Fälle von Sozialbetrug gestiegen | Aktuelle Stunde

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Organisierter Betrug beim Bürgergeld: Wie groß ist das Problem?

Stand:

2024 sind hunderte Fälle von "bandenmäßigem Leistungsmissbrauch" beim Bürgergeld aufgedeckt worden. Die Zahlen gehen steil nach oben. Vor allem Ballungsgebiete sind betroffen. Wie funktioniert die Masche?

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In Deutschland haben Jobcenter offenbar ein wachsendes Problem mit kriminellen Banden. Allein im vergangenen Jahr wurden 421 Fälle von "bandenmäßigem Leistungsmissbrauch" beim Bürgergeld aufgedeckt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor, die dem WDR vorliegt.

Wie groß ist das Problem?

Angesichts von insgesamt 5,5 Millionen Menschen, die in Deutschland Bürgergeld beziehen, wirken die nun veröffentlichten Zahlen zwar nicht sonderlich dramatisch. Allerdings geht der Trend im Vergleich zu den Vorjahren steil nach oben. Laut Bundesregierung wurden im Jahr 2023 lediglich 229 Fälle registriert. Schon 2024 hatte sich die Zahl nahezu verdoppelt: auf 421. Bis einschließlich Mai 2025 sind im laufenden Jahr bereits 195 Fälle von "bandenmäßigem Leistungsmissbrauch" aufgedeckt worden.

In der Regel seien Jobcenter in städtischen Ballungsgebieten von dem Problem betroffen, heißt es weiter. Unter anderem in Duisburg und Gelsenkirchen hat es in den vergangenen Monaten Razzien gegeben, bei denen solche Fälle aufgedeckt wurden. Laut Bundesregierung muss man von einer "hohen Dunkelziffer" ausgehen.

Wie funktioniert die Masche?

Grundsätzlich haben auch EU-Bürger, die in Deutschland leben und arbeiten, Anspruch auf Sozialleistungen. Das machen sich kriminelle Banden zunutze. Gezielt werden dabei Menschen in relativ armen EU-Staaten wie Bulgarien oder Rumänien mit Versprechungen auf einen guten Job in Deutschland angeworben.

Die Banden besorgen den Menschen dann tatsächlich einen Arbeitsvertrag - allerdings geht es dabei stets nur um eine geringfügige Beschäftigung zum Mindestlohn. Zusätzlich kümmern sich die Kriminellen darum, dass die Angeworbenen eine Meldeadresse in Deutschland erhalten.

Mit dem Arbeitsvertrag und der Meldeadresse erhalten die Migranten aus Osteuropa den rechtlichen Status als Arbeitnehmer und haben damit auch grundsätzlich Anspruch auf Sozialleistungen, wenn der geringe Lohn zum Leben nicht ausreicht.

Wie schöpfen die Banden das Geld ab?

Immobilie in NRW

Leben in Schrottimmobilien (Symbolbild)

Indem sie die Menschen brutal ausbeuten, die sie selbst mit ihren Versprechungen nach Deutschland gelockt haben. Die Betroffenen werden dabei in ärmlichen Sammelunterkünften untergebracht, für die sie trotzdem hohe Mieten an die Banden abführen müssen. Offiziell sind die Menschen dabei oft in anderen Wohnungen angemeldet - dafür werden gefälschte Dokumente bei den Meldeämter eingereicht.

Ihre geringen Einkommen, das Bürgergeld und die vom Jobcenter erstatteten Kosten für Miete, Heizung und Einrichtung müssen die Betroffenen an die Kriminellen abtreten. Für sie selbst bleibt oft zum Leben nur das übrig, was sie mit Schwarzarbeit erwirtschaften können.

Warum ist die Kontrolle so schwierig?

Die Jobcenter haben längst nicht genug Personal, um jeden einzelnen Antrag auf Sozialleistungen akribisch zu prüfen. Gewöhnlich wird gezahlt, wenn die vorgelegten Dokumente grundsätzlich einen Anspruch belegen. Eine Überprüfung, ob der Antragsteller zum Beispiel tatsächlich an seiner Meldeadresse lebt, ist aufwendig und findet eher selten statt.

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hat deshalb bereits im Juni im "Stern" einen besseren Datenaustausch zwischen Finanzämtern, Jobcentern, Familienkassen und Sicherheitsbehörden gefordert. "Wir müssen stärker überprüfen, ob jemand wirklich Anspruch auf Freizügigkeit hat."

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Kommentare zum Thema

28 Kommentare

  • 28 R. R. 30.07.2025, 00:09 Uhr

    Ich arbeite in einer Meldebehörde. Ist schon lange zu erkennen der Betrug. Gab aber nie jemanden den es interessierte oder jemand der es nachverfogte. Traurig. Auch meine Hinweise im Amt wurden einfach ignoriert.

  • 27 Mann 29.07.2025, 18:16 Uhr

    Wer macht die dummen Gesetzte. Ich kann auch nicht in die Niederlande ziehen und mir einen 540€ Job suchen und den Rest vom Staat verlangen...

    Antworten (1)
    • T.A. 30.07.2025, 09:36 Uhr

      Noch besser ist sogar, dass es in den Niederlanden erst gar keine Mini-Jobs gibt. Sondern nur Jobs mit dem Mindestlohn, ohne jegliche Ausnahme zahlt jeder Arbeitnehmer also Steuern und Sozialabgaben. Allerdings gibt es dort Betrüger aus den genannten Ländern und anderswoher, die soziale Zuschläge zur Miete, Krankenkassenbeiträgen, etc. in Millionenhöhe ergaunern.

  • 26 M.A. 29.07.2025, 17:28 Uhr

    Das geschieht dem Bundesagentur für Arbeit und dem Bürgergeld-Ämtern Recht.. Das geschieht der Deutschen Regierung Recht Denn die haben es nicht anders Verdient

  • 25 Anonym 29.07.2025, 17:26 Uhr

    Das geschieht dem Bundesagentur für Arbeit und dem Bürgergeld-Ämtern Recht.. Das geschieht der Deutschen Regierung Recht Denn die haben es nicht anders Verdient

    Antworten (1)
    • Sabine 29.07.2025, 23:26 Uhr

      Das geschieht Bürgergeld-Ämtern / der deutschen Regierung recht??? Wissen Sie eigentlich, woher das Geld kommt, das dort verteilt wird? Bei so einem Kommentar glaube ich das nicht wirklich...

  • 24 Tom 29.07.2025, 16:53 Uhr

    Darum sollten sich mal die Beamten der arge kümmern.

    Antworten (1)
    • Jo 29.07.2025, 20:55 Uhr

      Beamte müssen das umsetzen was Politiker, die unter anderem von ihnen gewählt wurden, beschließen. Also fassen sie sich, auch ein Stück weit, selbst an die Nase. Zur Info, bin weder im Öffentlichen Dienst noch Beamter...

  • 23 Traveler 29.07.2025, 16:40 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 22 Frau 29.07.2025, 14:10 Uhr

    Jeder Flüchtling sollte die Hilfe bekommen die ihm in seinem Heimatland auch zusteht. Also nur Sachleistungen und ein Zimmer mit Dusche , WC und Kochnische. Wer das Apartment verdreckt bekommt nur ein Zimmer mit Bett und Gemeinschaftsbad. Und wer klaut oder sich prügelt wird sofort abgeschoben. Und sie müssen sofort die Landessprache lernen und jede Woche gibt es eine Prüfung. Je nach lernfortschritt kann eine Arbeit aufgenommen werden.

    Antworten (1)
    • Mann 29.07.2025, 15:53 Uhr

      Am Thema vorbei: Im Beitrag geht es um zumeist südosteuropäische Menschen, die als Arbeitskräfte (in Teilzeit) angemeldet und mehrfach ausgebeutet werden - und dieses Mal eben nicht um Menschen, die vor Krieg fliehen ... und hier mit maximalem Personal-Aufwand von Integration, Bildung, Arbeit, Teilhabe und sozialem Miteinander ferngehalten werden ... Hauptsache wieder mal einen Text benutzt zur Verbreitung von eigenem Miese-Laune-Vorurteil-Cocktail?!

  • 21 Lennart Pietzner 29.07.2025, 10:17 Uhr

    Erschreckend zu sehen wie die öffentlich rechtlichen bei der Hetze von rechts mit machen. Drittreichstes Land der Welt und wir sollen uns leisten können arme Menschen hungern zu lassen, anstatt dass sie hier mal über die 900.000 Menschen in reden die so fucking reich sind, dass sie auch nichts mehr zum BIP beitragen. Anstatt dass sie sich die Zeit nehmen und mal schauen wir viel an Steuern vermeidet und hinterzogen wird in diesem Land, schießen sie hier mit auf die Schwächsten. Klar gibt es da Betrug, aber der ist in keinster Weise zu vergleichen mit dem Geld was flöhten get an anderer Stelle zum Beispiel bei den Überreichen.

    Antworten (1)
    • Ulli 29.07.2025, 11:01 Uhr

      Es spricht nichts dagegen, wenn du eine Familie mit 4-6 Kindern bei dir aufnimmst. Natürlich übernimmst du alle anfallenden Kosten. Ich bin nicht beim ÖRR beschäftigt und weise deinen Vorwurf der ÖRR würde rechte Hetze betreiben, entschieden zurück.

  • 20 Marion 29.07.2025, 10:16 Uhr

    Es ist richtig viele osteuropäischen Menschen nutzen unser System aus. Ich kenne ganz viele die ihr Geld in ihre Heimat schicken um sich dort Häuser kaufen. Davon gehen kaum welche Arbeiten und wir werden noch ausgelacht unsere Kassen sind leer. Nur noch Sachleistungen und bezahl Karten und vor allem. Die sollen Arbeiten Und nicht wir bis 70 und dann am besten Tod umfallen. Damit das Sozialschmarotzer an den Kragen geht.

  • 19 Astrid Bielecki 29.07.2025, 09:55 Uhr

    Ich finde das Problem, für sehr schlimm. Da,die Menschen hier Hilfe suchen. Es ist ein Vertrauensmissbrauch. Es werden alle Hilfesuchenden,jetzt unter Generalverdacht gestellt. Das ist für mich sehr schlimm,da ich schwer erkrankt bin und auch aufstockend Hilfe erhalte. Ich möchte nicht wegen sowas in Verdacht geraten. Es stimmt durch Steuern die unterschlagen werden,wird eine viel größere Zahl an Betrug geschaffen.Es ist um ein Vielfaches mehr an Summe. Vertrauensmissbrauch bleibt Vertrauensmissbrauch.

  • 18 Jap 29.07.2025, 08:35 Uhr

    Das Problem ist gering. Wie oft noch? Uns gehen so virle Steuetn durch die Reichen flöten und die Medien hetzen lieber gegen Bürgergeldenpfänger. Die Petition für die Vermägenssteuer läuft aktuell noch. Bitte auf der Eeite vom Bundestag unterschreiben.

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