Grafik der Drittligisten aus NRW

In der Saison 2026/27 Die 3. Liga wird zur NRW-Liga

Stand:

Gleich acht Mannschaften aus NRW spielen in der Saison 2026/27 in der 3. Liga. Brisante Derbys und Traditionsduelle stehen auf dem neuen Spielplan.

Von Jörg Strohschein

Die Fans der 3. Liga - vor allem aus Nordrhein-Westfalen - dürfen sich auf die kommende Saison freuen. Gleich acht NRW-Teams werden antreten, um dort um den Aufstieg oder gegen den Abstieg zu spielen.

Rot-Weiss Essen, Fortuna Köln, Viktoria Köln, MSV Duisburg, SC Verl, Alemannia Aachen, Fortuna Düsseldorf und Preußen Münster sind Teil der 3. Liga. Einige brisante NRW-Derbys und traditionsreiche Begegnungen stehen regelmäßig an.

Düsseldorf mit unbequemen Nachbarn

Deutschlandkarte mit allen Drittligisten

Die Deutschlandkarte mit allen Drittligisten in der Saison 2026/27.

Bis die Fassungslosigkeit über den Abstieg des selbst ernannten Aufstiegskandidaten gewichen ist und sich bei allen Beteiligten bei Fortuna Düsseldorf so etwas wie Vorfreude auf die neue Saison einstellen kann, wird es wohl noch dauern. Dennoch: Die Fortuna hat einige knisternde Partien vor sich.

Gegen den MSV Duisburg ergibt sich allein schon aus der unmittelbaren geografischen Nähe der beiden Nachbarstädte eine große Rivalität. Beide Städte grenzen aneinander, fährt man aus der einen heraus, kommt man nahezu direkt in die andere hinein. Bei beiden Teams ist davon auszugehen, dass sie den Aufstieg in die 2. Bundesliga anpeilen. Umso bedeutender werden die Begegnungen, desto knisternder werden die Duelle werden.

Gegenseitige Abneigung wird besungen

Doch auch die Derbys gegen Rot-Weiss Essen sind für die Düsseldorfer nicht unbedingt dazu geeignet, um sich entspannt zurück zu lehnen.

Rot-Weiss Essen Fans halten Anti-Fortuna Banner hoch

Rot-Weiss-Essen-Fans halten Anti-Fortuna Banner hoch.

Die Landeshauptstadt Düsseldorf trifft auf Essen, mitten im Herz des Ruhrgebiets. Die Rivalität ist so tief verwurzelt, dass der Schlachtruf "Wir hassen Köln und RWE" seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Düsseldorfer Fangesänge ist. Beide Partien haben die Brisanz, zu Hochrisikospielen - also zu Begegnungen, die mit besonderen Auflagen und mit erhöhter Polizeipräsenz ausgetragen werden - erklärt zu werden.

Eines der brisantesten Derbys Deutschlands

Das Duell zwischen Rot-Weiss Essen und dem MSV Duisburg gilt derweil sogar als eines der emotionalsten und brisantesten Derbys im deutschen Fußball. Bereits in den Siebzigerjahren gab es rund um das Derby zahlreiche handfeste Auseinandersetzungen der Fanlager. Gerade so eben verhinderte Platzstürme und massive gegenseitige Beleidigungen sind seit jeher Teil der sportlichen Auseinandersetzungen.

Maskierte Fans aus Essen versuchen den MSV-Platz zu stürmen.

Maskierte Fans aus Essen versuchen den MSV-Platz zu stürmen.

"Wir sind alle hier, um ein wunderbares Spiel zu sehen. Und dann sehen wir, wie Chaoten die Bühne nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen", hatte einst der ehemalige NRW-Innenminister Ralf Jäger entsetzt über eines der Duelle im Jahr 2014 geurteilt. Die Einstufung als so genanntes Hochrisikospiel ist seit längerer Zeit obligatorisch.

Etwas weiter südlich in NRW, unmittelbar am Rhein, wird es zum Liga-Stadtduell zwischen der Viktoria und Fortuna Köln kommen. Beide Teams sind sich in derselben Spielklasse (Regionalliga West) zuletzt im Jahr 2014 begegnet. Sonst gab es immer nur Auseinandersetzungen im Mittelrheinpokal.

Lex Tyger Lobinger (l.) im Zweikampf mit Tobias Eisenhuth (r.)

Zuletzt im Pokal-Finale hatte sich die Viktoria nach Elfmeterschießen mit 6:5 durchgesetzt. Der ehemalige, langjährige Zweitligist Fortuna ist Aufsteiger, der sich wieder etablieren will. "Wir freuen uns total auf diese Dritte Liga und haben gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind", sagte Fortuna-Trainer Matthias Mink danach.

Die Rivalität der Fortuna und der Viktoria mit der Düsseldorfer Fortuna ist vor allem aus der Städterivalität, die bereits seit dem Mittelalter existiert, zu erklären. Anders als die Duelle mit dem Erstligisten 1.FC Köln sind die mit den beiden Stadtnachbarn aber nicht ganz so brisant.

Münster mit kleinem Derby

Auch auf Zweitliga-Absteiger Preußen Münster wartet ein (kleines) Derby. Gegen den SC Verl (rund 80 Kilometer) haben die Münsteraner schon einige Erfahrungen gesammelt. Allerdings ist die Brisanz zwischen beiden Teams nicht ganz so groß.

Oliver Batista Meier (l.) und Joshua Eze (r.) kämpfen um den Ball

Münsters Oliver Batista Meier (l.) und Verls Joshua Eze kämpfen um den Ball.

Denn mit Arminia Bielefeld existiert nicht unweit ein ostwestfälischer Konkurrent, der die Preußen schon seit ewigen Zeiten begleitet - der aber in der kommenden Saison weiterhin in der 2. Bundesliga spielen wird. Unterschätzen dürfen die Preußen die kleinen Verler aber keinesfalls.

Unsere Quellen:

  • Autor

Sendung: WDR.de, "Saison 2026/27 - acht Vereine aus NRW in der 3. Liga vertreten", 28.06.2026 15:24 Uhr

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