Der BHC gewann nach einer nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch herausragenden Leistung am Samstagabend dramatisch mit 31:30 nach Siebenmeterwerfen (11:11, 22:22, 27:27) und steht damit am Sonntag im Finale gegen die Füchse Berlin (15.45 Uhr, live in der ARD).
Es ist das erste Pokalendspiel in der Klubgeschichte des BHC. Der SCM tritt zuvor im Spiel um Platz drei gegen den TBV Lemgo Lippe an.
Wasielewski: "Wer ist Berlin?"
Der Außenseiter wittert nun auch gegen die Füchse Berlin seine Chance. "Jetzt wartet Berlin, ja, aber wer ist Berlin?", sagte der euphorisierte Johannes Wasielewski.
"Wir hätten es vielleicht früher klar machen können, aber mit Siebenmeterwerfen, ey Leute. Mehr Spannung geht nicht. Und ein geileres Gefühl gibt es nicht, dann die beste Mannschaft der Welt zu schlagen", sagte Wasielewski.
Bergischer HC gegen den SC Magdeburg - die Zusammenfassung
04:57 Min.. Verfügbar bis 18.04.2027. WDR Online.
"Wenn wir Magdeburg schlagen, können wir jeden schlagen", sagte Rückraumspieler Sören Steinhaus.
Seesing: "Müssen die Halle anzünden"
Der erklärte Underdog hofft am Sonntag auch wieder auf die lautstarke Unterstützung von den Rängen. "Wir müssen die Zuschauer wieder anzünden, wir müssen die Halle anzünden", sagte Kreisläufer Aron Seesing, "das ist die einzige Chance, die wir haben."
Seit Ende September hatte der HBL-Tabellenführer kein Spiel mehr in der Liga und auch im Pokal verloren. Abstiegskandidat BHC hingegen gewann nur zwei seiner letzten elf Partien.
BHC von Anbeginn der unbequeme Gegner
Dass der SCM den Underdog nicht unterschätzen sollte, hatte sich bereits Mitte März in der Liga gezeigt, als sich der BHC nur knapp mit 25:27 geschlagen geben musste.
Und auch in dieser Halbfinal-Partie zeigte sich das Team vom Trainerduo Arnór Gunnarsson und Markus Pütz als sehr unangenehmer Gegner.
Die Bergischen gingen das Spiel vor 19.750 Zuschauern in der ausverkauften Arena in Köln willensstark und mit viel Tempo an, arbeiteten zudem in der Abwehr um den konsequenten Litauer Gerdas Babarskas kompromisslos und hochkonzentriert.
Damit hatten die Magdeburger ihre Probleme. Nach 19 Minuten und elf Sekunden drückte SCM-Trainer Bennet Wiegert den Buzzer und nahm die erste Auszeit, auch weil Eloy Morante Maldonado die Bergischen mit 8:5 in Führung brachte.
Erste Zeitstrafe, doch BHC antwortet prompt
Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit gingen die Bergischen durch Aron Seesing erneut in Führung, allerdings kassierte der Kreisläufer kurz darauf die erste Zeitstrafe der Partie, weil er mit dem Fuß zum Ball ging.
Rudeck hält BHC im Spiel
Auch BHC-Torwart Christopher Rudeck wurde immer besser und war mit einigen Paraden starker Rückhalt.
Es blieb hochspannend, bis zur 55. Minute ging der BHC immer wieder in Front, der SCM war gefordert und glich jedes Mal aus. Doch dann nutzte Albin Lagergren einen der wenigen Offensivfehler der Bergischen und brachte den Favoriten in Führung.
BHC-Torhüter Christopher Rudeck pariert einen Siebenmeter gegen Omar Ingi Magnusson
Elf Sekunden vor Schluss hatte der Favorit seinerseits die Chance auf den Siegtreffer. Die aber blieb ungenutzt - es ging in die Overtime mit zweimal fünf Minuten.
Hangstein, Rudeck, Hangstein: Halle steht Kopf
Und die begann genauso spektakulär wie schon das ganze Spiel. Fynn Hangstein gelang das 23:22. Kurz darauf trat Matthias Musche zum Siebenmeter an, doch Rudeck hielt erneut - es war bereits sein vierter gehaltener Wurf vom Punkt. Als Hangstein dann zum 24:22 einnetzte, stand die Halle Kopf.
Magnússon gleicht in Schluss-Sekunden aus
Noah Beyer stellte in der zweiten auf 26:24, Lagergren verkürzte erneut, doch Wasielewski stellte erneut auf zwei Tore Vorsprung.
Nachdem Wasielewski an Torwart Hernández scheiterte, hatte der SCM noch 15 Sekunden Zeit für den Ausgleich. Magnússon verwandelte vom Punkt zum 27:27 nach Verlängerung. Das Siebenmeterwerfen musste die Entscheidung herbeiführen.
Beyer beendet dramatisches Siebenmeterwerfen
Die ersten vier Werfer (Beyer und Fuchs für den BHC, Musche und Hornke für den SCM) trafen. Dann scheiterten Morante Maldonado und Magnússon an Hernández und Rudeck, danach trafen Hangstein (Pfosten) und Zehnder (vorbei) nicht. Becher und Saugstrup Jensen verwandelten.
Damit ging es ins Sudden Death. Und als Matthias Musche für Magdeburg in Rudeck seinen Meister fand und Noah Beyer souverän verwandelte, war die Sensation endgültig perfekt:.
Unsere Quellen:
- DHB-Pokal-Halbfinale Bergischer HC gegen SC Magdeburg am 18.04.2026 (Live-Übertragung bei Dyn)
Sendung: WDR.de, "Bergischer HC bezwingt Magdeburg in Krimi-Halbfinale", 18.04.2026, 21:13 Uhr