Zutaten (ca. 8 große oder 16 kleine Exemplare)
250 g Weizenmehl (Type 405)
1 EL Kartoffelstärke
100 g Butter (zimmerwarm)
70 g Zucker
2 Eier (Größe M)
100 ml Milch
1/2 Päckchen Weinsteinsäure-Backpulver
2 Päckchen Bourbon-Vanillezucker
1 Prise Salz
Glasur
150 g Puderzucker
1 Zitrone (Saft)
150 g Kuvertüre
Dekoration (nach Geschmack)
Bunte Schokolinsen
Geröstete Mandelblättchen
Zubereitung
Die Butter in eine Schüssel geben. Mit Zucker, Vanillezucker und einer Fingerspitze voll Salz würzen. Die Masse mit einem Rührgerät gründlich aufschlagen. Die beiden Eier nacheinander unterrühren.
Mehl, Stärke und Backpulver in eine Schüssel sieben. Die trockenen Zutaten abwechselnd mit der Milch unter das Butter-Zucker-Gemisch heben, bis ein glatter – nicht zu flüssiger –Teig entsteht.
Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Ofen auf 170 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Den Teig in einen Spritzbeutel mit großer glatter Tülle füllen und kleine Hügel mit Abstand aufspritzen. Die Spitzen mit einer angefeuchteten Palette etwas glätten. Die Amerikaner für circa 15 Minuten auf mittlerem Einschub backen. Bei ungleichmäßiger Bräunung das Blech einmal drehen. Die Amerikaner nach dem Backen auf einem Kuchengitter vollständig abkühlen lassen.
Die Kuvertüre in einem Wasserbad schmelzen. Den Puderzucker mit Zitronensaft verrühren, bis eine streichfähige Masse entsteht. Die flache Seite der Amerikaner mit der Glasur nach Wahl bestreichen. Nach Belieben mit Schokolinsen oder Mandelblättchen verschönern und den Guss trocknen lassen.
Anrichten
Auf einer großen Platte anrichten oder als Unterwegsverpflegung in passende Dosen verpacken.
Ullas Küchentipps
Einfach praktisch und voller Kindheitserinnerungen
Im Rheinland und im Bergischen nennt man Amerikaner auch Teilchen. Sie waren früher ein buntes Gemisch aus Gebäcken wie Hefeschnecken, Puddingbrezeln, Apfeltaschen, Bobbes und Schweineohren – alles, was die Bäckerei an kleinen süßen Teilchen anbot. Teilchen waren die schnelle Auszeit im Alltag: kein aufwendiges Selbstbacken und kein besonderer Anlass nötig. Im Grunde auch das erste Fingerfood, das schon direkt auf der Straße verspeist wurde.
Ammon Plätzchen – Amerikaner aus dem Osten
Auch in der ehemaligen DDR waren Amerikaner sehr beliebt. Dort hießen sie Ammon-Plätzchen, da das Gebäck statt mit Backpulver mit Hirschhornsalz (Ammoniumhydrogencarbonat) gelockert wurde. Dieses Treibmittel eignet sich ausschließlich für flache Gebäcke, wie Lebkuchen oder Amerikaner, da das Ammoniumhydrogencarbonat durch die flache Teigschicht wieder entweichen kann. Ansonsten wird der Kuchen ungenießbar.
In einem Konditorei-Fachbuch habe ich noch eine Anleitung zu Ammon-Plätzchen gefunden. Im Haushalt rate ich davon ab und empfehle Backpulver. Amerikaner halten sich in einer Dose verpackt zwei bis drei Tage frisch.
Gutes Gelingen und viel Vergnügen wünscht Ihnen Ulla Scholz!
Sendung: WDR.de, WDR 4 Ullas Lieblingsrezepte, 8.6.2026, 12:30 Uhr.