Maiglöckchen

Service Garten Maiglöckchen – duftende Schönheit im Mai

Das Maiglöckchen, botanisch Convallaria majalis, gehört zu den beliebtesten Frühlingsblumen und wird gern als kleines Sträußchen verschenkt. Die Pflanze gilt als das Symbol des Monats Mai.

Wild darf es nicht gepflückt werden, denn das Maiglöckchen steht unter Naturschutz - im eigenen Garten dagegen kann man es ansiedeln und dort dann auch pflücken. Am besten Handschuhe anziehen oder nach dem Pflücken die Hände waschen, denn die Pflanze ist in allen Teilen giftig.

Gärtnerisch zählt das Maiglöckchen zu den klassischen Wald- und Schattenstauden. Es bevorzugt humose, leicht feuchte Böden in halbschattigen bis schattigen Lagen und eignet sich besonders für naturnahe Gehölzränder, Unterpflanzungen oder beschattete Gartenpartien.

Die Pflanze verbreitet sich über unterirdische Rhizome und kann über die Jahre dichte Teppiche bilden. Sie ist robust, winterhart und kann sich an unterschiedliche Böden anpassen, solange keine Staunässe entsteht. Besonders gut gedeiht sie in lockeren Laubhumusböden mit ausreichender Frühjahrsfeuchtigkeit.

Kulturelle Bedeutung des Maiglöckchens

Die kleinen weißen Glockenblüten, der intensive Duft und die symbolische Verbindung mit Reinheit, Liebe und Neubeginn haben die Pflanze seit Jahrhunderten in Kunst, Gartenkultur und früher auch in der Volksmedizin verankert. Vor allem im 19. Jahrhundert wurde die Pflanze ein beliebtes Motiv der Romantik. Ihre intensive Duftwirkung machte sie zudem zu einer klassischen Schnittblume.

Eine ausgeprägte kulturelle Bedeutung besitzt das Maiglöckchen in Frankreich. Dort wird am 1. Mai traditionell ein kleiner Strauß Maiglöckchen - muguet de mai - verschenkt. Dieser Brauch reicht bis in die Renaissance zurück und wurde im 20. Jahrhundert mit dem Tag der Arbeit verbunden. Das Verschenken des Maiglöckchens gilt in Frankreich bis heute als Glücksbringer für Gesundheit und Wohlstand. Blumenmärkte, Straßenstände und Floristen verkaufen rund um den 1. Mai Millionen kleiner Sträuße.

Auch in Großbritannien besitzt das Maiglöckchen einen hohen symbolischen Stellenwert. Dort ist die Pflanze als "Lily of the Valley" bekannt und wird traditionell mit Bescheidenheit und Rückkehr des Glücks assoziiert. In viktorianischer Zeit war sie Bestandteil zahlreicher Duftgärten und wurde häufig in Brautsträußen verwendet. Die britische Gartenkultur des 19. Jahrhunderts schätzte besonders die Eignung für schattige Waldgärten und informelle Landschaftsparks. Bis heute findet man Maiglöckchen häufig in den Gartenanlagen historischer englischer Landhäuser.

Von deutlich größerer wirtschaftlicher Bedeutung ist der Maiglöckchenduft in der Parfüm- und Kosmetikindustrie. Schon im 18. Jahrhundert entstanden in London erste Parfums auf Maiglöckchenbasis. Französische und britische Dufttraditionen entwickelten daraus später elegante Frühlings- und Hochzeitsparfüms. Natürliche Extrakte sind allerdings schwierig zu gewinnen, daher werden meist synthetische Duftstoffe verwendet.

Pflege

Gärtnerisch interessant bleibt das Maiglöckchen auch wegen seiner Anpassungsfähigkeit in naturnahen Anlagen. In Zeiten zunehmender Trockenheit wird es zwar empfindlicher gegenüber langen Sommerdürreperioden, doch an geeigneten Standorten gilt es weiterhin als robuste Schattenstaude.

Vermehrung

Maiglöckchen sind robust und vermehren sich sowohl über Samen als auch über Ausläufer. Man kann auch Wurzelstücke abschneiden und an anderen Stellen im Garten wieder einsetzen, um dort Maiglöckchen anzusiedeln.

Wer Maiglöckchen in Töpfe pflanzen möchte, nimmt Wurzelstücke und setzt sie rund zehn Zentimeter tief in die Erde. Am besten mit Kompost auffüllen. Wachsen die Pflanzen im Topf, kann man sie im Winter hereinholen und auf der Fensterbank vortreiben. Nach der Blüte können die Maiglöckchen ins Freiland ausgepflanzt werden.

Besondere Sorten

Neben den natürlichen Arten gibt es auch Zuchtformen vom Maiglöckchen, die durch besondere Blätter oder Blüten auffallen:

Rosea - rosa Maiglöckchen
Mit seinen zartrosa Blüten ist Rosea ein besonders auffälliges Maiglöckchen das rund 20 bis 30 cm groß wird

Albostriata - gestreiftes Maiglöckchen
Diese Sorte zeichnet sich durch grün-weiß gestreifte Blätter aus und blüht mit weißen, stark duftenden Blüten. Sie erreicht eine Höhe von 20 bis 25 cm und eignet sich für schattige Standorte.

Flore Pleno - gefülltes Maiglöckchen
Wie der botanische Name bereits ankündigt weist Flore Pleno gefüllte, weiße Blüten auf und wird dabei 15 bis 25 cm hoch.

Fortins Giant - riesiges Maiglöckchen
Fortins Giant wird bis zu 40 cm hoch mit ebenfalls hohen Blütenständen.

Silberconfolis - weißrandiges Maiglöckchen
Silbrig gerandete Blätter und eine Höhe von rund 25 cm machen diese Sorte besonders.

Striata – gestreiftes Maiglöckchen
Striata ist vielleicht eine der bekanntesten Sorten und wird mit gelb gestreiften Blättern rund 20 und 25 cm groß.

Krankheiten und Schädlinge

Das Maiglöckchen gehört zu den robusteren Gartenpflanzen - dennoch können Krankheiten wie Grauschimmel oder Rostpilze auftreten. Grauschimmel tritt vor allem in feuchten und warmen Frühjahrsmonaten auf und ist an gräulich-bräunlichen Flecken auf Blättern zu erkennen. Da sich die Sporen schnell über Wind und Spritzwasser verbreiten, sollte man die befallenen Teile abschneiden und im Hausmüll entsorgen.

Stehen die Maiglöckchen im Topf, sollte man beim Gießen nur den Boden und nicht die Blätter bewässern. Bei Rostpilzen gilt die gleiche Vorgehensweise. Hier kann man zusätzlich mit einem Ackerschachtelhalmsud gezielt die Blätter gestärkt werden.

Ein weiterer seltener Schädling ist ein kleiner roter Käfer, dessen Larven die Blätter von innen heraus skelettieren können. Die sechs bis acht Millimeter großen Insekten sind glänzend und knallrot. Besonders umweltfreundlich ist, die Tiere per Hand abzusammeln.

Wühlmäuse, Kaninchen oder andere größere Tiere fressen Maiglöckchen aufgrund der Giftigkeit in der Regel nicht. Doch wenn die Tiere ihre Gänge graben und dabei das Wurzelsystem freilegen, können sie so für Trockenschäden an den Pflanzen sorgen. In dem Fall die Erde im Bereich der Maiglöckchen immer wieder festtreten.

Autor: Anja Koenzen
Redaktion: Iris Möller-Grätz

Service Garten ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort freitags zwischen 11.04 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.

Service Garten: Maiglöckchen – duftende Schönheit im Mai

WDR 5 Neugier genügt - Freifläche 22.05.2026 07:23 Min. Verfügbar bis 22.05.2027 WDR 5


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