Deutsche arbeiten weniger als andere?

Aktuelle Stunde 18.05.2025 27:37 Min. Verfügbar bis 18.05.2027 WDR Von Claudia Beucker

So viel arbeiten die Deutschen: Ein Vergleich in Grafiken

Stand:

Arbeiten die Menschen in Deutschland mehr oder weniger als die europäischen Nachbarn? Männer mehr als Frauen? Junge weniger als Alte? Ein Vergleich.

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Die Deutschen sollen wieder mehr arbeiten - das verlangte Bundeskanzler Merz in dieser Woche von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in seiner ersten Regierungserklärung. Sonst lasse sich der Wohlstand nicht halten. Doch wo steht Deutschland wirklich im Vergleich mit anderen EU-Ländern? Wir haben auf die Zahlen geschaut.

Durchschnittliche Arbeitszeit sinkt

Tatsächlich gibt es bei der durchschnittlichen Arbeitszeit der Deutschen offenbar Luft nach oben. Nach Zahlen des EU-eigenen Statistik-Portals "Eurostat" lag die durchschnittliche Wochenarbeitszeit im Jahr 2024 bei 34,8 Stunden. Zehn Jahre zuvor hatten die Deutschen im Schnitt noch eine halbe Stunde länger gearbeitet (35,3 Stunden). Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit in der EU lag im vergangenen Jahr weit über dem deutschen Durchschnitt: bei 37 Stunden pro Woche.

Auch der direkte Vergleich hält einige Überraschungen bereit: So sind zum Beispiel Arbeiterinnen und Arbeiter in Griechenland - statistisch - die fleißigsten in der Eurozone. Im vergangenen Jahr leisteten sie wöchentlich stolze 41 Arbeitsstunden - rund sechs Stunden mehr als ihre deutschen Kolleginnen und Kollegen. Deutschland landet auf dem drittletzten Platz.

Viele Teilzeitbeschäftigte drücken auf die Statistik

Doch der drittletzte Platz im Ranking für Deutschland in dieser Statistik liegt vor allem daran, dass die Arbeitsstunden von Menschen in Voll- und Teilzeit in eine gemeinsame Tabelle eingeflossen sind. Aber: Im europäischen Vergleich arbeiten in Deutschland vergleichsweise viel mehr Menschen in Teilzeit. Und das verzerrt das Ergebnis.

Tatsächlich sieht die Statistik erheblich weniger dramatisch aus, wenn man nur auf die Vollzeitbeschäftigten blickt: Dort liegt Deutschland bei einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 40,2 Stunden im europäischen Mittelfeld.

Auch bei einem Vergleich der Arbeitszeiten zwischen Männern und Frauen ist der Teilzeit-Effekt deutlich zu erkennen. Weil erheblich mehr Frauen als Männer in Teilzeit arbeiten - meist weil sie sich hauptsächlich um Kinder kümmern - arbeiten sie zwar durchschnittlich weniger als Männer. Falls sie aber einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen, ist bei der Arbeitszeit kaum noch ein Unterschied zwischen den Geschlechtern zu erkennen.

Junge Menschen arbeiten etwas weniger

Der sogenannten "Generation Z" wird häufig nachgesagt, dass sie vor allem an einer guten "Work-Life-Balance" interessiert sei. Unfreundlich ausgedrückt: Sie möchte nicht mehr so hart arbeiten wie ihre Väter und Mütter. Tatsächlich liegen nach den Daten von "Eurostat" sowohl in Voll- als auch in Teilzeit die Arbeitszeiten von jungen Menschen zwischen 15 und 34 Jahren leicht unter den Werten der älteren Generation.

Unsere Quellen:

  • Daten von Eurostat
  • Nachrichtenagentur KNA

Kommentare zum Thema

37 Kommentare

  • 37 Schlaumeier 20.05.2025, 08:37 Uhr

    Was ist mit Sorgearbeit, zählt wohl nicht.....

  • 36 Steffie 20.05.2025, 08:27 Uhr

    Warum geht es hier um die Teilzeitarbeiter. Legt doch mal die Personenzahlen ohne Arbeit offen. In Teilzeit kann sowohl eine Arbeitzeit von 39 Wochenstunden als auch 20 oder bloß 3 Stunden vereinbart werden. Das ist aus meinen Augen ebenso eine gefälschte Statistik wie die Andere.

  • 35 Peter 20.05.2025, 07:36 Uhr

    Mich hätte mal interessiert, wie viele Überstunden der tollen Statistik gegenüber stehen. Denn wenn ich mich richtig erinnere, sollen zwar immer die offiziellen Wochenstunden geringer werden, allerdings wären die geleisteten Überstunden als Äquivalent eine sehr relevante Information.

  • 34 Jack 20.05.2025, 06:45 Uhr

    Dafür findet man keine Worte. Einen erheblichen Anteil haben auch die Menister, Abgeordnete und was in den oberen Reihen noch so gibt. Sie arbeiten am wenigsten. Und bekommen das dicke Gehalt. Der kleine Mann fällt sowieso immer hinten runter. Menschen die Arbeiten gehen sollen noch länger arbeiten da stimmt etwas nicht. Heute arbeiten die meisten Menschen hart bis zur Rente. Wo das Rentenalter immer weiter noch oben gesetzt wird. Aber mit bedacht. So kann man auch Rentenbeiträge sparen. Da viele sie garnicht erleben, weil sie vorzeitig von uns gehen. Bevor sie ihre Rente in Anspruch nehmen können. Von wegen in Deutschland werden die Menschen immer älter. Ich sage sie werden immer kränker da sie sich mit so langer Arbeit kaputt machen.

  • 33 Alex 19.05.2025, 23:39 Uhr

    15-34 ist auch eine interessante Reichweite bei der Erhebung. Wurden etwa auch Schüler befragt? Studenten, die einen Nebenjob wahrnehmen, fallen diese auch in die Statistik? Das kann das Ergebnis ordentlich verfälschen und macht den Eindruck als würde das stimmen, was über die "Generation Z" behauptet wird.

  • 32 Der Lange 19.05.2025, 23:06 Uhr

    Statistiken muss man auch lesen können. Schauen wir uns Griechenland an fällt auf das dort noch viele klassische Hausfrauen existieren, die keiner Lohnarbeit nachgehen. Viele der Männer arbeiten hingegen 40 Stunden. In Deutschland Arbeit die Männer ebenfalls 40 Stunden nur arbeiten hier inzwischen auch immer mehr Frauen, die, da sie häufig auch noch Carearbeit leisten, haben des öfteren Jobs mit 20-30 Stunden. Obwohl in Deutschland also mehr Menschen arbeiten, sorgen die Teilzeitstellen für einen niedrigeren Durchschnitt. Wenn man die Statistik aufmotzen will hören am besten alle auf zu arbeiten, nur Merz nicht, der macht 60 Stunden. Und schon sind wir das fleißigste Volk der Welt.

  • 31 Der Willy 19.05.2025, 22:52 Uhr

    Interessant, dass es dort in der gesamt Statistik nirgendwo steht ob nur Berufstätige in die Befragung/ Statistik eingeflossen sind. Denn in den anderen Vergleichen, wo es um die Arbeitsstunden gar nicht so schlecht Aussieht wurde ja tatsächlich nur Bezug genommen ob Teilzeit oder Vollzeit... Habe mir aus Spaß zum Vergleich die Sozialleistungen in Europa angeschaut, sehr identisch die Tabelle, nur Deutschland ist da auf Platz 3 von vorne...

  • 30 Sniper 19.05.2025, 22:23 Uhr

    Ja was soll ich sagen mit normaler Arbeitszeit von 44 Stunden in der Woche. Auch gern mal mit 60 Stunden wenn der AG es so will. Augen auf bei der Berufswahl! Aber das angeblich soo wenig in D. gearbeitet wird ist schwer vorstellbar. Bei Politikern, ja. Aber wer sich die Hände dreckig machen muss? Wer sich von der Arbeit sich und die Familie ernähen muss ?? Wo der Staat immer und sofort in die Taschen derjenigen greift die mehr machen (müssen)!!! Einfach lachhaft und völlig an den Warheiten der hart arbeitendn Menschen vorbei. Und nichts anderes ist die Warheit hier in Deutschland!

  • 29 microdeluxe 19.05.2025, 20:45 Uhr

    Schöne Statistik ... Ohne Wertung! Meine Arbeitszeit als Schulhausmeister beträgt 46,75 Stunden - und das inklusive Bereitschaftstunden vor Ort. 35 Stunden hätte ich gerne ... Ein Traum ...

  • 28 Manuela 19.05.2025, 20:18 Uhr

    1. Zieht bitte auch den Anteil der Arbeitenden im Erwerbsfähigen Alter hinzu. 2. Mein Arbeitgeber reduziertvgerade kollektiv unsere Arbeitszeit, weil er sparen muss. Wir müssen weniger arbeiten, ob wir wollen oder nicht. 3. Werden jetzt immer mehr Leute in Teilzeit müssen, weil entweder die Kinderbetreuung nicht gewährleistet ist, oder die Versorgung ihrer alternden Babyboomereltern durch Pflegenotstand nicht gesichert ist. An den letzten beiden Punkten darf Herr Merz dann mal anfangen.

  • 27 Rene 19.05.2025, 19:06 Uhr

    Typischer unsinn wie immer. Da machen irgendwelche Leute Statistiken die einfach irgendwas zusammenzählen was nicht der Realität entspricht. Ob es der Schmarrn hier ist, der Durchschnittslohn, die Arbeitslosenzahlen oder sonst was. Das dafür Personen bezahlt werden um solche falschen Zahlen zu errechnen ist das einzige was falsch läuft in Deutschland und nicht die Arbeitszeiten. Und wenn dann ein Bundeskanzler so einen Unsinn weiter verbreitet ist schon erbärmlich genug.

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