Was als Microgreens oder als besondere Kresse-Sorten im Handel angeboten werden, sind in der Regel die zarten Jungpflanzen von Radieschen, Rettich oder anderem Gemüse, Kräutern und Salaten.
Der Riesenvorteil beim Anbau ist die kurze Dauer von der Aussaat bis zur Ernte und der geringe Lichtbedarf. Selbst im lichtschwachen Winter gelingt die Anzucht erfolgreich auf der Fensterbank.
Microgreens lassen sich schon nach kurzer Zeit ernten.
Sie besitzen oft bis zu vier Mal mehr Vitamine und Mineralstoffe als ihre ausgewachsenen Geschwister. Manchmal werden sie auch als Mikrogemüse oder Grünkraut bezeichnet. Das bekannteste Grünkraut ist die Gartenkresse.
Man kann aber auch Rauke, Radieschen, Rettich, Sonnenblumenkerne, Rotkohl, Rote Bete, Asia-Salate, Brokkoli und vieles mehr als Microgreens anziehen. Am besten geeignet sind Pflanzen, die schnell keimen und wachsen.
Die meisten Grünkrautarten schmecken scharf würzig und eignen sich gut auf Broten, Tomaten, Eiern oder im Salat. Es gibt aber auch Sorten wie Melisse- und Atsinakresse, die süßlich schmecken und sich für Desserts eignen, aber auch für Cocktails oder sogar Fischgerichte.
Sogar die Jungpflanzen von speziellen Bäumen können als Microgreens auf den Teller kommen wie die "Tahoon Cress". Der Samen stammt von einem Baum aus dem Himalaya, der dort traditionell lokale Gerichte mit seinem nussigen Geschmack bereichert.
Tipp: Nicht geeignet sind Samen von Nachtschattengewächsen wie Chili, Paprika, Tomate, Kartoffel!
Anbau von Microgreens
Microgreens wachsen in Erde, auf Küchenkrepp oder Watte. Die Samen möglichst gleichmäßig aussäen und feucht halten (am besten mit Haube als Verdunstungsschutz). Mittlerweile gibt es sogar vorbereitete Saatgut-Pads, die man lediglich befeuchten muss.
Das Saatgut mindestens einmal am Tag gießen. Würden die Samen austrocknen, könnte die Samenhülle an der Spitze der späteren Pflanzen festkleben oder der Keimvorgang unterbrechen oder sogar komplett abbrechen.
Viele Sorten Grünkraut keimen bereits nach einem Tag und können nach etwa fünf bis zehn Tagen geerntet werden. Erntezeitpunkt ist, wenn sich nach den ersten beiden Keimblättern sich das erste richtige Blattpaar, oder auch mehrere entwickelt haben.
Autorin: Anja Koenzen
Redaktion: Iris Möller-Grätz
Service Garten ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort freitags zwischen 11.04 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.