Sturm zerstört Storchen-Kolonie in Welver

WDR 03:15 Min. Verfügbar bis 01.06.2028

Störche im Kreis Soest Sturm zerstört Kolonie in Welver

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Gerade erst am Donnerstag hatte Biologin Birgit Beckers das besondere Vorkommen in Welver im Kreis Soest vor einer WDR-Kamera als "einzigartig im Kreis Soest" bezeichnet. Da wussten alle Beteiligten noch nicht, dass ein schwerer Sturm am Tag danach mehrere Nester zerstören und mindestens fünf Küken töten würde.

Das Bild macht traurig. Ganze Stämme und viele einzelne Äste sind durch die sehr starken Windböen umgeworfen oder auseinander gerissen worden. Die besondere Storchen-Kolonie hat drei von neun Storchennester verloren.

"Wir müssen davon ausgehen, dass es auch viele andere Baum-Brüter erwischt hat", erklärt dazu Naturschützerin Birgit Beckers am Montag im WDR-Gespräch, darunter auch Greifvögel. Der Sturm mit Starkregen hatte besonders die Mitte Westfalens getroffen.

Am Freitagabend waren in der Gemeinde Welver Storchen-Nester samt Küken aus den Bäumen geschleudert worden, am Sonntag setzten weitere Starkregenfälle den verbliebenen Tieren weiter zu.

Rekord im Kreis Soest: 86 Storchen-Brutpaare

Ein Storch sitzt in seinem Nest auf einem Bonn

Vor dem Sturm war noch alles in Ordnung.

Über viele Jahre ist der besondere Storchen-Ort in der Nähe des kleinen Dorfes Dinker in der Gemeinde Welver im Kreis Soest immer größer geworden. Vor 60 Jahren galten Störche im Kreis Soest als ausgestorben. Durch umfangreiche Naturschutzmaßnahmen entlang der Lippe und der Ahse haben sich die Vögel wieder angesiedelt. Jetzt sind es 86 Paare.

Störche brüten in Bäumen und auf künstlichen Horsten

Die meisten brüten auf künstlich angelegten Horsten - aber immer mehr auch in Bäumen. "Das ist natürlich besonders schön, das ist ihr natürliches Habitat", sagt die Mitarbeiterin der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU). In diesem Jahr sah es bisher nach einem guten Bruterfolg aus - bis das Unwetter kam.

Eine Frau mit Brille steht auf einem Feld unf hält ein Fernglas in den Händen.

Birgit Beckers von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz

Nach einer ersten Abschätzung haben die meisten Störche im Kreis Soest den Sturm und das Gewitter gut überstanden. Für die Gesamtpopulation wird der Verlust also nicht besonders ins Gewicht fallen. "Es war aber eine besondere Stelle. Menschen konnten die Tiere direkt von einer Landstraße aus sehen", sagt Birgit Beckers.

Welver-Dinker: Alte Pappeln werden für Storchennester zum Risiko

Dieses besondere Bild gibt es seit dem späten Freitagabend nicht mehr - zumindest nicht mehr komplett. "Die Storchenkolonie in den alten Pappeln bei Welver-Dinker bleibt etwas Besonderes", sagt die Biologin. Verluste, auch in dieser Größenordnung, seien in der Natur normal.

Allen sei klar gewesen, dass die abgestorbenen und brüchigen Bäume dabei ein besonderes, aber eben auch besonders anfälliges Habitat für die Großvögel sind.

Sturm zerstört Storch-Kolonie in Welver

WDR 31.05.2026 00:31 Min. Verfügbar bis 31.05.2028

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Unsere Quellen:

  • Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz
  • Gespräch mit Birgit Beckers, Mitarbeiterin der ABU
  • Feuerwehr Welver
  • Anwohnende in Welver-Dinker

Sendung: WDR.de, Sturm zerstört Storch-Kolonie in Welver, 31.05.2026, 10:26 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Südwestfalen, 01.06.2026, 19:30 Uhr
Erstveröffentlichung des Artikels am 31.05.2026

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