarten echte Metzgerei-Vibes inklusive Kindheitsgefühl: Denn Probierscheiben gibt es gratis. Preislich ist das Ganze allerdings etwas teurer: Ein veganes Leberkäs-Brötchen kostet rund 6 Euro, ein Steak zum Selberbraten liegt bei etwa 9 Euro. Dafür ist alles handgemacht und kommt ohne künstliche Zusatzstoffe aus. Ziel der Gründer:innen ist es, vegane Ernährung alltagstauglich und authentisch zu machen. Und das ohne Verzicht auf Geschmack oder Tradition.
Denn der Geschmack ist den meisten neben der Zusammensetzung und regionaler Herkunft besonders wichtig – das zeigt eine Studie zum Konsum von Fleischalternativen in Europa. In Deutschland greifen viele zu panierten Ersatzprodukten, während in Südeuropa Fischalternativen besonders beliebt sind. Insgesamt zeigt sich: Der Markt für nachhaltige Proteinquellen wächst.
4. Omas kochen im Café: Hausmannskost mit Herz
In einem Hamburger Café wird jeden Tag frisch und vor allem herzlich gekocht. Und zwar von verschiedenen Omas. Seit Oktober 2024 ist das Projekt aktiv, gegründet wurde es von einem Foodpodcaster gemeinsam mit einer Cafébetreiberin. Die Idee: Menschen zusammenbringen, gutes Essen servieren und den Geschmack von früher zurückholen. Studien zeigen, dass Essen häufig nostalgische Erinnerungen hervorruft. Und meistens zaubert uns genau das ein Lächeln ins Gesicht.
Gekocht wird immer abwechselnd. Es gibt sowohl deutsche Hausmannskost als auch internationale Gerichte, aus Venezuela, Korea oder Serbien, je nachdem, wer von den Köch:innen gerade am Herd steht. Der Clou: Die Omas (und theoretisch auch Opas) kochen nicht nur, sie sind oft auch direkt im Gastraum unterwegs, bringen Nachschlag oder plaudern mit den Gästen. Die Preise liegen zwischen 11 und 14 Euro pro Hauptgericht. Damit alle satt werden, gibt es gratis Nachschlag, wie bei Oma eben.
5. Kaffee trinken und Becher essen: Zero Waste Idee
Seit Anfang 2023 gilt in Deutschland, dass Anbieter von Essen und Getränken zum Mitnehmen auch Mehrweg-Alternativen bereitstellen müssen. Ziel dieser Regelung ist es, den Einsatz von Einwegverpackungen zu reduzieren und so die wachsenden Müllberge zu verringern. Die ersten Monate nach Einführung der Regelung sahen vielversprechend aus, doch der Fortschritt stagnierte schnell. Der Anteil von Mehrwegbehältern wuchs nur leicht, während die Gesamtmenge der Einwegverpackungen weiter zunahm: von 13,6 auf 14,6 Milliarden Stück. Genau hier setzt eine neue Idee an: ein essbarer Becher aus Haferkleie und Weizenmehl.
Der Becher hält bis zu 100 Grad Celsius aus, bleibt 40 Minuten knusprig und soll den Geschmack des Getränks nicht beeinflussen. Für Menschen mit Glutenunverträglichkeit ist er allerdings nicht geeignet. Laut Umweltbundesamt bleiben wiederverwendbare Becher zudem die umweltfreundlichere Wahl. Wenn es trotzdem Einweg sein muss, sollten Verpackungen möglichst clever und nachhaltig gestaltet sein – zum Beispiel komplett essbar.
6. Elektrischer Salzlöffel: So schmeckt dein Essen salziger
Nie wieder nachsalzen? Genau das verspricht ein neuer Hightech-Löffel aus Japan. Entwickelt wurde er von Forschenden der Meiji-Universität gemeinsam mit einem Getränkeunternehmen. Das Prinzip ist ungewöhnlich, aber clever: Durch einen kaum spürbaren Stromimpuls an der Löffelspitze werden Natriumionen im Essen gezielt zur Zunge geleitet. So schmeckt dein Essen salziger. Auch der Umami-Geschmack soll damit verstärkt werden. Das Ziel: Menschen dabei helfen, ihre Salzzufuhr zu senken, ohne auf Geschmack verzichten zu müssen.
In Deutschland nehmen Frauen durchschnittlich 8,4 Gramm Salz zu sich und Männer sogar zehn Gramm. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen pro Tag allerdings nur maximal sechs Gramm Salz. Eine zu salzige Ernährung kann den Blutdruck in die Höhe treiben und damit auch das Herz-Kreisluaf-System belasten.
Die Technologie hinter dem Löffel ist das Ergebnis jahrelanger Forschung zum sogenannten “Electric Taste“. Bereits 2011 stellten Wissenschaftler:innen erste Konzepte vor, bei denen elektrische Impulse den Geschmack verändern. Der Löffel ist die erste marktreife Anwendung dieser Forschung. Vier Intensitätsstufen sind hier per Knopfdruck steuerbar. Aktuell gibt es den elektrischen Salzlöffel aber nur in Japan, und das in streng limitierter Auflage von 200 Stück. Der Löffel kostet umgerechnet über 100 Euro. Wichtig: Menschen mit Herzschrittmachern, Metallallergien oder Schwangere sollten den Löffel nicht verwenden. In Deutschland ist er bislang nicht erhältlich. Aber er zeigt, wie smartes Besteck und Technologien unsere Essgewohnheiten verändern könnten.
7. Inklusives Design: Wenn Besteck das Essen leichter macht
Was tun, wenn Zittern, schwache Arme oder Koordinationsprobleme das Essen erschweren? Diese Frage stellten sich die Designstudentinnen Emma Rahe und Eileen Selby von der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd und entwickelten ein Besteck speziell für Senior:innen oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Statt Messer, Gabel oder Löffel handelt es sich dabei um eine Zange mit innovativer Mechanik: Wenn du den Griff drückst, öffnet sich die Spitze. Lässt man los, schließt sie wieder. So lässt sich das Essen leichter greifen, ohne große Präzision oder Kraft.
Die Idee entstand nach Gesprächen mit 80 Bewohner:innen einer Pflegeeinrichtung. Dort wurde klar: Essen bleibt ein zentrales soziales Erlebnis, das niemand verpassen möchte. Doch klassisches Besteck kann für einige oft unpraktisch sein. Die Entwickler:innen wollten nicht nur ein funktionales Hilfsmittel schaffen, sondern gleichzeitig auch ein elegantes Produkt, das Inklusion ohne Stigmatisierung ermöglicht. Für ihre Idee wurden die beiden Studentinnen mit dem nationalen zweiten Platz beim James-Dyson-Award ausgezeichnet. Ein echtes Beispiel dafür, wie gutes Design Barrieren abbauen kann. Am Esstisch und darüber hinaus.
Mehr als nur Trends: Ideen zur Ernährung der Zukunft
Wenn wir über die Zukunft des Essens nachdenken, geht es um mehr als nur Food-Trends – es geht darum, wie wir als Gesellschaft mit Klimawandel, Umweltverschmutzung und einer wachsenden Weltbevölkerung umgehen. Das untersuchen aktuelle Studien. Technologien und Wissenschaft spielen dabei eine immer wichtigere Rolle: von nachhaltiger Landwirtschaft über alternative Proteine bis hin zu Innovationen wie 3D-Lebensmitteldruck. Ziel ist es, sichere und gesunde Lebensmittel für alle verfügbar zu machen und gleichzeitig unsere Umwelt zu schützen.
Food-Innovationen verbinden praktische Lösungen mit nachhaltigen Ideen und zeigen, wie moderne Entwicklungen unser Essvergnügen steigern, unser Leben leichter machen und zudem unser Miteinander stärken können.
Diskussionen um den Kebap-Preis (ndr.de)
Veggie-Wurst: Das sollte in Fleischersatz drin sein (quarks.de)
Salz – Geliebt und verteufelt (ardmediathek.de)
Unsere Quellen:
Geschichte des Spaceburgers (thequake1021.com)
Tastee Tape (engineering.jhu.edu)
Essbares Klebeband (edition.cnn.com)
Vegane Fleischerei (vegane-fleischerei.de)
Einwegbecher Konsum in Deutschland (umweltbundesamt.de)
Ökobilanz von Mehrwegbechern im Vergleich zu Einwegbechern (bundesumweltministerium.de)
Der elektrische Salzlöffel (kirinholdings.com)
Besteck verstärkt Salzgeschmack (meiji.ac.jp)
Salzzufuhr in Deutschland (bmleh.de)
James Dyson Award 2022 (hfg-gmuend.de)
Essen wie bei Oma (foodtalker.de)
Döner-Index von Lieferando (newsroom.justtakeaway.com)
Foods of the Future: Challenges, Opportunities, Trends, and Expectations, Çakmakçı S et. al. (2024)
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