Schluss. Aus. Vorbei. Die Saison der Kölner Haie endete am Montagabend vorzeitig. Sie verloren ihr Spiel gegen die Eisbären Berlin mit 1:4 (1:2, 0:0, 0:2) - und damit die Halbfinalserie mit 2:4. Bitter für die Kölner, die die Hauptrunde als souveräner Meister abgeschlossen hatten. Doch ins Finale gegen die Adler Mannheim ziehen stattdessen die sechstplatzierten Berliner ein.
Bestnoten für Berliner Ersatz-Goalie
Dabei sprach vieles vor dem sechsten Spiel für die Haie. Sie spielten zu Hause, wo sie die Berliner in den Playoffs zweimal bezwingen konnten. Außerdem mussten die Eisbären kurzfristig auf den am Bein verletzten Torhüter Jake Hildebrand verzichten. Für ihn stand Jonas Stettmer zwischen den Pfosten. Und der war dann auch gleich gefordert, denn die Kölner hatten die erste Chance. Doch sowohl gegen Frederik Storm als auch zwei Minuten später gegen Gregor MacLeod hielt Stettmer seinen Kasten sauber.
Die Haie legten zwar gut los und hatten auch das erste Powerplay der Partie, insgesamt aber zeigten sie sich noch nicht so kaltschnäuzig, wie in weiten Teilen der Hauptrunde. Das galt auch für das Überzahlspiel. Da hatte Dominik Bokk zwar eine gute Gelegenheit, die Stettmer gerade noch mit der Schulter entschärfen konnte, doch wirklichen Schrecken versprühte das einst beste Powerplay-Team der Liga nicht.
Doppelschlag schockt die Haie früh
Die Eisbären hatten bis dahin zwar weniger Abschlüsse, zeigten sich dafür aber eiskalt vor dem Tor. Nach einem Abschluss von Liam Kirk staubte Jonas Müller in der 7. Minute zum 1:0 für Berlin ab. Und es kam noch schlimmer aus Sicht der Kölner, denn in der 10. Minute legte Frederik Tiffels auch gleich noch das 2:0 nach.
Für die Kölner eine große Hypothek, zumal ihnen auch das Spielglück in dieser Phase abhanden gekommen war. Das zeigte auch die 12. Minute, als der doppelt abgefälschte Schuss von Veli-Matti Vittasmäki eben nicht ins Tor, sondern nur an den Pfosten ging.
Doch die Szene schien den Haien Mut gemacht zu haben, denn sie drängten nun auf den Anschluss. Sie wurden mutiger, gewannen wieder mehr freie Scheiben - und durften nach einer Viertelstunde dann auch endlich das erste Mal jubeln. Parker Tuomie verkürzte mit seinem ersten Tor in diesem Jahr auf 1:2. Zu mehr reichte es im ersten Drittel aber nicht mehr, obwohl die Haie sogar gute 30 Sekunden in doppelter Überzahl agierten.
Viele Chancen, keine Tore
Die Nervosität bei den Haien war auch im Mittelabschnitt deutlich spürbar. Gleich mehrfach musste Janne Juvonen in höchster Not retten. Nachdem die Eisbären aber auch in doppelter Überzahl ihre Führung nicht weiter ausbauen konnten, schöpfte Köln wieder Mut und drückte seinerseits. Doch weder Brady Austin noch juhani Tyrväinen konnten Stettmer bezwingen.
Es ging nun hin und her. Das Tempo und die Spielqualität waren deutlich höher als noch im ersten Drittel. Weiter im Mittelpunkt: die Goalies. In der 29. Minute parierte Juvonen im Eins gegen Eins gegen Marcel Noebels und Tobias Eder zweimal weltklasse. Trotz vieler weiterer Großchancen auf beiden Seiten endete das zweite Drittel torlos.
Im Schlussabschnitt brauchten die Kölner zwingend ein Tor und man konnte ihnen nicht vorwerfen, nicht alles zu versuchen. Vor allem die Reihe um Bokk zeigte sich spielfreudig und offensivstark, doch auch sie bekam den Puck einfach nicht mehr über die Linie.
Zwei Treffer ins leere Tor
So tickte die Uhr langsam runter und die Spannung war in der Arena überall zu spüren. Das lag auch daran, dass Berlin es verpasste den Sack zuzumachen. Leonhard Pföderl etwa stand einschussbereit am zweiten Pfosten, doch Vittasmäki war einen Schritt eher am Puck.
Drei Minuten vor Schluss nahm Köln den Goalie vom Eis, doch auch diese letzte Patrone zündete nicht. Im Gegenteil: Sowohl Yannick Veilleux als auch Markus Vikingstad trafen noch ins leere Tor. Und so war es um 21:49 Uhr bittere Gewissheit: Die lange Zeit so überragende Saison der Kölner Haie endete im Halbfinale. Wie schon im Vorjahr war gegen Berlin Endstation. Da jedoch erst im Finale.
Unsere Quellen:
- Spiel zwischen Köln und Berlin am 20.04.2026 (Live-Übertragung auf MagentaSport)
Sendung: "Eishockey - Berlin gewinnt in Köln und zieht ins DEL-Finale ein", WDR.de, 20.04.2026, 21:54 Uhr