Am 28. Mai 2024 war in Düsseldorf alles bereit für die große Aufstiegssause. Nach dem 3:0-Erfolg im Hinspiel der Aufstiegs-Relegation gegen den damaligen Bundesligisten VfL Bochum schien das Rückspiel und der Aufstieg nur noch Formsache zu sein. Doch es kam bekanntlich anders: Bochum rettete sich ins Elfmeterschießen und gewann dieses mit 6:5.
Knapp zwei Jahre später ist Fortuna Düsseldorf nun in die 3. Liga abgestiegen. Obwohl sich die Rot-Weißen mit einem 3:1-Erfolg über die SV Elversberg eine gute Ausgangsposition für das Saisonfinale verschafft hatten, rutschten sie nach einer desolaten Leistung bei Greuther Fürth auf Rang 17 ab und stiegen direkt ab. Wie konnte es so weit kommen?
Zusammenbruch statt Kontinuität
Nach dem verpassten Aufstieg lag Düsseldorf auch in der Spielzeit 2024/25 stets in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen, doch es mangelte an Konstanz und am Ende wurde es nur Platz sechs. Trotzdem sprach Fortunas Vorstandsvorsitzender Alexander Jobst von "einer guten Saison. Darauf lässt sich aufbauen. Ein klarer Plan für die Zukunft, gepaart mit Kontinuität und Vertrauen in der Zusammenarbeit, führt in Liga eins", so Jobst.
Christian Weber (l.) und Klaus Allofs.
In der abgelaufenen Spielzeit brach aber alles zusammen, was sich die Fortuna in den Vorjahren mühsam aufgebaut hatte. Sport-Vorstand Klaus Allofs und Sportdirektor Christian Weber, die in der Vergangenheit mit Verpflichtungen von Spielern wie Christos Tzolis, Yannik Engelhardt und Isak Johannesson immer wieder ein gutes Händchen bewiesen hatten, wollten "All-In" für den Aufstieg gehen - stellten aber einen Kader zusammen, in dem nichts zusammenpasste.
Nur Itten ein Volltreffer
Von den 13 Neuzugängen schlug nur Torjäger Cedric Itten voll ein. Der Schweizer erzielte 15 Tore und damit fast die Hälfte der 33 Fortuna-Tore (die schwächste Offensive der Liga). Auch Mittelfeld-Abräumer Anouar El-Azzouzi und Kreativ-Spieler Florent Muslija brachten mit Abstrichen ihre Leistung, doch der Rest der "Neuen" enttäuschte über weite Strecken der Saison. Es fehlte oft sowohl an Qualität als auch an Leidenschaft. Hinzu kamen zahlreiche Verletzungen, vor allem auf den Außenpositionen. Phasenweise fiel die Hälfte des Kaders aus.
Nach der Entlassung von Trainer Daniel Thioune, der bei seinem Amtsantritt 2022 Fortuna noch vor dem Abstieg gerettet hatte, kam im Oktober Markus Anfang. Doch auch unter Anfang wurde es nicht viel besser. Im Dezember mussten dann auch Allofs und Weber gehen. Allofs räumte ein, Fehler bei der Kader-Zusammenstellung gemacht zu haben.
Sven Mislintat wurde Sport-Vorstand, von seinen Winter-Transfers war nur Satoshi Tanaka eine echte Verstärkung - der etwa von Mislintat als "Soforthilfe" angekündigte Stürmer Marin Ljubicic erzielte nicht ein einziges Tor für F95. Und schließlich folgte im April der nächste Trainerwechsel zu Alexander Ende, dem die Wende in den verbleibenden fünf Saisonspielen auch nicht gelang, der aber gerne in Düsseldorf bleiben würde.
Fortuna vor vielen Problemen
Nun ist Düsseldorf nach 17 Jahren wieder ein Drittligist. Die Fortuna, die in dieser Saison das Saisonziel "Aufstieg" klar formuliert hatte, wird nun eine komplett neue Mannschaft zusammenstellen müssen. Weil offenbar niemand mit einem Abstiegs-Szenario gerechnet hatte, besitzen nur wenige Spieler einen Vertrag für die 3. Liga - der Rest kann ablösefrei gehen oder war ohnehin nur ausgeliehen. Die wenigen Leistungsträger wie Itten oder Keeper Florian Kastenmeier werden kaum zu halten sein.
Die Fernsehgelder werden deutlich sinken, voraussichtlich wird Fortuna wohl mindestens die Hälfte seiner Angestellten entlassen müssen. Aus der Chef-Etage besitzt nur Mislintat einen Vertrag für Liga 3. Auch das Projekt "Fortuna für alle", bei dem die Fortuna den Zuschauern bei einigen Spielen freien Eintritt gewährte, steht vor dem Aus. Durch den Abstieg der Profis steigt auch Fortunas U23 aus der Regionalliga West ab, in der sie sportlich die Klasse gehalten hatten. Zumindest bei der Stadion-Miete hatte die Stadt Düsseldorf bereits ein Entgegenkommen im Falle eines Abstiegs signalisiert.
"Wir haben es komplett verschissen, wir sind dafür verantwortlich", erklärte Keeper Kastenmeier nach dem besiegelten Abstieg in Fürth. "Das, was heute passiert ist, ist mit nichts zu entschuldigen."
Unsere Quellen:
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- sportschau
Sendung: WDR.de, "Fortuna Düsseldorf - vom Aufstiegsziel zum Abstieg", 17.05.2026, 20:48 Uhr