Besonders der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist dabei weit verbreitet und geschätzt, doch auch andere Arten wie der Rote Holunder (Sambucus racemosa) oder Ziersorten mit dunklen oder weiß-grünem Laub bereichern unsere Gärten.
Anspruchslos und pflegeleicht
Holunder ist ein anspruchsloser, robust wachsender Strauch, der in nahezu jedem Boden gedeiht, solange dieser nicht zu trocken ist. Er bevorzugt halbschattige bis sonnige Standorte und kann Höhen von bis zu sieben Metern erreichen. Durch seine starke Regenerationsfähigkeit eignet er sich gut für naturnahe Pflanzungen, Hecken und Streuobstbereiche.
Holunder hat neben seinem hohen ökologischen Wert auch einen großen Zierwert. Die im Frühsommer erscheinenden, rahmweißen Blütendolden verströmen einen intensiven Duft und ziehen Insekten in großer Zahl an. Einige Ziersorten bilden rosa-pinke Blüten aus. Im Spätsommer und Frühherbst sind die glänzenden Beeren ein wichtiger Nahrungslieferant für Vögel – und für uns Menschen eine prima Vitamin- und Antioxidantienquelle.
Ziersorten
Neben den wildtypischen Formen gibt es mittlerweile zahlreiche Zuchtformen, die den Holunder auch für moderne Gärten interessant machen. Besonders auffällig sind Sorten mit farbigem oder fein geschlitztem Laub wie Sambucus nigra 'Black Lace' (dunkelrot bis schwarzlaubig mit filigranen Blättern) oder Sambucus nigra 'Aurea' (goldgelbes Laub) – andere Sorten haben weiß-grün panaschierte Blätter.
Alle kombinieren den Naturcharakter des Holunders mit einem dekorativen Erscheinungsbild und eignen sich sowohl als Solitärpflanzen als auch in gemischten Blütenhecken. Durch gezielten Schnitt lässt sich die Wuchsform gut kontrollieren, sodass Holunder sowohl in großen Gärten als auch in kleineren Anlagen einsetzbar ist.
Kulinarik
In der Küche bieten alle Holunderarten und -sorten eine beeindruckende Vielfalt an Verwendungsmöglichkeiten. Die duftenden Blüten werden traditionell zu Holunderblütensirup, Gelee oder zu dem beliebten "Hollerküchle" verarbeitet, bei dem die Dolden in Teig getaucht und ausgebacken werden. Die reifen, klassisch dunkelvioletten bzw. roten Beeren des Roten Holunders eignen sich zur Herstellung von Saft, Mus, Marmelade oder Likör.
Roh sollten sie jedoch nicht verzehrt werden, da sie leicht giftige Stoffe enthalten, die beim Erhitzen zerfallen. Holundersaft gilt als klassisches Hausmittel gegen Erkältungen, da er reich an Vitamin C und antioxidativen Anthocyanen ist. Auch in der modernen Gastronomie findet der Holunder zunehmend Beachtung – als aromatische Zutat in Cocktails, Desserts oder herzhaften Gerichten.
Autorinen: Anja Koenzen und Anja Friehoff
Redaktion: Iris Möller-Grätz
Service Garten ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort freitags zwischen 11.04 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.