Misteln mit silberner Schleife

Service Garten Pflanzen als Geschenke

Zum Jahreswechsel schenkt man gerne Glücksbringer – dazu gehören im grünen Bereich vor allem Mistelzweige und Glücksklee. Doch auch langlebige Blütenwunder wie Christ- und Lenzrosen oder vorgetriebene Hyazinthenzwiebeln, die Farbe und Duft bringen, sind eine gute Wahl.

Zur Weihnachtszeit haben Misteln Hochkonjunktur. Viele Legenden und Mythen ranken sich um diese geheimnisvolle Pflanze. Bereits bei den Druiden soll sie unverzichtbarer Bestandteil eines Zaubertranks gewesen sein. Über der Haustür angebracht schützte sie vor bösen Geistern. Auch in der heutigen Zeit gilt die Mistel weiterhin als Glücksbringer. Aus Skandinavien und England stammt der Brauch, dass man sich unter einer Mistel küssen darf. In der Schweiz flocht man der Braut die Mistel in den Brautkranz und in der Bretagne treten Verlobte unter einen Mistelzweig.

Misteln sind immergrüne Halb-Schmarotzer, die auf Bäumen und Sträuchern wachsen. Ihre grünen Blätter enthalten Chlorophyll und können Photosynthese betreiben. Jedoch entziehen Misteln dem Baum, auf dem sie wachsen, Wasser und Mineralstoffe. Einige wenige Misteln kann in der Regel ein gesunder Baum gut verkraften. Werden es jedoch zu viele "Untermieter" oder ist der Baum aufgrund seines Standorts bereits gestresst, sollte man die Misteln besser entfernen, um den Baum nicht zusätzlich zu belasten.

Misteln breiten sich in den letzten Jahren immer mehr aus. In Gärten oder auf Streuobstwiesen ist das "Ernten" von Misteln in Abstimmung mit dem Bewirtschafter ebenfalls unproblematisch. Die Pflanzen können 70 Jahre alt werden. Jährlich kommt eine Gabelung an der Sprossachse hinzu, wodurch man das Alter der Mistel leicht bestimmen kann. In Naturschutzgebieten ist das Sammeln nicht erlaubt.

Wer eine Mistel in seinem Garten ansiedeln möchte, kann das mit etwas Glück erreichen. Ideal ist es, wenn man weiß, auf welcher Baumart die Mistel, von der man die Beeren entnimmt, gesessen hat. Als Wirt dann einen möglichst alten Baum derselben Art nehmen. Die Rinde einritzen, einige Beeren hinein quetschen und mit etwas Bast vor Vogelfraß schützen. Man kann auch die Mistelbeeren mit den Fingern zerquetschen und mit ihrem schleimigen Saft einfach auf den Ast "kleben".

Misteln mögen eine höhere Luftfeuchtigkeit und siedeln sich daher gerne in Flusstälern an.

Kleiner Blumentopf mit vierblättrigem Klee

Glücksklee zum Jahreswechsel

Man benötigt jede Menge Glück oder Geduld, um ein vierblättriges Kleeblatt auf der Wiese zu finden. Nur eines von etwa Tausend dreiblättrigen Kleeblättern des Weißklees (Trifolium) ist vierblättrig. Wer ein solches Glückskleeblatt verschenkt, zeigt damit, wie wichtig ihm die beschenkte Person ist. Je nach Lesart kann jedes Blatt nacheinander für einen positiven Bereich im Leben (Liebe, Gesundheit, Ruhm, Reichtum) stehen. Findige Gärtner halfen daher nach und kultivieren seit 200 Jahren eine Pflanze, die naturgemäß immer vierblättrige Kleeblätter ausbildet. Dieser "Glücksklee" mit vier Blättern stammt ursprünglich aus Mexiko und gehört botanisch betrachtet zu der weiter entfernten Gattung des Sauerklees (Oxalis tetraphylla). Sauerklee bildet kleine Zwiebeln aus und blüht mit fünfzähligen Blüten zwischen Juni und Oktober in rosa oder je nach Sorte auch in weiß. Er ist nicht sonderlich winterhart und sollte daher sicherheitshalber im Haus überwintert werden.

Je kühler das Zimmer, desto stabiler die Pflanzen. Regelmäßiges Gießen ohne Staunässe und leichte Düngegaben bescheren der Pflanze ein langes Leben. Ab Ende Mai kann die Glückspflanze draußen an einem windgeschützten Standort stehen. Damit die Pflanzen sich nicht verausgaben, benötigen sie eine achtwöchige Ruhepause. Diese kann im März/April erfolgen oder im Oktober/November. Einfach die Pflanzen an einen kühlen, dunklen Platz stellen und nicht mehr gießen. Das Laub vergilbt und kann abgeschnitten werden, wenn es vollständig eingetrocknet ist.

Nach der Ruhephase ins warme Zimmer (oder ins Freiland ab Mai) bringen und vorsichtig mit dem Gießen beginnen. Die Pflanzen treiben bei 18 bis 20 Grad und gleichmäßiger Bodenfeuchte wieder neu aus und sind ein Blickfang zu Sylvester.

Weisse Hyazinthen

Hyazinthen – Duft und Farbe für das Zimmer

Ein Hauch von Frühling erzeugt man mit vorgezogenen Hyazinthen – sie sorgen nicht nur für Farbe sondern auch für einen immensen Duft. Wer es sich einfach machen möchte, kauft vorgezogene Hyazinthen als Topfpflanzen, die in kleinen Töpfen gefüllt mit Erde angeboten werden. Eine andere Möglichkeit ist die Tradition der Treiberei im Wasserglas, bei dem man sich zusätzlich an dem Spektakel des enormen Wurzelwachstums erfreuen kann. Unabhängig von der Methode der Vortreiberei kann jede Hyazinthe später in den Garten oder in den Balkonkasten gesetzt werden und kommt jedes Jahr aufs Neue im Frühling zu Blüte.

Perfekt für die Wassertreiberei sind spezielle Hyazinthengläser. Diese sehen aus wie kleine Vasen, die der Zwiebel oben Halt geben und unten viel Platz für das Längenwachstum der Wurzeln bieten. Hierfür am besten erst das Wasser abkochen und abkühlen lassen und dann in die Gläser füllen. Die Zwiebel darüber setzen, so dass sich der Zwiebelboden knapp über dem Wasser befindet. Sie dürfen nicht ins Wasser ragen, da sie sonst zu faulen beginnen können. Die Gläser zunächst kühl (etwa fünf bis neun Grad) und dunkel stellen und auf ein kräftiges Wurzelwachstum warten.

Danach die Gläser hell, aber immer noch kühl, stellen und mit sogenannten Antriebshütchen vor zu viel Licht schützen. Wenn aus der Zwiebel das Grün treibt, kann der Belichtungsschutz entfernt werden. Nach rund acht Wochen erscheinen die Blüten und damit jede Menge Farbe und Duft.

Weiße Christrosen mit Raureif in einem Körbchen

Christrosen – üppige Blütenfülle für Balkon und Garten

Wer blühende Pflanzen schenken möchte, an denen man viele Jahre Freude hat, der kommt an Christrosen (Helleborus niger) und ihren Verwandten aus der Gattung der Nieswurze (Helleborus) nicht vorbei. Bis März öffnen sich immer neue Schalenblüten, die oftmals bis in den Mai hinein attraktiv bleiben. Nur wenige Gartenpflanzen können mit einer so reichhaltigen und lang andauernden Blütenfülle auftrumpfen. Die vielen europäischen und kleinasiatischen Wildformen der Gattung Helleborus lassen sich nahezu alle miteinander kreuzen. Dementsprechend groß ist die Sortenvielfalt mit ihren vielen Blütenfarben und -formen. Es gibt sowohl gefüllte, gepunktete als auch gestreifte Blüten. Die Blütenköpfe bei den Wildformen neigen sich aus Gründen des Wetterschutzes nach unten – so können Schnee und Regen den Staubgefäßen nichts anhaben. Doch Züchter haben jahrelang mit Erfolg daran gearbeitet, dass sich die Blüten dem Betrachter entgegenrecken.

Ideal für alle Christ- und Lenzrosen ist ein halbschattiger geschützter Standort und kalkhaltiger Boden. Sollen die Pflanzen auf Balkon oder Terrasse wachsen, brauchen sie einen ausreichend großen Topf, um ihre langen Wurzeln genügend Platz zu geben.
Nicht alle Neuzüchtungen sind langlebig! Während die klassische Christrose (Helleborus niger) wie auch die Lenzrosen (Helleborus orientalis) mehrere Jahrzehnte alt werden können, gibt es auch kurzlebigere Arten wie die stammbildende Korsische Nieswurz (Helleborus argutifolius) oder auch die Palmblatt-Nieswurz (Helleborus foetidus). Wer eine langlebige Pflanze sucht, sollte beim Einkauf darauf achten.

Autorin: Anja Koenzen
Redaktion: Iris Möller-Grätz

Service Garten ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort freitags zwischen 11.04 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.

Service Garten – Pflanzen als Geschenke

WDR 5 Neugier genügt - Freifläche 12.12.2025 05:45 Min. Verfügbar bis 12.12.2026 WDR 5


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