Schlaglöcher auf einer Straße

Offenbar mehr Schlaglöcher als im Vorjahr: Wo ihr sie melden könnt

Stand:

Auf den Straßen tun sich wieder unzählige Schlaglöcher auf - laut ADAC und Stadt Köln scheinen es mehr als im Vorjahr zu sein. Wo ihr ein Schlagloch in NRW melden könnt und wer bei Schäden haftet - ein Überblick.

Von Jörn SeidelJörn Seidel

Das winterliche Zusammenspiel von Frost, Tau und Streusalz sorgt in NRW derzeit für massenhaft Schlaglöcher. Die Straßenarbeiter kommen mit dem Löcherstopfen kaum hinterher. Nach Einschätzung des Automobilclubs ADAC sind die Straßen in Deutschland aktuell stärker geschädigt als in den Vorjahren. Auch die Stadt Köln bestätigt auffällig viele Schlaglöcher:

"Tendenziell sind es eher mehr als im Vorjahr." Ein Sprecher der Stadt Köln

Schlaglöcher durch das Winterwetter

WDR Studios NRW 09.02.2026 00:20 Min. Verfügbar bis 09.02.2028 WDR Online


Wer haftet, wenn ein Schlagloch das Auto, Motorrad oder Fahrrad beschädigt - und man womöglich sogar verletzt wird? Wie sollte man reagieren? Und was lässt sich tun, wenn man ein Schlagloch entdeckt, das dringend beseitigt werden sollte?

Wer haftet bei Schlaglöchern?

Poträt von Thomas Müther, "Leiter Kommunikation" beim ADAC Nordrhein

Thomas Müther, Sprecher ADAC Nordrhein

Zuständig für das Beseitigen von Schlaglöchern sind je nach Straße die Stadt oder Gemeinde, der Kreis, das Land oder auch der Bund. "Der jeweilige Straßenbaulastträger haftet aber nur, wenn nachweisbar ist, dass er seine Pflicht verletzt hat - etwa weil Kontrollen ausblieben oder bekannte Schlaglöcher nicht repariert oder zumindest nicht beschildert wurden", erklärt Thomas Müther, Sprecher des ADAC Nordrhein dem WDR.

Genau das mache es so schwierig, für einen Schlagloch-Schaden am Auto entschädigt zu werden, sagt er. Auch Radfahrer gehen nach einer Klage häufig leer aus: "Gerichte urteilen bei Schadensersatzansprüchen meist zugunsten der Gemeinden", stellt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) fest.

Erhöhte Chancen auf Schadensersatz hat man laut Müther aber, wenn sich schon zuvor Bürger über bestimmte Schlaglöcher beschwert haben, diese aber trotzdem nicht behoben wurden oder auch kein Schild aufgestellt wurde.

"Wir empfehlen, die Behörde anzuschreiben und eine Frist zur Rückmeldung zu setzen. Wenn die Behörde dann nicht reagiert, bleibt nur der Rechtsweg", sagt der ADAC-Sprecher.

Wie sollte man sich im Schadensfall verhalten?

Wenn man in ein Schlagloch gefahren und dadurch Schaden am Fahrzeug entstanden ist, sollten alle Details genau dokumentiert werden, raten der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) - und der ADAC. Folgendes sollte dokumentiert werden:

  • Wie ist der Schaden entstanden und wann?
  • Wo liegt das Schlagloch?
  • Gibt es am Straßenrand Warnhinweise oder -schilder?
  • Das Schlagloch und der Schaden sollten unbedingt noch an der Unfallstelle fotografiert werden.
  • Notieren sollte man die zulässige Höchstgeschwindigkeit.
  • Auch wichtig: Namen und Anschriften möglicher Zeugen.
  • Vorsorglich sollte die Kfz-Versicherung informiert werden - und unter Umständen auch die Polizei.

Besonders wichtig ist diese Dokumentation für alle, die keine Vollkasko- oder entsprechende Fahrrad-Versicherung abgeschlossen haben und ohne Schadensersatz die Reparaturkosten selbst tragen müssen. Wichtig ist das aber auch für Versicherte: "Die Angaben und die Fotos können die Schadenregulierung der Kfz-Versicherung beschleunigen", heißt es vom GDV.

Schlagloch melden: Wie geht das?

Wer ein Schlagloch melden will, muss wissen, wer für die Straße verantwortlich ist. Das können sein:

  • die Stadt oder Gemeinde
  • die Kreisverwaltung
  • der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW) für die meisten Bundes- und Landesstraßen
  • die Autobahn GmbH

Ganz klar ist die Zuständigkeit auf Autobahnen. Auch zu Hause im eigenen Viertel ist in der Regel eindeutig: Verantwortlich ist die Kommune. Komplizierter kann es bei Kreis-, Landes- und Bundesstraßen sein. Wer zuständig ist, erfährt man zum Beispiel auf dieser Karte von Straßen.NRW zum Herunterladen:

Grundsätzlich kann man bei all diesen sogenannten Straßenbaulastträgern Schlaglöcher melden - sowohl online als auch telefonisch oder per Post. Die Nutzerfreundlichkeit und der Bearbeitungserfolg unterscheiden sich aber stark, sagt Müther vom ADAC.

Straßen.NRW verweist auf WDR-Anfrage auf die üblichen Kontaktmöglichkeiten, die auf der Website zu finden sind. Dort gibt es auch ein Kontaktformular. Die Autobahn GmbH teilt dem WDR mit: Schlaglöcher in ihrem Zuständigkeitsbereich lassen sich am besten über das "Bürgerservice-Formular" auf ihrer Website melden.

Auch die Kreise, Städte und Gemeinden in NRW sind in der Regel per Online-Formular, aber auch per E-Mail und Telefon zu erreichen. Zum Teil gibt es spezielle Anwendungen, um Probleme schnell und einfach mithilfe der Standort-Funktion des Handys zu melden: zum Beispiel "Sag's uns" der Stadt Köln.

Welche Apps gibt es, um ein Schlagloch zu melden?

In vielen Städten gibt es eine App, mit der Schlaglöcher gemeldet werden können. Mit der "Mängelmelder"-App zum Beispiel lassen sich in kürzester Zeit Fotos, GPS-Daten und weitere Informationen zum Schlagloch übermitteln. Genutzt werden kann sie unter anderem in Essen, Aachen, Bochum, Hamm, Gelsenkirchen und Iserlohn.

Auch der ADAC in NRW bietet eine App an, mit der man schnell Schlaglöcher melden kann: "Läuft's?!". Der Automobil-Club leitet die Beschwerden dann an die Verantwortlichen der jeweiligen Straßen weiter. ADAC-Mitglied muss man dafür nicht sein.

Unsere Quellen:

Sendung: WDR 5, WDR aktuell, 09.02.2026, 05.30 Uhr

Kommentare zum Thema

4 Kommentare

  • 4 Rainer Kluge 09.02.2026, 16:04 Uhr

    Was nützen derartige Meldungen, wenn dann nur behelfsmäßig geflickt wird und es Monate später wieder im schlechten alten Zustand ist? Erlebt man oft genug.

  • 3 Andreas Schulz 09.02.2026, 13:53 Uhr

    Sehr geehrter Redakteur, da Sie meinen Kommentar nicht veröffentlichen: stellen Sie sich bitte die Frage, ob das Nichtveröffentlichen von Kritik am penetranten WDR-"Duzen" nicht auch eine Art Zensur darstellt. Gerade ein öffentlich-rechtlicher Sender sollte Meinungsfreiheit sehr ernst nehmen. Wenn er grundlos nicht tut, ist das Ende der Meinungsfreiheit -und damit der Demokratie- nicht weit.

  • 2 Andreas Schulz 09.02.2026, 13:45 Uhr

    Schon wieder ein Artikel, in welchem die Leserschaft ungefragt "geduzt" wird ("... wo ihr sie melden könnt"). Es ist langsam an der Zeit, die GEZ-Haushaltsabgabe abzuschaffen.

  • 1 Flickschuster 09.02.2026, 12:09 Uhr

    Mit zig Flicken wird die Hose anfällig, der Straße geht es wie der Hose. Riesige Abgaben und trotzdem funktioniert kein Staatshaushalt auf keiner Ebene.

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