Karnevalsbilanz Rosenmontag | WDR aktuell

02:01 Min. Verfügbar bis 17.02.2028

Rosenmontag in NRW: Hunderttausende feierten bei Karnevalsumzügen

Stand:

Der Höhepunkt des Straßenkarnevals - eine erste Bilanz: Bei Schneematsch-Wetter zogen die Rosenmontagszüge durch viele Orte in NRW. Den größten Zug gab es traditionsgemäß in Köln.

Der Rosenmontagszug in Köln zog mit etwa 11.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, 60 Kapellen und 21 Persiflagewagen durch die Stadt. Mehrere Hunderttausend Menschen kamen, um zuzuschauen und mitzufeiern. Eine konkrete Zahl nannten die Stadt und das Festkomitee bisher nicht. In Düsseldorf waren nach Angaben der Stadt wie im Vorjahr etwa 700.000 Menschen an der Strecke des Rosenmontagszuges unterwegs.

Karnevalisten nicht nur im Rheinland unterwegs

Auch in Bonn, Aachen, Essen, Münster, Eschweiler, Duisburg, Dortmund, Krefeld, Bochum, Mülheim und vielen weiteren großen und kleinen Orten in NRW gab es Rosenmontagszüge. Der größte Karnevalswagen der Republik fuhr am Rosenmontag in Essen, wie das Rekord-Institut für Deutschland bestätigt hat.

Mancherorts gab es andere Rosenmontags-Traditionen: zum Beispiel das Kranzreiten in Delbrück im Kreis Paderborn und das Gänsereiten in Wattenscheid-Höntrop. Mehr dazu könnt ihr im Liveticker nachlesen:

Zu einigen großen Rosenmontagszügen in NRW, aber auch zum Auftakt des Straßenkarnevals an Weiberfastnacht findet ihr hier Fotostrecken:

Düsseldorf: Viel Aufmerksamkeit für Mottowagen von Jacques Tilly

Die Düsseldorfer Rosenmontagswagen wurden mit besonderer Spannung erwartet, weil Wagenbauer Jacques Tilly aktuell von der russischen Justiz verfolgt wird. Gleich dreimal war der russische Präsident Wladimir Putin auf den insgesamt 13 Motivwagen in Düsseldorf vertreten:

Das sind Tillys Mottowagen im Düsseldorfer Rosenmontagszug 2026

Die Motive des Düsseldorfer Wagenbauers Jacques Tilly werden jedes Jahr mit Spannung erwartet. In diesem Jahr ganz besonders, weil er wegen genau dieser Wagen inzwischen in Russland angeklagt ist.

Putin ersticht eine Figur auf der "Satire" steht. Diese haut ihm mit einem Fächer auf den Kopf

Putin spießt den Satire-Clown auf: Zum ersten Mal ein Mottowagen in eigener Sache! Putin spießt den Satire-Clown, den Düsseldorfer Hoppeditz, auf. Der lässt sich davon aber nicht beeindrucken und schlägt mit der Narrenpritsche zurück.

Markus Söder und Friedrich Merz auf einem beinlosen Skelett mit der Aufschrift "Verbrenner"

Merz und Söder reiten Verbrenner-Fossil: Beide Politiker kämpfen aus Sicht Tillys in der EU gegen ein Aus des Verbrenner-Autos, obwohl es in der EU andere Vereinbarungen gebe.

Donald Trump und Wladimir Putin essen ein blaues Schwein mit der Aufschrift "Europa"

Trump und Putin verspeisen Europa: Russlands Machthaber Putin greift mit seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine nach Europa, US-Präsident Trump fällt Europa mit seinem Griff nach Grönland jetzt auch noch in den Rücken.

Zwei Kinder starren hypnotisiert auf ihre Smartphones

Smartphone-Sucht nimmt Kindern ihre Kindheit: Für Tilly ist das Smartphone gerade auch für Kinder eine Droge, die ihnen die Kindheit nehme. In anderen Ländern werde bereits über eine Social-Media-Verbot für Kinder debattiert.

Ein Jesus mit Dornenkrone und Aufschrift "Love & humanity" wird von Trump geboxt. Auf Trumps Ärmel steht ICE

Trump schlägt Jesus: US-Präsident Trump schlägt Jesus, der für Liebe und Humanität steht, brutal ins Gesicht. Eine Metapher für die aktuelle US-Innenpolitik. Trump verteidige angeblich christliche Werte gegen gottlose Liberale, so Tilly.

Drei frierende Figuren auf deren Oberteilen verteilt "Ein weiteres Kriegsverberchen Russlands in der Ukraine"

Frierende Ukrainer durch Russlands Krieg: Die Ukrainer leiden gerade unter dem härtesten Winter seit Kriegsbeginn, weil Russland vor allem die Energieversorgung in der Ukraine angreift. Eine riesige Belastung für die Bevölkerung und ein Kriegsverbrechen, so Tilly.

Alice Weidel wird von Putin ferngesteuert

Putin steuert die AfD als Drohne: Putin lenkt freudig eine AfD-Drohne mit dem Gesicht von Parteichefin Alice Weidel. Die AfD sei der verlängerte Arm Russlands, so Tilly, die Partei übernehme die Narrative der russischen Staatspropaganda und verrate damit deutsche Interessen.

Tilly Wagen: Düsseldorf weint um den Senf

Düsseldorf ist nicht mehr Senfstadt: Ein Lokalthema im Zoch. Ganz Düsseldorf trauert, weil die beiden bekannten Marken ABB und Löwensenf die Stadt verlassen haben und die Stadt deshalb keine Senfstadt mehr ist.

"Miss Afghanistan"

Vollverschleierte Frau als "Miss Afghanistan": Ein zynischer Titel, weil sich die Lage der Frauen, seitdem die Taliban wieder an der Macht ist, extrem verschlechtert habe, so Tilly. Der internationale Druck auf das Regime müsse weitergehen.

Die Mullahs verfließen

Mullah-Regime schmilzt dahin: Die Macht des iranischen Regimes schmilzt aus Tillys Sicht langsam hinweg. Die jüngsten Massenproteste konnte es noch blutig niederschlagen. Tilly erwartet, dass das Regime den nächsten Aufstand nicht mehr überleben wird.

Ein riesiger Jeffrey Epstein-Kopf mit Teufelshörnern, die zwei Frauen aufspießen

Epstein und die ignorierten Opfer: Den Skandal um die Epstein-Files hat Tilly kurzfristig noch aufgenommen. Aus seiner Sicht wurden die Frauen als Opfer lange ignoriert, während die Täter lange geschützt worden seien.

Ein Wagen auf dem ein Baby mit einem Halsband Rendner in einem Wagen zieht

Baby muss vollen Rentner-Karren ziehen: Ein Zeichen für die demografische Entwicklung in Deutschland. Das aktuelle Rentensystem könne auf Dauer so nicht mehr funktionieren, so Tilly, weil zu wenige Junge zu viele Alte den Berg hochziehen müssen.

Ein Haus mit großer Aufschrift "Steigende Mieten", darunter sind mehrere Menschen eingequetscht

Menschen leiden unter steigenden Mieten: Ein dringend nötiger Wagen, meint Tilly, da dieses Problem sehr viele Menschen beschäftige. Es werde zu wenig neu gebaut, die Mieten könnten sich immer weniger leisten, gerade in den Großstädten.

Putin spießt den Satire-Clown auf: Zum ersten Mal ein Mottowagen in eigener Sache! Putin spießt den Satire-Clown, den Düsseldorfer Hoppeditz, auf. Der lässt sich davon aber nicht beeindrucken und schlägt mit der Narrenpritsche zurück.

Merz und Söder reiten Verbrenner-Fossil: Beide Politiker kämpfen aus Sicht Tillys in der EU gegen ein Aus des Verbrenner-Autos, obwohl es in der EU andere Vereinbarungen gebe.

Trump und Putin verspeisen Europa: Russlands Machthaber Putin greift mit seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine nach Europa, US-Präsident Trump fällt Europa mit seinem Griff nach Grönland jetzt auch noch in den Rücken.

Smartphone-Sucht nimmt Kindern ihre Kindheit: Für Tilly ist das Smartphone gerade auch für Kinder eine Droge, die ihnen die Kindheit nehme. In anderen Ländern werde bereits über eine Social-Media-Verbot für Kinder debattiert.

Trump schlägt Jesus: US-Präsident Trump schlägt Jesus, der für Liebe und Humanität steht, brutal ins Gesicht. Eine Metapher für die aktuelle US-Innenpolitik. Trump verteidige angeblich christliche Werte gegen gottlose Liberale, so Tilly.

Frierende Ukrainer durch Russlands Krieg: Die Ukrainer leiden gerade unter dem härtesten Winter seit Kriegsbeginn, weil Russland vor allem die Energieversorgung in der Ukraine angreift. Eine riesige Belastung für die Bevölkerung und ein Kriegsverbrechen, so Tilly.

Putin steuert die AfD als Drohne: Putin lenkt freudig eine AfD-Drohne mit dem Gesicht von Parteichefin Alice Weidel. Die AfD sei der verlängerte Arm Russlands, so Tilly, die Partei übernehme die Narrative der russischen Staatspropaganda und verrate damit deutsche Interessen.

Düsseldorf ist nicht mehr Senfstadt: Ein Lokalthema im Zoch. Ganz Düsseldorf trauert, weil die beiden bekannten Marken ABB und Löwensenf die Stadt verlassen haben und die Stadt deshalb keine Senfstadt mehr ist.

Vollverschleierte Frau als "Miss Afghanistan": Ein zynischer Titel, weil sich die Lage der Frauen, seitdem die Taliban wieder an der Macht ist, extrem verschlechtert habe, so Tilly. Der internationale Druck auf das Regime müsse weitergehen.

Mullah-Regime schmilzt dahin: Die Macht des iranischen Regimes schmilzt aus Tillys Sicht langsam hinweg. Die jüngsten Massenproteste konnte es noch blutig niederschlagen. Tilly erwartet, dass das Regime den nächsten Aufstand nicht mehr überleben wird.

Epstein und die ignorierten Opfer: Den Skandal um die Epstein-Files hat Tilly kurzfristig noch aufgenommen. Aus seiner Sicht wurden die Frauen als Opfer lange ignoriert, während die Täter lange geschützt worden seien.

Baby muss vollen Rentner-Karren ziehen: Ein Zeichen für die demografische Entwicklung in Deutschland. Das aktuelle Rentensystem könne auf Dauer so nicht mehr funktionieren, so Tilly, weil zu wenige Junge zu viele Alte den Berg hochziehen müssen.

Menschen leiden unter steigenden Mieten: Ein dringend nötiger Wagen, meint Tilly, da dieses Problem sehr viele Menschen beschäftige. Es werde zu wenig neu gebaut, die Mieten könnten sich immer weniger leisten, gerade in den Großstädten.

Auf einem der Tilly-Wagen steuert Putin eine blaue Drohne mit der Aufschrift AfD, ein weiterer Wagen zeigt ihn mit US-Präsident Donald Trump, wie beide Europa verspeisen. Der dritte Putin-Wagen nimmt die juristische Verfolgung Tillys ins Visier: Ein grimmig dreinschauender Putin spießt einen kleinen Karnevalsnarren mit dem Schwert auf.

Rosenmontagszug in Düsseldorf | Video

00:33 Min. Verfügbar bis 16.02.2028

In Köln zeigte man Solidarität mit dem Düsseldorfer Wagenbauer. Der scheidende Kölner Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn ließ an seinem Wagen die kölsche Losung "Mer all sin Tilly" (Wir alle sind Tilly) befestigen. "Was ihm da widerfahren ist, ist unsagbar, für uns nicht aushaltbar, und da ist natürlich auch ganz klar, dass wir zusammenstehen wie eine Wand", erklärte Kuckelkorn.

Erste Bilanz der Polizeien: Nur wenige Strafanzeigen

Herbert Reul, Innenminister NRW, winkt beim Rosenmontagszug den Karnevalisten zu.

NRW-Innenminister Herbert Reul beim Kölner Rosenmontagszug

Wie schon in den vergangenen Jahren sicherten tausende Einsatzkräfte das bunte Treiben ab. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte, ein Tag wie der Rosenmontag sei einerseits wunderschön und toll, andererseits aber auch immer mit großen Risiken verbunden "und deswegen für die Polizei wahnsinnig anstrengend". Mit einer dicken Goldkette und Fellweste als Verkleidung fuhr er selbst in Köln auf einem Wagen mit.

Die Polizei in Köln vermeldete am Abend, nachdem der Zug durch war, "keine besonderen Vorkommnisse". Die Düsseldorfer Polizei sprach am Abend zwar insgesamt von friedlichen Karnevalisten, zählte aber dennoch auf: Zwei Personen kamen in Polizeigewahrsam, es gab drei Strafanzeigen wegen Körperverletzung, zwei wegen Taschendiebstahl und 42 Platzverweise für die Innenstadt. Wegen eines Sexualdelikts gab es in der Nacht auf Rosenmontag eine Anzeige.

Auch die Kreispolizeibehörde Viersen zählte einige Delikte auf, dankte aber zugleich "allen friedlichen Karnevalistinnen und Karnevalisten, die uns heute bei unserer Arbeit unterstützt haben."

Bereits am Wochenende gab es in NRW viele Karnevalszüge - teilweise mit Zwischenfällen. Unter anderem in Leverkusen kam es zu Messergewalt. Im Rhein-Sieg-Kreis hat es am Sonntag einen Unfall gegeben: Drei Männer sind von einem Wagen gestürzt und haben sich teils schwer verletzt.

Schnee und Regen zum Karneval in NRW: Wetter als Herausforderung

Selbst heftiger Schneefall in der Nacht stoppte die Narren am Rosenmontag nicht. Die Kälte habe zwar zu kleinen Problemen geführt, sagte der Kölner Zugleiter Marc Michelske, man habe damit aber umgehen können. "Zwei Wagen sind heute Morgen nicht angesprungen. Da mussten die Starthilfe bekommen."

Während der Umzüge hatte es immer wieder Regenschauer gegeben. Für manche Gegenden von NRW waren auch stärkere Gewitter angekündigt worden.

Straßenkarneval am Veilchendienstag

Am Veilchendienstag geht es weiter mit dem Straßenkarneval in NRW. Auch mit Umzügen: zum Beispiel in Mönchengladbach sowie in Waldenrath im Kreis Heinsberg.

Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
  • Meldungen der Polizei
  • Beobachtungen von WDR-Reportern vor Ort
  • WDR-Berichterstattung der vergangenen Tage

Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 17.02.2026, 12.45 Uhr

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