Eine Spritpistole vor einer Preisanzeige

Preise in NRW Tankrabatt bremst Inflation

Stand:

Der Krieg im Iran hat zuletzt vor allem die Energiepreise in die Höhe getrieben. In NRW war Heizöl im Mai fast 27 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Die Spritpreise lagen 14,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Doch nicht alle Preise steigen, manches wird sogar günstiger.

Im Mai lagen die Verbraucherpreise deutschlandweit im Schnitt 2,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, das hat das Statistische Bundesamt nun bestätigt. In Nordrhein-Westfalen ist der Preisanstieg etwas geringer ausgefallen, hier lag die Inflationsrate bei 2,4 Prozent. Noch im April hatten die gestiegenen Ölpreise die Teuerungsrate auf einen Wert von 2,9 Prozent getrieben - der höchste Wert seit Januar 2024.

Die Energiepreise blieben infolge des Iran-Kriegs auf einem hohen Niveau, wenngleich der seit Anfang Mai geltende Tankrabatt die Teuerung abgemildert haben dürfte. Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes

Der Tankrabatt reduziert die Energiesteuern auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent. Inklusive des Anteils der Umsatzsteuer ergibt sich so ein Rabatt von 16,7 Cent je Liter. Und dieser Rabatt zeigt Wirkung: Im Mai war das Tanken in NRW durchschnittlich 6,5 Prozent günstiger als noch im April.

Doch mit der Entlastung an der Zapfsäule ist es bald vorbei. Die Bundesregierung hatte in dieser Woche entschieden, dass die Steuerentlastung Ende Juni ausläuft und nicht verlängert wird.

Tankrabatt bremst NRW-Inflation

WDR 13.06.2026 00:30 Min. Verfügbar bis 13.06.2027 WDR Online

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Preise langsamer als in anderen Ländern

Was dann auf Deutschland zukommen könnte, zeigt der Blick in andere europäische Staaten. In der Eurozone lag die Inflation mit einem Wert von 3,2 Prozent im Mai deutlich über der Teuerungsrate in Deutschland.

Mit dem Rückgang der Inflation im Mai 2026 steht Deutschland innerhalb des Euroraumes alleine da. Der entscheidende Grund war der Tankrabatt. Silke Tober, Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung

Das wirtschaftliche Beratergremium der Bundesregierung, die sogenannten "Wirtschaftsweisen", erwarten in ihrem Frühjahrsgutachten im Jahresdurchschnitt eine Inflationsrate von 3,0 Prozent. Das ist deutlich höher als der angepeilte Wert von zwei Prozent.

Als Reaktion auf die gestiegenen Preise hatte die Europäische Zentralbank erstmals seit fast drei Jahren die Leitzinsen erhöht. Der Gedanke dahinter: Höhere Zinsen machen Kredite teurer. Wenn es teurer wird, sich Geld zu leihen, sinkt die Nachfrage - und bei sinkender Nachfrage können es sich Unternehmen weniger erlauben, die Preise zu erhöhen.

Neben Heizöl und Kraftstoffen sind auch Dienstleistungen im Mai deutlich teurer geworden. Auch hier spielt der Krieg im Iran eine Rolle. Gerade der Tourismussektor habe für steigende Preise gesorgt, sagt Silke Tober vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

"Flüge sind natürlich teurer geworden, weil Kerosin teurer geworden ist und auch die Preise für Pauschalreisen sind gestiegen, das erklärt im Wesentlichen den Preisanstieg bei den Dienstleistungen", so Tober.

Lebensmittel sind günstiger geworden

Günstiger geworden sind hingegen Lebensmittel. Die Preise im Supermarkt lagen in NRW im Mai im Schnitt 0,9 Prozent unter den April-Preisen. Besonders für Gemüse, Molkereiprodukte und Eier mussten Kunden zuletzt weniger bezahlen. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022 waren viele Lebensmittel deutlich teurer geworden sind.

Die Lebensmittelpreise normalisieren sich inzwischen ein wenig, Butter zum Beispiel war eine zeitlang sehr teuer, hier gehen die Preise jetzt wieder zurück. Silke Tober, Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung

Hinzu kommen unterschiedlich gute Ernten. Zuletzt hatte etwa eine überdurchschnittlich gute Kartoffelernte für niedrige Preise gesorgt. Auf lange Sicht gesehen bewegen sich die Lebensmittelpreise allerdings weiterhin auf einem recht hohen Niveau. So sind Nahrungsmittel aktuell etwa 30 Prozent teurer als noch vor fünf Jahren.

Unsere Quellen:

Sendung: WDR.de, "Tankrabatt bremst NRW-Inflation", 13.06.2026, 5:03 Uhr

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