Die weißen Blüten des echten Jasmins.

Service Garten Der Duft von Jasmin

Pflanzen mit Jasminduft betören im Zimmer, im Garten oder auf der Terrasse. Doch welche davon sind besonders empfehlenswert? Anja Koenzen verrät ihre Tipps und Tricks.

Der Jasmin ist eine der bekanntesten Duftpflanzen weltweit. Sein süßer, exotischer Duft weckt Erinnerungen an laue Sommernächte und ferne Länder. Doch nicht alles, was nach Jasmin duftet oder so heißt, ist auch echter Jasmin.

In der Welt der Gartenpflanzen ist die Bezeichnung "Jasmin" oft irreführend. Viele Pflanzen, die ähnlich riechen oder aussehen, gehören botanisch betrachtet zu ganz anderen Familien. Ob echter Jasmin, falscher Jasmin, der charmante Sternjasmin oder andere Duftpflanzen – sie alle tragen auf ihre Weise zur sinnlichen Atmosphäre im Garten bei.

Die Geschichte des echten Jasmins (Jasminum officinale)

Der echte Jasmin gehört zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) und stammt ursprünglich aus dem Himalaya. Er wurde schon in der Antike von indischen, persischen und chinesischen Kulturen kultiviert. Von dort gelangte er über Persien nach Ägypten und schließlich in den Mittelmeerraum.

Im mittelalterlichen Arabien galt der Jasminduft als Inbegriff von Schönheit und wurde mit Liebe, Verführung und Reinheit verbunden. In der arabischen Dichtung und Parfümkunst spielte Jasmin eine zentrale Rolle.

Die weißen Blüten des echten Jasmins.

Das Merkmal des echten Jasmins: fünf schmale, weiße Blütenblätter.

In Indien ist Jasmin bis heute eine heilige Pflanze – Tempel werden mit Jasminblüten geschmückt, und Bräute tragen Jasmin in ihrem Haarschmuck. In der traditionellen ayurvedischen Medizin wird Jasmin wegen seiner beruhigenden und harmonisierenden Wirkung geschätzt.

Auch in China war Jasmin früh bekannt. Dort entwickelte sich der berühmte Jasmintee, bei dem Grün- oder Weißtee mit frischen Jasminblüten aromatisiert wird. Besonders zur Zeit der Song-Dynastie (10.–13. Jh.) galt dieser Tee als edles Getränk, das am kaiserlichen Hof und bei Gelehrten beliebt war.

In Europa wurde der Jasmin erst im Spätmittelalter bekannt, doch im Barockzeitalter erlebte er einen kulturellen Höhepunkt. Im Frankreich des 17. und 18. Jahrhunderts war Jasmin ein begehrter Bestandteil luxuriöser Parfüms. In Grasse, dem Zentrum der französischen Parfümherstellung, gehört Jasmin (neben Rose und Orangenblüte) zu den klassischen Grundstoffen der Parfümerie.

Zahlreiche Persönlichkeiten der Kulturgeschichte liebten den Jasminduft. Napoleon Bonaparte bevorzugte Jasminessenzen in seinen persönlichen Parfüms. Kaiserin Joséphine, seine Frau, ließ im Garten von Schloss Malmaison unzählige Jasminpflanzen pflanzen. Auch Coco Chanel, die Gründerin des berühmten Modehauses, ließ sich für einige ihrer Parfums von Jasmin inspirieren.

Pflegetippps zu echtem Jasmin (Jasminum officinale)

In unseren Breiten ist er meist nur in milden Regionen winterhart. Hier eignet er sich hervorragend als Kletterpflanze an Pergolen oder Hauswänden, wo er mit Unterstützung in die Höhe wachsen kann. In den kälteren Regionen Deutschlands sollte er im Topf gehalten und frostfrei überwintert werden.

Tipp: Der echte Jasmin ist eine tolle Pflanze gerade auch für Berufstätige – denn seine kleinen, weißen, sternförmigen Blüten verströmen besonders abends den intensiven Duft.

Falscher Jasmin (Philadelphus coronarius)

Die weißen Blüten des falschen Jasmins.

Die Blüten des falschen Jasmins stehen in dichten Büscheln zusammen.

Beim falschen Jasmin, auch Bauernjasmin genannt, handelt es sich um einen Strauch aus der Familie der Hortensiengewächse (Hydrangeaceae). Obwohl er mit dem echten Jasmin nicht verwandt ist, verdankt er seinen Namen dem ähnlichen Duft seiner cremeweißen Blüten.

Der Bauernjasmin ist robust, pflegeleicht und winterhart – eine gute Wahl für freiwachsende Hecken oder auch als alleinstehender Solitär im Garten. Während der Blütezeit im späten Frühjahr oder Frühsommer ist er eine wahre Duftwolke.

Sternjasmin (Trachelospermum)

Die weißen Blüten des Sternjasmins.

Der Sternjasmin ist an den leicht spiralförmig verdrehten Blütenblättern gut zu erkennen.

Eine weitere Pflanze, die in dieser Liste nicht fehlen darf, ist der Sternjasmin oder immergrüner Jasmin genannt. Botanisch gehört Trachelospermum zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Trotz seines Namens ist auch er kein echter Jasmin. Doch sein lieblicher Duft und die sternförmigen, weißen Blüten erinnern stark an den echten Jasmin.

Der große Vorteil des Sternjasmins ist seine immergrüne Belaubung und seine hervorragende Eignung als Kletterpflanze für sonnige bis halbschattige Standorte, wobei er keine Mittagssonne mag.

In milden Regionen kann er ganzjährig im Freien stehen, denn er ist bis ca. minus 10 °C Grad frostfest. In kühleren Gegenden empfiehlt sich die Haltung im Topf mit frostfreiem Überwinterungsquartier.

Autorin: Anja Koenzen
Redaktion: Iris Möller-Grätz

Service Garten ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort freitags zwischen 11.04 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.

Service Garten – Der Duft von Jasmin

WDR 5 Neugier genügt - Freifläche 27.06.2025 06:44 Min. Verfügbar bis 27.06.2026 WDR 5


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