So oft melden sich Arbeitnehmer in Deutschland krank | WDR Aktuell
02:11 Min.. Verfügbar bis 25.11.2027.
22 Tage im Jahr fehlen die Deutschen durchschnittlich krankheitsbedingt bei der Arbeit. Das zeigen Daten der Betriebskrankenkassen (BKK), die ein Team des Bayerischen Rundfunks (BR) analysiert hat. Demnach sind die Krankentage seit der Corona-Pandemie deutlich gestiegen.
Krankenstand: Fehlzeiten seit Corona stark gestiegen
Die Daten der BKK, die 9,6 Millionen Menschen in Deutschland versichert, wurden vom BR bereinigt, um mögliche Verzerrungen durch Alter und Geschlecht zu verhindern. Laut der Analyse lagen die Fehlzeiten durch Krankheit zwischen 2016 und 2021 relativ stabil bei 18 Tagen im bundesweiten Durchschnitt.
Zwischen 2021 und 2024 gab es dann einen Anstieg der Krankentage. Vier volle Tage sind in diesem Zeitraum im Bundesdurchschnitt dazu gekommen. NRW hat im gleichen Zeitraum noch mehr zugelegt. Fehlten BKK-Mitglieder 2021 bei uns durchschnittlich 18,7 Tage bei der Arbeit, waren es 2024 23,9 Tage - damit liegt NRW fast zwei Tage über dem Bundesdurchschnitt.
Große Unterschiede zwischen den Bundesländern
Obwohl es bei allen Bundesländern ab 2021 einen deutlichen Anstieg der krankheitsbedingten Fehlzeiten bei der Arbeit gab, unterscheiden sich die Regionen deutlich. Zwischen Baden-Württemberg, mit 18,5 dem Bundesland mit den wenigsten Fehltagen, und dem Saarland, mit 28 den meisten, liegen beinahe zehn Tage.
Unterschiede in NRW: Die meisten in Herne, die wenigsten in Bonn
Innerhalb der Bundesländer gibt es ebenso gravierende Unterschiede. Spitzenreiter in NRW ist Herne mit durchschnittlich 31 Krankheitstagen, gefolgt von Gelsenkirchen mit 30 - das sind rund 40 Prozent mehr als der deutschlandweite Schnitt. Laut BKK fehlten in Herne fast die Hälfte der Beschäftigten sogar länger als sechs Wochen.
Auch in Duisburg, Hagen und Mönchengladbach kommen die Menschen neben ihrem Urlaub fast einen Monat pro Jahr nicht zur Arbeit.
Am wenigsten melden sich Arbeitnehmer in Bonn krank, mit 19 Tagen im Schnitt. Auch Düsseldorf und Münster liegen unter 20 Tagen.
Krankmeldungen müssen seit 2022 gemeldet werden
Warum es gerade seit 2021 einen so hohen Anstieg der Krankmeldungen gibt, ist nur schwer nachzuvollziehen. Ein Grund könnte allerdings die Einführung der elektronischen Krankmeldung sein, die zu einer vollständigeren Erfassung der Fehlzeiten geführt hat.
Seit 2022 sind Ärztinnen und Ärzte außerdem verpflichtet, ausgestellte Krankmeldungen der jeweiligen Krankenversicherung zu melden.
Unsere Quellen:
- Analyse des BR von Daten der BKK
- Nachrichtenagentur dpa
Sendung: WDR 5, Morgenecho, 24.11.2025, 6.05 bis 9.45 Uhr.