Der TBV verlor beim Final Four in Köln das Halbfinale gegen die Füchse Berlin am Samstagnachmittag mit 36:39 (16:20). Die Berliner treffen nun im Finale am Sonntag (15.45 Uhr, live in der ARD) auf den Bergischen HC, der am Abend überraschend gegen den SC Magdeburg mit 31:30 nach Siebenmeterwerfen (11:11, 22:22, 27:27) gewann. Die Lemgoer dagegen müssen mit dem Spiel um den dritten Platz gegen den SCM vorlieb nehmen.
Eine Woche nach der knappen Bundesliga-Niederlage gegen Berlin gestaltete der TBV die Anfangsphase vor 19.750 Fans in der ausverkauften Kölner Arena ausgeglichen. In der zwölften Minute des umkämpften Duells ging Lemgo mit 7:5 in Führung, als Samuel Zehnder einen Abspielfehler von Füchse-Star Mathias Gidsel ausnutzte und den Gegenangriff mit einem Treffer vollendete.
Die Berliner beantworteten das ihrerseits mit einem 3:0-Lauf und eroberten die Führung zurück. Dank einiger Parade ihres starken Torhüters Dejan Milosavljev schafften es die Füchse Mitte der ersten Halbzeit, sich etwas abzusetzen: In der 22. Minute traf Nils Lichtlein zum 15:11 für die Bundeshauptstädter.
Temporeiches Spiel
Das Spiel blieb weiter temporeich, geprägt von schnellen Abschlüssen und zunehmend auch von den Abwehraktionen des Füchse-Torhüters Milosavljev.
Kurz vor Ende der ersten Halbzeit gelang den Lemgoern eine Balleroberung - Tim Suton bekam die Chance, den Rückstand des TBV auf zwei Tore zu verkürzen, doch Milosavljev verhinderte das mit seiner elften Parade. Wenige Sekunden vor dem Ende der ersten Halbzeit erzielte der Berliner Lasse Andersson dann noch das 20:16 für die Füchse.
"Es ist noch alles drin", sagte TBV-Profi Hendrik Wagner dennoch zur Pause am ARD-Mikrofon.
Wechsel im Lemgo-Tor: Kastelic ersetzt Möstl
Zur zweiten Halbzeit wechselte Lemgo-Trainer Florian Kehrmann den Torhüter: Constantin Möstl, dem in der ersten Halbzeit nur drei Paraden gelungen waren, ging raus und Urh Kastelic kam ins Spiel.
Zunächst ergab sich aber das gleiche Bild wie in der ersten Halbzeit: Berlin führte souverän, zeitweise nun sogar mit fünf Toren Vorsprung.
Doch der TBV kämpfte und ließ sich nicht abschütteln. Die Lemgoer erhöhten dabei das Risiko und nahmen bei eigenen Angriffen den Torhüter heraus, um mit dem siebten Feldspieler den Druck auf die Füchse-Verteidigung zu steigern.
Lemgoer Aufholjagd
Den Lemgoern gelang Mitte der zweiten Halbzeit ein schneller 3:0-Lauf - in der 45. Minute verkürzte Bobby Schagen den Rückstand der Lipper auf ein Tor, als er zum 26:27 traf. Auch TBV-Torhüter Kastelic war gut im Spiel, half seiner Mannschaft in dieser Phase mit mehreren Paraden.
Die Lemgo-Fans in Halle bekamen nun Oberwasser und feuerten ihr Team lautstark an. "Lemgo ist viel schöner als Berlin", sang fast die ganze Halle.
Zeitstrafe gegen TBV-Spieler Willecke
Der Ausgleich gelang dem Kehrmann-Team aber nicht mehr. Die Füchse-Spieler behielten die Nerven und verteidigten erfolgreich eine knappe Führung. Eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe gegen Joel Willecke in der 54. Minute war ein nachdrücklicher Dämpfer für die Aufholjagd des TBV, die Füchse bauten ihren Vorsprung wieder auf drei Tore aus, als Welthandballer Gidsel zum 34:31 für Berlin traf (55.).
In der Schlussphase blieben die Bundeshauptstädter souverän. Sie ließen sich von den bissigen TBV-Angriffen nicht mehr aus dem Konzept bringen und behaupteten ihre Führung. Lemgo musste eine bittere Niederlage einstecken.
Lemgos Suton mit acht Toren
Zum "Spieler des Spiels" wurde Lemgos Tim Suton gewählt, der insgesamt acht Tore erzielte. Bester Torschütze auf dem Feld war Füchse-Spieler Andersson mit elf Treffern. Berlins Torwart Milosavljev verbuchte insgesamt 18 Paraden.
Unsere Quellen:
- DHB-Pokal-Halbfinale TBV Lemgo Lippe gegen Füchse Berlin am 18.04.2026 (Live-Übertragung in Das Erste)
- Internetseite der Handball-Bundesliga zum DHB-Pokal
Sendung: WDR.de, "TBV Lemgo Lippe scheitert im Halbfinale des DHB-Pokals", 18.04.2026, 17:30 Uhr