Die Fortuna erlebt turbulente Zeiten. Nach dem Abstieg in die 3. Liga wurden neben Sportvorstand Sven Mislintat auch über 60 weitere Mitarbeiter entlassen. Heute hat der Verein den neuen Sportvorstand Samir Arabi vorgestellt und zumindest versucht, eine Aufbruchsstimmung zu erzeugen.
Unruhe auf Social Media
Doch das ist in diesen Tagen in Düsseldorf nicht leicht. Erst am Donnerstagabend hatte der Verein über seine Social-Media-Kanäle einen "Danke"-Post für alle Mitarbeiter, die den Verein nach dem Abstieg verlassen müssen, verfasst. Unter dem Post reichen die Kommentare von Mitleidsbekundungen bis hin zur Wut auf Verein und Verantwortliche.
Zwischen dem sportlichem Abstieg des Traditionsvereins und einem emotionalen Vereinsumfeld findet sich nun Samir Arabi wieder. Und dieser Situation scheint er sich mehr als bewusst. Bereits in seiner Zeit in Bielefeld als sportlicher Leiter und später als Geschäftsführer hat er mehrere Abstiege erlebt, war aber in führender Position bei den vielumjubelten Aufstiegen der Ostwestfalen dabei.
Motiviert aber realistisch
Der gebürtige Aachener verspüre die "gewisse Lust", einen großen Verein zu übernehmen. Als jemand, der im Rheinland verwurzelt ist, habe er Fortuna Düsseldorf immer verfolgt und sieht sich den Herausforderungen der aktuellen Lage mehr als gewachsen, so Arabi gegenüber dem WDR.
"Wir müssen ambitioniert sein, wir müssen aber auch realistische Ziele haben." Samir Arabi, Sportvorstand Fortuna Düsseldorf
Dass sich viele Fortuna-Fans einen direkten Wiederaufstieg wünschen, ist Samir Arabi bewusst, allerdings tritt er auch hier erstmal auf die Bremse. "Ein gewisser Druck in Traditionsvereinen ist ganz normal, aber wenn das positiv läuft, dann kann dieses Stadion eine total positive Energie entfachen und die werden wir dann auch brauchen".
Die höchste Priorität sei jetzt der Spielerkader, der nach vielen Abgängen vor dem kompletten Umbruch steht. Hier möchte der neue Sportvorstand erstmal Klarheit schaffen, bevor man mögliche Saisonziele ausgibt. Beim Spieleretat ordne sich der Verein selbst im oberen Drittel der Liga ein, so Vorstandsvorsitzender Alexander Jobst. Man wolle einen Etat von sechs bis zehn Millionen Euro auf die Beine stellen.
Zukunft von Aufsichtsratsvorsitzendem unsicher
Auch Aufsichtsratsvorsitzender Björn Borgerding, der in den vergangenen Wochen ebenfalls viel Kritik einstecken musste, lässt im Rahmen der Pressekonferenz seine Zukunft offen. "Ich stelle mich dieser Kritik, ich übernehme Verantwortung und ich ducke mich in dieser Phase jetzt nicht weg, ob ich dann nochmal antrete, weiß ich gerade in dieser Phase noch nicht", so Borgerding zu seiner Zukunft.
Es wartet also viel Arbeit auf den neuen Sportvorstand Samir Arabi. Ob es ihm gelingen wird, neben einem leistungsfähigen Kader, auch wieder Fans und Verein hinter dem rot-weißen Wappen zu vereinen, bleibt demnach abzuwarten. Doch die Hoffnung stirbt auch in Düsseldorf bekanntlich zuletzt.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter vor Ort
- Pressekonferenz Fortuna Düsseldorf
- Interview mit Samir Arabi, Sportvorstand Fortuna Düsseldorf
- Interview mit Alexander Jobst, Vorstandsvorsitzender Fortuna Düsseldorf
Sendung: WDR.de, Samir Arabi als neuer Sportvorstand bei Fortuna Düsseldorf, 29.05.2026, 15:20 Uhr
