Mehr Igelschutz: Städtetag fordert Nachtfahrverbot von Mährobotern
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Tierschützer schlagen schon lange Alarm: Immer wieder werden Igel nachts durch fahrende Mähroboter schwer verletzt. Jetzt fordert auch der Deutsche Städtetag ein bundesweites Nachtfahrverbot. Einige NRW-Städte haben das bereits umgesetzt.
Kommt ein Igel unter einen Mähroboter, kann das schlimme Folgen haben. Tierschützer berichten immer wieder über tiefe Schnittwunden oder sogar abgerissene Gliedmaßen. Das Problem mit dem elektrischen Gartenhelfer: die Geräte mähen selbstständig das Gras, stoppen aber nicht, falls Tiere zwischen den Grashalmen liegen. Viele Igel werden davon nachts, wenn sie aktiv sind, überrascht. Das Tragische: Sie laufen bei Gefahr nicht davon, sondern igeln sich ein.
Verletzte Tiere ziehen sich oft zurück
Große Wunden: Vom Mähroboter verletzter Igel
Forschende des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung hatten bereits 2023 in einer Untersuchung belegt, dass der Einsatz von Mährobotern ein ernstes Tier- und Artenschutzproblem für Igel darstellt. Oft fallen verletzte Tiere gar nicht auf. Werden Tiere durch Mähroboter gefährlich verletzt und können noch laufen, würden sie sich mit ihren Verletzungen in Gebüsche zurückziehen, um Feinden nicht aufzufallen.
Städte als Ersatzlebensraum
Tierschützer in Deutschland bekommen nun Unterstützung vom Deutschen Städtetag, denn auch der fordert jetzt ein Nachtfahrtverbot für Mähroboter, um Igel und andere Kleintiere zu schützen. Städtetags-Vizepräsidentin Claudia Kalisch, sagt in den Funke-Zeitungen, dass Städte für viele Tiere zum Ersatzlebensraum wird, weil ihr normaler Lebensraum in der freien Natur verloren geht. Deshalb müssten die Tiere besser geschützt werden.
Kalisch sieht auch die Hersteller der Geräte in der Pflicht. Der Städtetag appelliere an die Hersteller, "Lösungen zu finden, damit Kleintiere durch Mähroboter nicht weiter gefährdet werden", sagte sie.
Einige NRW-Städte haben Nachtfahrverbot längst beschlossen
Die Forderung nach einem Nachtfahrverbot ist nicht neu: In NRW gibt es auch schon einige Städte, in denen das Verbot bereits gilt - darunter Köln, Dortmund, Düsseldorf, Mönchengladbach, Münster sowie der Kreis Wesel und der Rhein-Erftkreis.
Dabei ließe sich der Konflikt zwischen Igel und Mähroboter ganz einfach vermeiden, teilte Kai-Lukas Bentz, vom Nabu NRW-Projekt "Mehr Artenvielfalt in NRW" im März mit. "Da Igel überwiegend nachts und in der Dämmerung unterwegs sind, sollte man die Roboter nur tagsüber und unter Aufsicht betreiben. Das ginge auch freiwillig, funktioniert aber wie so oft nicht."
Auch eine technische Lösung sei nicht schwierig: Die Hersteller könnten die Mähroboter so programmieren, dass ein Einschalten nachts nicht mehr möglich ist.
Auch im Netz engagieren sich viele Menschen mit ihrer Unterschrift. Es gerade eine Petition, die sich für ein Nachtfahrverbot einsetzt. Über 67.000 Menschen haben schon unterschrieben.
Igel auf der Roten Liste
Igel stehen seit zwei Jahren auf der internationalen Rote Liste als potenziell gefährdete Art. Nach Angaben der Weltnaturschutzunion IUCN sind die Bestände auch Deutschland zurückgegangen.
Übrigens: Jeder Gartenbesitzer kann einen einfachen Beitrag leisten, um den Igel und die Biodiversität vor der eigenen Haustür zu schützen. Laubhaufen, große Steine oder dichte Büsche bieten Igeln beliebte Unterschlupfe. Auch ein selbstgebautes oder gekauftes Igelhaus kann als Versteck dienen.
Unsere Quellen:
Sendung: WDR 2, Nachrichten, 06.04.2026, 7.00 Uhr