Eindrücke vom Marathon im Parkhaus in Hamm
00:18 Min.. Verfügbar bis 04.09.2027.
26 Mal rauf und runter: Ein Parkhaus in Hamm wird zur Marathonstrecke
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Für manche Laufverrückte sind Marathons durch Städte oder Wälder auf Dauer einfach zu eintönig. In Hamm sind deshalb rund 60 Läufer einen Marathon in einem Parkhaus gelaufen. Doch es war längst nicht ihre ungewöhnlichste Strecke.
Mit erhobenem Arm und einer Spielzeugpistole in der Hand steht Frank Pachura vor 58 Läufern, die gespannt auf sein Signal warten. "Drei, zwei, eins", ruft er laut. Das dezente "Klick", das dann ertönt, bringt einige der Startenden zum Lachen. Vorbei an Straßenschildern und einer rot leuchtenden Ampel laufen sie in die Einfahrt des mehrstöckigen Parkhauses im Allee-Center in Hamm. Ihr heutiges Ziel: ein kompletter Marathon. 26 Runden geht es über Betonrampen und Parkebenen.
Wenn der Marathon Teil des Lebens ist
Tausende Menschen nehmen in Deutschland jedes Jahr an Marathon-Events teil. Beim Berlin-Marathon im vergangenen Jahr gingen nach Angaben der Veranstalter über 54.000 Läufer an den Start und machten ihn damit zum größten Lauf weltweit. Hier findest du die schönsten Läufe und Marathons in NRW. Während es für manche Menschen ein Lebenstraum ist, einmal die rund 42 Kilometer zu bewältigen, ist es für Frank Pachura fester Bestandteil des Alltags.
Frank Pachura organisiert mit seiner Frau besondere Laufevents
"Ich bin jetzt 366 Marathons und Ultramarathons gelaufen", erzählt der selbst ernannte Marathonsammler. Doch er absolviert nicht nur bis zu 35 Marathons im Jahr. Einmal im Jahr organisieren er und seine Frau Kerstin auch selbst einen Lauf - allerdings immer mit einer Besonderheit. Denn die Marathons finden an Orten statt, an denen man normalerweise nicht laufen kann. So führten die Strecken schon über einen Reitplatz mit Hindernissen und sogar durch ein Kraftwerk.
Kerstin Pachura über ihren Lieblingslauf und die Organisation der Marathons
00:38 Min.. Verfügbar bis 04.09.2027.
Der Marathon im Parkhaus ist das 17. außergewöhnliche Event des Ehepaars aus dem Kreis Soest. "Der Lauf hört sich, glaube ich, schlimmer an, als er ist", sagt Frank Pachura, während er einige Läufer beobachtet, die sich an der Verpflegungsstation mit Kohlenhydraten stärken. "Insgesamt sind es etwa 450 Höhenmeter. Die Spindel kann man hochgehen und alles andere geht bergab oder ist waagerecht. Also sind etwa 95 Prozent der Strecke harmlos." Und wie sehen das die Läufer?
Eine Lauffamilie: Gemeinsam durch das Parkhaus
Zwischen den Betonwänden des Parkhauses hallen die Atemzüge und Schritte von Nina Wischeloh-Petry und Michael Petry wieder. Das Ehepaar arbeitet sich gerade die Spindel des Parkhauses hinauf. "Noch ist es schön, frag mal in zehn Runden", sagt die 45-Jährige und lacht. Ihr Mann läuft ein paar Meter hinter ihr und ergänzt: "Bei mir nicht ganz so, Nina läuft ein wenig zu schnell für mich. Aber die Strecke ist gut, nach oben ist es nicht so weit." Gelbe, gesprühte Pfeile zeigen ihnen die Strecke durch das Parkhaus.
Nina Wischeloh-Petry und Michael Petry sind begeisterte Marathonläufer
Das Ehepaar ist bei fast jedem Marathon-Event der Pachuras dabei. So wie viele der heutigen Teilnehmer, die aus ganz Deutschland angereist sind. "Wir sind eine große Lauffamilie und freuen uns immer aufeinander", erzählt Wischeloh-Petry. Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt und alle haben eine kleine Startgebühr von 30 Euro gezahlt. Zum Vergleich: Beim diesjährigen Berlin-Marathon waren 200 Euro fällig. Mit ihren Events verdienen die Pachuras kein Geld, sagen sie.
Ein paar Stunden später haben es alle Läufer geschafft. Der Letzte ist nach fast sechseinhalb Stunden im Ziel angekommen. Ab Morgen werden hier dann wieder Autos abgestellt.
Über dieses Thema haben wir auch am 01.09.2025 im WDR-Fernsehen berichtet: Lokalzeit aus Dortmund, 19.30 Uhr.
