Reinigungskraft entfernt mit einer Dampflanze Kaugummireste

Felix Wilde führt in Olpe vor, wie er Kaugummireste entfernt

Klebrig und teuer Warum die Städte in NRW den Kampf gegen Kaugummis verlieren

Stand:

Kaugummis sind schnell ausgespuckt, lassen sich aber nur schwer entfernen. Deshalb drücken sich viele Kommunen vor dieser Aufgabe.

Von Sebastian Tittelbach

Es hat ein bisschen was von Ghostbusters, wenn Felix Wilde seine Ausrüstung anzieht. Auf dem Rücken trägt er einen Rucksack mit Akku und Reinigungsflüssigkeit. In den Händen hält er eine Lanze mit einer Drahtbürste, aus der es dampft: "Der Hauptbestandteil ist Wasser, da ist Reinigungsmittel auf Orangenschalenbasis drin. Das hat den Zweck, dass das Kaugummi nicht mehr klebt."

Mühselige Reinigung mit Handarbeit

Sonst beseitigt das Unternehmen aus Drolshagen Ölspuren auf Fahrbahnen, in der Innenstadt von Olpe gibt es eine Vorführung dazu, was gegen dunkle Kaugummiflecken hilft: "Durch den Heißdampf wird er gelöst, das dauert ein paar Sekunden, und dann muss man das mit der Messingbürste wegschrubbeln."

Harald Quast vom städtischen Baubetriebshof ist froh über jedes Kaugummi, das verschwindet. Die letzte große Reinigungsaktion in Olpe ist 13 Jahre her: "Das ist gerade in der historischen Innenstadt ein Problem, da sieht das ganze Stadtbild nicht so schön aus."

Müllproblem: ausgespuckte Kaugummis

WDR 12.06.2026 03:01 Min. Verfügbar bis 11.06.2028 WDR Online

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Kaugummi – die größte Herausforderung der Stadtreinigung

Für die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln sind Kaugummis die "größte Herausforderung bei der Stadtreinigung". Laut Sprecherin Cordula Beckmann gibt es Flächen mit bis zu 100 Kaugummis pro Quadratmeter:

"Wir merken schon insgesamt: Das öffentliche Straßenland wird nicht mehr so respektiert, man schmeißt schneller was weg." Cordula Beckmann, Abfallwirtschaftsbetriebe Köln

Kaugummiflecken auch im Kölner Dom

Selbst der Kölner Dom ist betroffen: Dass Touristen bald Eintritt zahlen, begründet Stadtdechant Robert Kleine auch mit den vielen Kaugummis, die mehrmals pro Woche vom Kirchenboden geschrubbt werden müssen.

Ein Kaugummi - ein Euro

Felix Wilde hat vor dem Kino die ersten Kaugummis entfernt, fertig ist er noch längst nicht. Wo gerade noch Kaugummireste waren, sind jetzt helle Flecken auf den Steinplatten, deswegen folgt im Nachgang eine Flächenreinigung. Das alles kostet grob geschätzt etwa einen Euro pro Kaugummi. Für viele Kommunen sei das nicht zu stemmen: "Die Kaugummientfernung ist stark rückläufig, denn die Städte und Gemeinden müssen auf ihr Geld achten."

Von „Gum-Walls“ bis Bußgeld: Strategien der Städte

In Bonn hat die Stadtreinigung zeitweise "Gum-Walls" ausprobiert, das sind Displays, auf die man sein Kaugummi frisch aus dem Mund drücken kann. Mit der Corona-Pandemie wurde der Test eingestellt. Andere Städte drohen mit Bußgeldern: In Gelsenkirchen zahlen erwischte Kaugummi-Ausspucker 25 Euro, in Leverkusen mindestens 100 Euro, die Stadt Bochum verlangt maximal 1.000 Euro. In Olpe wären 60 Euro fällig, sagt Harald Quast vom Baubetriebshof: "Aber das ist immer schwer nachzuverfolgen. Man müsste den Täter auf frischer Tat ertappen."

Unsere Quellen:

  • Stadtverwaltung Olpe
  • Abfallwirtschaftsbetriebe Köln
  • Abfrage unter NRW-Kommunen zu Bußgeldern

Sendung: WDR5, Morgenecho, 12.06.2026, 6 Uhr

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