Planungen beim Traditionsklub : Kölner Haie - Auf Hochtouren zum neuen Titelanlauf
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Nach dem enttäuschenden Halbfinal-Aus arbeiten die Kölner Haie mit Hochdruck an den Planungen für die neue Saison - auch auf internationalem Eis. Erstmals seit der Saison 2014/15 sind sie wieder für die Champions Hockey League qualifiziert.
Auch zehn Tage nach dem letzten Bully hängt den Kölner Haien das bittere Halbfinal-Aus gegen die Eisbären Berlin in den DEL-Playoffs noch in den Kleidern. Die Serie ging mit 4:2 an die Eisbären. Die Hoffnungen waren so groß, nach 24 Jahren endlich wieder nach dem Meistertitel zu greifen. Die Haie hatten eine überragende Hauptrunde gespielt mit den Rekorden von 116 Punkten und 16 Siegen in Serie.
"Vielleicht kam dieser Lauf einfach zu früh. Vielleicht hat er das eine oder andere Problem etwas verdeckt. Unsere Spieler waren nicht blockiert, aber in der einen oder anderen Situation nicht ganz so präsent", sagt Sportdirektor Matthias Baldys mit etwas Abstand im Gespräch mit dem WDR. Letztlich hätten Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben.
Ein Kern aus deutschen Spielern
Und so ist man im Klub zwar emotional noch mit den Aufräumarbeiten der Niederlage beschäftigt, gleichzeitig ist der Blick aber bereits wieder nach vorne gerichtet. Sportdirektor Matthias Baldys ist längst wieder mit der Kaderplanung für die neue Saison beschäftigt, die im September beginnt. Eine Aufgabe, die er schon im vergangenen Jahr mit Bravour löste.
Matthias Baldys, Sportdirektor der Kölner Haie
Baldys möchte den KEC-Fans auch in der neuen Saison einen Kader präsentieren, dessen Kern aus herausragenden deutschen Spielern besteht. "Der Markt ist hier hart umkämpft. Wir haben es aber schon in den vergangenen Jahren geschafft, vor die Welle zu kommen und unsere Hausaufgaben gemacht", so Baldys.
Gerüst des Teams bleibt zusammen
In Tim Fleischer (Straubing), Daniel Fischbuch (Iserlohn), Marcel Noebels (Berlin) und U-20-Nationalspieler Carlos Händel haben die Kölner namhafte deutsche Top-Spieler an der Angel. Das Gerüst des Teams bleibt ohnehin zusammen, dazu gehört auch Ausnahme-Torwart Janne Juvonen.
Auch internationalen Starspielern ist nicht verborgen geblieben, dass der KEC sich in den vergangenen Jahren wieder zu einer Top-Eishockey-Adresse in Europa entwickelt hat. An dem einen oder anderen dieser Import-Spieler, wie Baldys sie nennt, ist der KEC auch diesmal wieder dran, ohne konkrete Namen zu nennen. So gelte es erst einmal die anstehende Weltmeisterschaft abzuwarten.
Noch keine Entscheidung bei Moritz Müller
Dabei gehe es ihm gar nicht so sehr um klangvolle Namen, "sondern um Spieler, die gut zu uns passen", sagt der 42-Jährige.
Klangvolle Namen im Eishockey: Dazu zählt natürlich Moritz Müller, schon jetzt eine Legende im Klub. 22 Jahre ist Müller ein Hai, wird er eine weitere Saison spielen? Das ist die große Frage, die alle rund um den KEC beschäftigt.
"Wir sind laufend in Kontakt. Noch ist aber keine Entscheidung gefallen", lässt Baldys verlauten. Letztlich ist es wohl eine Entscheidung des Spielers selbst.
In der kommenden Saison wird Leon Draisaitl sicher nicht bei uns spielen! Matthias Baldys, KEC-Sportdirektor
Sehnsucht nach Leon Draisaitl
Und natürlich sähen die KEC-Fans auch gerne den verlorenen Sohn wieder im Klub, den besten deutschen Eishockey-Spieler der letzten Jahrzehnte: NHL-Star Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers. Doch da muss Baldys die Fans enttäuschen - zumindest vorerst. "In der kommenden Saison wird Leon Draisaitl sicher nicht bei uns spielen", sagt er. Eine spätere Rückkehr will aber wohl niemand ausschließen, der zu den Haien hält.
Noch kein Vollzug bei Moritz Müller, auch noch kein offizieller Vollzug bei Trainer Thomas Berglund. Dabei ist längst rund um Köln-Deutz bekannt, dass der Schwede in diesem Frühjahr die Nachfolge von Kari Jalonen antreten wird, der die Kölner bekanntlich in Richtung seiner finnischen Heimat verlassen hat. "Wir wollen jetzt erst einmal die vergangene Saison hinter uns lassen, danach werden wir über unser neues Trainerteam informieren", sagt Baldys,
Herausforderung Champions Hockey League
Fans der Kölner Haie halten ihre Schals in die Höhe
Auf Berglund wird in jedem Fall eine große Herausforderung zu kommen. Er wird nicht nur den Titelhunger der Kölner Fans stillen müssen. Parallel werden die Kölner erstmals seit der Saison 2014/15 wieder auf europäischem Parkett vertreten sein und die Champions Hockey League spielen.
"Sicher auch eine Mehrbelastung für uns, die wir aber mit großer Freude und Euphorie angehen", sagt Baldys und einmal mehr verdrängt der Blick voraus die Schatten der bitteren Berlin-Niederlage.
Unsere Quellen:
- WDR-Interview mit Matthias Baldys
- Kölner Stadt-Anzeiger
- Süddeutsche Zeitung
Sendung: WDR.de, "Nach der Saison ist vor der Saison für die Kölner Haie", 30.04.2026, 19:23 Uhr