Veilchendienstagszug in Mönchengladbach mit traurigem Ende
Lokalzeit aus Düsseldorf. 17.02.2026. 02:32 Min.. Verfügbar bis 17.02.2028. WDR. Von Piet Keusen.
Um 13.11 Uhr fiel der Startschuss und dann rollten mit wenigen Minuten Verspätung auch schon die ersten Wagen im Mönchengladbacher Veilchendienstagszug und machten sich auf den 5,6 Kilometer langen Weg durch die Stadt.
Als der Zug dann gegen kurz nach 14 Uhr am Markt eintraf, wo auch eine große Tribüne für Zuschauer war, wurden die Wagen und Fußgruppen mit einem dreifachen "Halt Pohl" begrüßt, was man in Mönchengladbach am Zug ruft.
So bunt war der Veilchendienstagszug in Mönchengladbach
Kein Helau oder Alaaf - stattdessen "Halt Pohl"
"Man sagt 'Halt Pohl', weil das halt Polen sind", erklärt der siebenjährige Noah. Er ist gemeinsam mit seiner Mutter und einem Freund zum Zug gekommen und winkt den Karnevalisten auf den Wagen begeistert zu. Aber daher kommt der Mönchengladbacher Narrenruf natürlich nicht - vielmehr bedeutet er so viel wie "Halt die Stange", was symbolisch für die Treue zum eigenen Karneval stehen soll.
"Halt Pohl" war nicht der einzige Ruf, der beim Mönchengladbacher Veilchendienstagszug zu hören war. Der Stadtteil Rheydt hat seinen eigenen Schlachtruf, hier begrüßt man Jecken mit ""All Rheydt", in Mönchengladbach-Hardt dagegen ruft man "Maar Moot". Außerdem haben einige Karnevalsgesellschaften ebenfalls eigene Parolen.
Regen und Sonne wechseln sich ab
Wettertechnisch mussten die Gladbacher Jecken einiges mitmachen. Immer wieder gab es Regenschauer, viele standen mit Regenschirmen am Zugweg. Praktisch - denn in den trockenen Phasen konnten die ganz einfach zum Kamelle fangen umfunktioniert werden.
Regenschirm als "Fanghilfe" für Kamelle
90 Jahre Tradition in Mönchengladbach
Der Veilchendienstagszug in Mönchengladbach feiert in diesem Jahr ein Jubiläum: Vor 90 Jahren fand der Zug zum ersten Mal statt. In diesem Jahr stand der Zug unter dem Motto: "Gladbach ist als jecke Welt ... allerbestens aufgestellt."
Erst im vergangenen Jahr hatte der Zug einen neuen Rekord gefeiert - mit fast 5.000 Teilnehmern und über 80 Festwagen war er so groß wie noch nie. In diesem Jahr hat es am Rand etwas weniger voll gewirkt als in den vergangenen Jahren - möglicherweise wegen des schlechten Wetters.
Unfall stoppt Zug
Die jecke Stimmung wurde von einer Schreckensnachricht unterbrochen: Am Nachmittag war eine Frau unter einen Bus geraten, der im Veilchendienstagszug mitgefahren ist. Bei der verletzten Frau soll es sich um einen sogenannten Wagenengel handeln, also eine Sicherheitskraft, die neben dem Wagen mitgeht.
Der Zustand der Frau sei "kritisch", hieß es von der Polizei. Wegen des Unfalls wurde der Zug zeitweise gestoppt und danach umgeleitet und früher aufgelöst als geplant. Er sei jetzt ungefähr ein Drittel kürzer als sonst.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporterin vor Ort
- Mönchengladbacher Karnevals Verband (MKV)
- Marketing Gesellschaft Mönchengladbach GmbH (MGMG)
- Polizei Mönchengladbach
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 17.02.2026, 15.31 Uhr.