Rocco Reitz im Spiel gegen Leipzig

Mönchengladbach spielt Reitz-Thema nach Leipzig-Pleite runter

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Nach der knappen Niederlage in Leipzig waren bei Borussia Mönchengladbach vor allem die Fan-Proteste gegen Rocco Reitz ein Thema.

Dass Rocco Reitz ein dickes Fell braucht, hatte Eugen Polanski schon geahnt. "Ich habe schon gesagt, als der Wechsel angekündigt wurde, dass das mit Sicherheit etwas ist, was auf Rocco und uns als Verein zukommt", sagte der Trainer von Borussia Mönchengladbach. Polanski meinte damit die Proteste gegen seinen Kapitän beim 0:1 bei RB Leipzig.

Der sächsische Klub steht bei den Borussia-Anhängern nicht allzu hoch im Kurs. Sie arbeiten sich - wie auch zahlreiche andere Fanszenen - seit Jahren an dem "Konstrukt" mit Protesten ab. Dass dann ausgerechnet Reitz, der schon als Siebenjähriger das Gladbach-Trikot trug und alle Jugendmannschaften der Borussia durchlief, im Sommer nach Leipzig wechselt, ist da schwer zu verdauen.

Gladbachs Trainer Polanski - "Damit muss er leben"

NRW-Sport 12.04.2026 00:31 Min. Verfügbar bis 11.04.2028 WDR Online

Polanski: "Das ist freie Meinungsäußerung"

Über die gesamte Breite des Gästeblocks wurde deshalb ein Banner entrollt. Kurz vor dem Spiel und zur Sicherheit auch noch einmal nach dem Schlusspfiff. Für Reitz und alle anderen war darauf deutlich zu lesen: "Wer das hier will, kann niemals unser Kapitän sein". Zudem wurde Reitz in der Anfangsphase bei jedem Ballkontakt mit Trillerpfeifen ausgepfiffen.

"Das ist freie Meinungsäußerung. Die Fans haben das Recht, so ein Plakat aufzuhängen. Deshalb muss Rocco ein Stück weit damit leben. Es ist alles im Rahmen. Ich habe nichts gesehen, was ich verwerflich finde", sagte Polanski. Dem Trainer sei wichtig, dass das Thema nicht auf die Mannschaft übergehe, was nicht der Fall sei.

Der Gladbacher Gästeblock in Leipzig mit einem Spruchband gegen Rocco Reitz „Wer das hier will, darf niemals unser Kapitän sein“

Der Gladbacher Gästeblock in Leipzig mit einem Spruchband gegen Rocco Reitz "Wer das hier will, darf niemals unser Kapitän sein"

In der Mannschaft kein Thema - Reitz und Nicolas stark

Die Leistung von Reitz minderte der Protest nicht. Er war neben dem herausragenden Torwart Moritz Nicolas der beste Gladbacher auf der Dienstreise nach Sachsen, von der auch ein Punkt hätte mitgenommen werden können. Nach dem Spiel stellte sich Reitz zudem mit seinen Mitspielern vor die Gladbach-Fans. Nur reden wollte der 23-Jährige nicht. Das stellte er für die kommende Woche nach dem Spiel gegen den 1. FSV Mainz in Aussicht.

Seine Mitspieler tangiert der künftige Wechsel, der Gladbach rund 20 Millionen Euro einbringt, ohnehin nicht wirklich. "Ich glaube, Rocco ist reflektiert genug, dass er wusste, dass nach seiner Entscheidung Gegenwind auf ihn zukommen wird", sagte Philipp Sander. "Und wir stärken ihm den Rücken. Rocco ist sportlich wichtig für uns und von daher ist das für uns gar kein Thema."

Thema Abstieg noch nicht vom Tisch

Ein Thema ist vielmehr die aktuelle sportliche Lage. Zwar hat man mit 30 Punkten aktuell fünf Zähler Vorsprung auf den Relegationsrang. Genug ist das noch lange nicht. "Wir müssen auf jeden Fall noch Punkte holen. Die 30 Punkte, die wir jetzt haben, werden nicht reichen. Daher wäre es sehr wichtig gewesen, diesen Punkt mitzunehmen, wenn es auch nicht verdient gewesen wäre", sagte Nicolas.

Mit seinen zahlreichen Paraden hatte der 28-Jährige die Leipziger Offensive verzweifeln lassen. Beim entscheidenden Tor von Yan Diomande in der 81. Minute war aber auch er machtlos. "Natürlich ist es sehr bitter. Man muss trotzdem sagen, dass Moritz der überragende Mann war", sagte Stürmer Haris Tabakovic.

NRW / Reitz und die Proteste im Gladbacher Block

NRW-Sport 12.04.2026 00:59 Min. Verfügbar bis 11.04.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
  • Aussagen Eugen Polanski auf Pressekonferenz

Sendung: WDR.de, "Reitz und die Proteste im Gladbacher Block", 12.04.2026, 11.24 Uhr

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