Tödliche Gefahr: Polizei Köln klärt über riskantes Motorradfahren auf

Lokalzeit aus Köln 26.09.2025 03:27 Min. Verfügbar bis 26.09.2027 WDR

Tödliche Gefahr: Polizei Köln klärt über riskantes Motorradfahren auf

Stand:

Die Kölner Polizei hat am Freitagabend Motorradfahrer über die Folgen von riskantem und zu schnellem Fahren aufgeklärt - in einer mobilen Ausstellung mit Fotos, Videos und einem echten Motorrad-Wrack.

Von Oliver Köhler

Das Wrack sind die Reste eines Motorrads, auf dem ein junger Fahrer ums Leben gekommen ist - eines der Ausstellungsstücke, die unter die Haut gehen. Sie sollen der Polizei helfen, mit Motorradfahrern über Risiken und über ihren Fahrstil ins Gespräch zu kommen.

Video: Tödlicher Motorradunfall

Ein Video einer Helmkamera zeigt die letzten Sekunden im Leben eines Motorradfahrers. Er beschleunigt auf zeitweise mehr als 140 Kilometer pro Stunde, dann steht plötzlich ein Auto quer auf der Fahrbahn, der Aufprall, Ende. Das Video läuft in einer Endlosschleife in der mobilen Ausstellung der Polizei.

Polizei an Treffpunkten von Motorradfahrern

An diesem Abend steht die Polizei mit ihrer Ausstellung am Kölner Tanzbrunnen. Das ist einer der angesagten Treffpunkte der Motorradszene im Rheinland.

Polizist steht vor Motorrädern

Hauptkommissar Jürgen Berg von der Kölner Polizei

Motorradfahrer sehen sich die Aufnahmen mehrmals hintereinander an, schweigend. Andere stehen im Kreis um das Wrack eines schweren Motorrads. Der Fahrer der Maschine war im Frühsommer in Köln-Wahn frontal mit einem anderen Motorrad zusammengestoßen. Die beiden jungen Männer starben an der Unfallstelle.

"Ich sage den Leuten, die sich dieses Wrack ansehen: Denk daran, wenn du wieder auf deine Maschine steigst", erklärt Hauptkommissar Jürgen Berg von der Kölner Polizei. Er hat jahrelang die Dienststelle gegen Raser in Köln geleitet und weiß, wie die Leute ticken.

Ich merke, das geht denen unter die Haut, was sie hier sehen. Das ist ein Einstieg in gute Gespräche. Hauptkommissar Jürgen Berg
Polizei Köln

Nach tödlichem Unfall - Umdenken bei Motorradclique

Zwei Fahrer stehen ein wenig abseits. Einer der Männer, die bei dem Unfall starben, war ihr Freund. "Ich hatte zwei Minuten vor dem Unfall noch mit ihm gesprochen. Dann ist er losgefahren und hinter der Kurve war sein Leben plötzlich zu Ende."

Der Unfall hat für viele aus der Motorradclique etwas verändert. "So wie vor dem Unfall, kann ich nicht mehr fahren", berichtet einer. Andere nicken schweigend. "Wenn man solche krassen Sachen hört, das geht nicht so an einem vorbei", bemerkt ein sehr junger Fahrer, der gerade zu der Gruppe an dem Motorradwrack gestoßen ist.

Vater eines jungen Unfallopfers klärt auf

Ein Vater ist da mit dem Motorrad seines Sohnes. "Wenn ich mit der Maschine fahre, dann bin ich meinem Sohn am nächsten", sagt er dem WDR. Der 18-Jährige starb vor einem Jahr bei einem Unfall auf der Autobahn 3.

Der Tod unseres Kindes hat unsere Familie gebrochen. Nichts ist im Leben mehr, wie es war. Vater eines Unfallopfers

Der Vater fährt mit der Maschine seines Sohnes zu Motorradtreffen. "Ich sage den Leuten: Fahrt nicht ohne Schutz! Macht euch klar, was Motorradfahren bedeutet." Der Mann ist in der Szene bekannt, viele der Jüngeren schätzen ihn, weil auch er ein Biker ist.

"Wir wollen, dass die Motorradfahrer verstehen, wie groß ihr Risiko ist", sagt Jürgen Berg von der Kölner Polizei. "Da helfen solche Begegnungen und die Eindrücke, die sie von solchen Abenden mitnehmen."

Unsere Quellen:

  • Polizei Köln
  • Reporter vor Ort

Weitere Beiträge aus Köln

1 / 2