Der TBV Lemgo Lippe war dem Favoriten Berlin am Sonntagabend auf Augenhöhe begnet, musste sich aber dennoch in der eigenen Halle mit 33:34 (15:17) geschlagen geben. Ein Wiedersehen der beiden Teams gibt es schon am Samstag im Pokal.
Berlin startet stark, Lemgo zieht bald nach
Die Berliner starteten mit viel Tempo in die Partie und bauten sich in nur vier Minuten eine 1:4 Führung auf. Doch ein ganz so leichtes Spiel, wie die Anfangsphase zunächst vermuten ließ, sollte es für die Favoriten aus der Hauptstadt nicht werden. Lemgo traute sich in in die Offensive und schloss schließllich in der neunten Minute durch das 5:5 von Samuel Zehnder zu den Berlinern auf.
Fortan folgte Ausgleich auf Ausgleich - lagen die Füchse um ein Tor vorne, legten die Lemgoer nach. Gelang dem TBV die Führung, glichen die Berliner aus. Eine herausragende Leistung zeigten von Beginn an auch die beiden Torhüter Dejan Milosavljev aus Berlin und der Lemgoer Constantin Möstl.
Lemgo bleibt selbstbewusst
So lieferten sich die beiden Teams in der ersten Halbzeit ein schnelles, intensives Spiel auf Spitzennievau. Die Lemgoer gingen mit leichtem Rückstand von 15:17 in die Kabine.
Die Berliner waren mit Tabellenplatz drei und zehn Siegen in den letzten elf Spielen mit den besten Voraussetzungen in die Partie gegangen. Lemgo, Tabellenplatz sechs, schaute hingegen auf zwei Heimniederlagen zurück. Den Füchse begegneten sie trotzdem selbstbewusst, dabei half vielleicht auch der 34:33-Sieg der Ostwestfalen im Hinspiel gegen Berlin.
Mudrow mit Verletzung in die Kabine
Beide Mannschaften kamen so konzentriert und leistiungsstark in die zweite Hälfte, wie sie die erste beendet hatten. Die Berliner behielten die leichte Führung bei, doch der TBV blieb ihnen konsequent auf den Fersen. Für einen Schreck sorgte eine Knieverletzung von Lemgos Jan Mudrow in der 33. Minute. Der Rückraumspieler musste das Feld verlassen.
In der Berliner Offensive stach vor allem Mathias Gidsel heraus, doch Lemgos Möstl bewies auch gegen den Welthandballer Nerven und parierte zum Beispiel in der 44. Minute einen unbehinderten Angriff aus sechs Metern des Dänen. Möstl war es auch, der kurz darauf den Ausgleich zum 25:25 durch Leve Carstensen (45.) einleitete.
Heiße Schlussphase
In der 48. Minute erspielte sich Lemgo dann eine 28:27-Führung durch ein Tor von Tim Suton. Berlin zog nach, Lemgo ebenfalls. Die letzten zehn Minuten des Spiels beging der TBV mit einer Führung von 29:28. Die Stimmung auf den Rängen und dem Feld heizte sich immer mehr auf - nicht zuletzt weil es für die Füchse in diesem Spiel um wichtige Punkte für die Champions-League Qualifikation ging.
Nach der zwölften Parade von Möstl ging es mit einem Spielstand von 31:31 in die letzten fünf Spielminuten. Kurz nach dem 31:32 für Berlin nahm TBV-Trainer Florian Kehrmann in der 57. Minute eine Auszeit. Er lobte sein Team für die Abwehrleistung und schwor die Mannschaft auf die letzten Spielminuten ein, in denen keine Fehler mehr passieren durften. Die Worte des Trainers zeigten Wirkung. Hendrik Wagner glich zum 32:32 aus, wenig später rettete Möstl sein Team erneut mit drei weiteren Paraden.
In den spannungsgeladenen letzten Spielminuten warfen beide Mannschaften noch je ein Tor, für den entscheidenden Siegtreffer der Berliner sorgte schließlich Mathias Gidsel in der 60. Minute.
Wiedersehen im Pokal
Bereits in sechs Tagen stehen sich beide Vereine beim Final Four im DHB-Pokal erneut gegenüber. Ihr Halbfinal-Duell wird am kommenden Samstag um 15.45 Uhr in Köln angepfiffen.
Unsere Quellen:
- Spiel TBV Lemgo Lippe gegen Füchse Berlin am 12. April 2026
- Homepage der Handball-Bundesliga
Sendung: WDR.de, "Der TBV Lemgo Lippe verliert knapp gegen die Füchse Berlin", 12.04.2026, 20:36 Uhr