Die Strauchmargerite (botanisch Argyranthemum frutescens) stammt ursprünglich von den Kanarischen Inseln, wo sie unter milden, sonnigen Bedingungen als mehrjähriger Halbstrauch wächst. In Mitteleuropa wird sie hingegen meist als einjährige, weil frostempfindliche Kübelpflanze kultiviert. Von Frühling bis in den Herbst hinein leuchten ihre weißen, gelben oder rosafarbenen Blütenköpfe.
Züchtende haben längst in mühsamer Kreuzungsarbeit die schönsten Formen und Farben selektiert, sodass aus der einstmals weißen, etwas sparrig wachsenden Wildform Sorten in zarten Farben mit gefälligen Wuchsformen entstanden sind, die auch viel länger blühen als in der freien Natur .
Margeritenbäumchen
Strauchmargeriten mit ihrem buschigen bis halbstämmigen Wuchs werden häufig als kleine "Bäumchen" angeboten, bei denen ein verholzter Stamm eine dichte Blütenkrone trägt. Diese Form ist nicht nur dekorativ, sondern auch praktisch für die Gestaltung strukturierter Pflanzarrangements. Die Blätter sind fein gefiedert und meist graugrün – in einem schönen Kontrast zu den leuchtenden Blüten.
Hochstämmchen entstehen, indem während des Wuchses permanent die untersten Nebenzweige und Blätter entfernt werden. So wird die Pflanze nach oben gezwungen und erst, wenn die gewünschte Höhe erreicht ist, wir die Spitze entfernt, damit sich eine dichte Krone bilden kann.
Pflege
In ihrer kanarischen Heimat besiedelt die Strauchmargerite in tieferen Lagen auch Plätze mit ausgesprochen schlechten Böden. Doch damit die Zuchtformen auch wirklich Höchstleistungen in Sachen Blüte erbringen können, sollte man sich bei der Pflege ein wenig Mühe geben: ein sonniger Standort, durchlässige, nährstoffreiche Erde und regelmäßiges Gießen ist wichtig, da die Pflanze weder Trockenheit noch Staunässe gut verträgt. Regelmäßiges Düngen während der Wachstumsphase unterstützt die kontinuierliche Blütenbildung. Rückschnitt fördert die Verzweigung und sorgt so für eine kompakte Wuchsform.
Da Strauchmargeriten im Gegensatz zu den heimischen Wiesenmargeriten (Leucanthemum vulgare) nicht winterhart sind, müssen sie bei Temperaturen um die 5 Grad frostfrei überwintert werden - idealerweise hell und kühl. Der Aufwand lohnt sich, denn sie werden von Jahr zu Jahr größer und schöner.
Symbolik
Neben ihrer gärtnerischen Bedeutung besitzt die Strauchmargerite wie auch andere Margeriten-Arten eine symbolische Bedeutung. Sie gelten in vielen europäischen Kulturen als Symbol für Reinheit, Unschuld und natürliche Schönheit. Diese Symbolik lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen, wo Korbblütler häufig mit Sonne und Lebensfreude assoziiert wurden. Besonders im viktorianischen England hatten Blumen eine eigene "Sprache" und Margeriten standen dort für Loyalität und ehrliche Zuneigung.
Kombination mit anderen Pflanzen
Schöne Kombinationspartner für Strauchmargariten auf dem sonnigen Balkon sind Lavendel, Oleander oder auch Geranien – mit ihnen wird ein südliches Flair erschaffen. Geranien und Strauchmargeriten haben sehr ähnliche Pflegeansprüche. Oleander allerdings wächst natürlicherweise in Flussauen und benötigt deutlich mehr Feuchtigkeit – er freut sich sogar über dauerhafte Wassergaben im Untersetzer und sollte daher besser in einem eigenen Topf gehalten werden.
Autor: Anja Koenzen
Redaktion: Iris Möller-Grätz
Service Garten ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort freitags zwischen 11.04 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.