Fahränfänger zahlen zwischen 2.500 und 4.500 Euro für den Führerschein, berichtet der ADAC. Die Preise unterscheiden sich nach Region, Fahrschulen und individueller Ausbildungsdauer. Haupttreiber ist laut ADAC die Inflation. Fahrschulen müssten mehr für Fahrzeuge, Personal oder auch Sprit zahlen. Das Statistische Bundesamt weist allerdings darauf hin, dass die Preissteigerungen der Fahrschulen seit Jahren deutlich über der Inflationsrate lägen.
Wie kann ich beim Führerschein sparen?
WDR Studios NRW. 16.10.2025. 05:29 Min.. Verfügbar bis 16.10.2027. WDR Online.
Warum die Kosten von Fahrschule zu Fahrschule so unterschiedlich sind und wie Fahrschüler sparen können:
Warum sind die Kosten so unterschiedlich?
Nur ein kleiner Teil des Preises für den Führerschein ist gesetzlich geregelt: Prüfungsgebühren und die behördliche Antragsgebühr machen etwa ein Zehntel der Gesamtkosten aus. Alles andere - Grundgebühr, Theorie- und Praxisstunden - legt jede Fahrschule selbst fest. Eine normale Fahrstunde kostet beispielweise zwischen 55 und 75 Euro. Das Verkehrsministerium plant keine Änderungen bei der freien Preisgestaltung.
Pläne der Bundesregierung: Wird der Führerschein bald günstiger?
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat am 16. Oktober 2025 einige Maßnahmen vorgestellt, durch die der Führerschein günstiger werden könnte. Union und SPD hatten eine Reform für bezahlbare Führerscheine im Koalitionsvertrag vereinbart.
Fahrschulen sollen unter anderem von Aufzeichnungs- und Dokumentationspflichten entlastet werden. Für Schüler soll etwa die Pflicht zum Präsenzunterricht entfallen und der Fragenkatalog für die theoretische Prüfung schrumpfen. Was außerdem geplant ist:
Wie können Fahrschülerinnen und Fahrschüler Geld sparen?
Vor allem durch gute Planung: Fahrstunden eng takten, damit Gelerntes nicht wiederholt werden muss. Pflicht sind zwölf Sonderfahrten (Autobahn, Überland, Nacht). Dazu kommen zwischen 20 und 40 Übungsstunden, je nach Können der Fahrschüler und Fahrschülerinnen. Wer auf Verkehrsübungsplätzen trainiert, kann seine Stundenzahl reduzieren. Einparken, schalten, abbiegen - all das lässt sich dort stressfrei üben. Voraussetzung ist eine Begleitperson mit Führerschein und ein Privatauto. Eine Stunde auf dem Verkehrsübungsplatz kostet meist zwischen 10 bis 20 Euro. 10er-Karten sind günstiger.
Fast die Hälfte der Fahrschüler ist vergangenes Jahr durch die theoretische Prüfung gefallen (45 Prozent). Für die Vorbereitung helfen kostenlose Online-Tests, die zum Beispiel Tüv oder Dekra anbieten. Denn Wiederholungsprüfungen verteuern den Führerschein spürbar.
Sind Führerscheine auf dem Land günstiger?
Ja, meist schon. In Großstädten sind Mieten und Betriebskosten der Fahrschulen höher. Dementsprechend fallen auch die Preise für Fahrstunden und Co. höher aus. Unterricht dürfen Fahrschüler überall nehmen. Doch die theoretische und praktische Prüfung darf nur am Wohn-, Arbeits- oder Studienort abgelegt werden.
Wer einen Crashkurs in einer Ferienfahrschule belegt und ortsfern die Prüfung machen möchte, braucht dafür eine Genehmigung. Die erteilt das zuständige Straßenverkehrsamt, allerdings nach eigenem Ermessen. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht.
Kann ich im Ausland den Führerschein machen und Geld sparen?
Richtig ist, dass es in einigen Nachbarländern günstiger ist. In Belgien kann man mit einer Begleitperson privat üben und sich auf diese Weise die Pflichtstunden in der Fahrschule komplett sparen. In Polen sind Löhne, Werkstatt- und Versicherungskosten niedriger - dadurch ist der Führerschein dort ebenfalls meist günstiger.
Wichtig: Im Ausland den Führerschein machen darf nur, wer im jeweiligen Land im Jahr mindestens 185 Tage lebt oder mindestens sechs Monate studiert. Seit 2009 ist sogenannter Führerscheintourismus verboten - von dubiosen Online-Angeboten sollte man also die Finger lassen.
Unsere Quellen:
- ADAC-Umfrage 2024
- Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände
- WDR-Interview mit ADAC Nordrhein
- Statistisches Bundesamt (Destatis)
- Datenreport des Tüv-Verbands