Gladbach setzte sich gegen den BVB am Sonntagabend verdient mit 1:0 (0:0) durch und kann an den letzten beiden Spieltagen nicht mehr auf einen der letzten drei Plätze abrutschen. Für den Tabellenelften Gladbach war es der erste Sieg nach fünf Spielen ohne "Dreier".
Der BVB hätte sich mit einem Sieg vorzeitig die Vize-Meisterschaft sichern können. Dortmund hat fünf Punkte Vorsprung auf den Dritten RB Leipzig und ein deutlich besseres Torverhältnis.
"Die Niederlage ärgert mich sehr - weil wir nicht das gezeigt haben, was wir in einem Bundesligaspiel zeigen müssen", sagte BVB-Coach Niko Kovač am sportschau-Mikrofon. "Wir haben von Gladbach heute aufgezeigt bekommen, wie intensiv man Fußball spielen muss, um in der Bundesliga Punkte zu holen".
Tabakovic erlöst Gladbach
In der ersten Halbzeit lief bei Dortmund in der Offensive fast nichts zusammen und Gladbach hätte die Führung verdient gehabt, doch die Gastgeber konnten ihre wenigen klaren Chancen nicht nutzen. Nach der Halbzeitpause zeigte sich Dortmund leicht verbessert, aber Gladbach blieb über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft. Haris Tabakovic (88.) erzielte schließlich das erlösende "Tor des Tages".
"Die Art und Weise des Sieges macht einen extrem stolz", sagte Gladbachs Coach Eugen Polanski. "Wir haben heute von der Mannschaft ein Vollbrett verlangt und haben das auch geliefert." Zu Tabakovic, der in der Liga bisher zwölf Mal traf, sagte Polanski: "Wenn man seine Quote sieht, ist er schon sehr, sehr wichtig gewesen. Ein guter Transfer, ein guter Typ - nicht nur wegen seiner Tore, sondern auch wegen seiner Leistungen und seiner Art und Weise, zu pushen".
Nach dem 0:0 beim VfL Wolfsburg musste Polanski seine Startelf auf einer Position umstellen: Der 17-jährige Wael Mohya ersetzte Jens Castrop (Rotsperre). BVB-Trainer Kovač brachte in der Dreierkette nach dem 4:0 gegen den SC Freiburg den 18-jährigen Luca Reggiani für den am Fuß verletzten Ramy Bensebaïni.
Gladbach sucht die Lücke
Weil der BVB-Mannschaftsbus im Stau gestanden hatte, begann die Partie im Borussia-Park vor 54.042 Zuschauern zehn Minuten später. Die erste gute Szene hatten die Hausherren. Joe Scally setzte sich auf der linken Seite durch und passte quer zu Tabakovic (7. Minute) in den Strafraum, wo Dortmunds Nico Schlotterbeck Gladbachs Angreifer am Abschluss hinderte.
Nach der ausgeglichenen Anfangsphase blieb die Partie zerfahren und spielte sich die meiste Zeit im Mittelfeld ab. Der erste Abschluss gehörte Gladbach: Scally (19.) prüfte BVB-Keeper Gregor Kobel mit einem Schlenzer aus halblinker Strafraum-Position. In der 25. Minute versenkte Nico Elvedi den Ball nach einem Stöger-Freistoß volley im BVB-Tor, doch der Schweizer stand dabei einen Schritt im Abseits.
Kobel verhindert BVB-Rückstand
Gladbach machte inzwischen das Spiel, von den bis dahin ideenlosen Dortmundern war in der Offensive kaum etwas zu sehen. Bei einer Flanke von Philipp Sander von der linken Seite setzte sich Elvedi (25.) am zweiten Pfosten gegen Dortmunds Julian Ryerson durch und köpfte knapp am Tor vorbei.
Kurz darauf brach Rocco Reitz auf der rechten Seite durch und spielte den Ball scharf an die Kante des BVB-Fünfmeterraums, wo Tabakovic (32.) den Fuß reinhielt und am glänzend reagierenden Kobel scheiterte. Gladbach blieb auf dem Gaspedal, Yannik Engelhardt (42.) setzte einen Kopfball bei einer Ecke auf den zweiten Pfosten ans Außennetz. Dortmund bot weiter einen enttäuschende Vorstellung und gab erst in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit seinen ersten Torschuss ab: Samuele Inácios (45.+2) Versuch aus elf Metern bereitete Gladbachs Torhüter Moritz Nicolas aber keine Probleme.
Dortmund präsentiert sich leicht verbessert
Zu Beginn der zweiten Halbzeit vergab Gladbach die nächste hochkarätige Chance. Bei einem Angriff über die rechte Seite passte Honorat druckvoll vor das Dortmunder Gehäuse, wo Tabakovic (48.) den Ball mit der Fußspitze haarscharf am linken Pfosten vorbeispitzelte. Julian Brandt (52.) sendete mit einem Schlenzer ein offensives BVB-Lebenszeichen, sein Schuss verfehlte das Tor von Nicolas jedoch deutlich.
Gladbach blieb das spielbestimmende Team, kam gegen leicht verbesserte Gäste zunächst aber nicht mehr zu zwingenden Chancen. Ab der 60. Minute suchte auch der BVB öfter den Weg nach vorne und kam zu Abschlüssen: Ein Distanzschuss von Ryerson (68.) aus 18 Metern flog knapp über die Latte, nach einem Konter schoss Inacio (72.) über das Tor, Marcel Sabitzers (76.) Freistoß segelte links am Tor vorbei. Die beste Chance hatte Dortmund nach einem Konter durch Fábio Silva (79.), der nach einer Ablage von Salih Özcan aus elf Metern drüber schoss.
Tabakovic lässt Gladbach jubeln
Die Schlussphase läutete Engelhardt (81.) mit einem wuchtigen Distanzschuss ein, der am rechten Winkel vorbeistrich. Gladbach vergab die nächste Chance fast schon fahrlässig, als Reitz (85.) nach Pass von Honorat am Elfmeterpunkt frei zum Abschluss kam, den Ball aber links am Tor vorbeisetzte.
Gladbach drückte weiter - und wurde für sein Engagement schließlich belohnt. Nach einem Steckpass von Reitz war Tabakovic (88.) durch, lief auf Kobel zu und schob den Ball in die rechte untere Ecke. Zunächst gab der Schiedsrichter das Tor wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht, doch nach Überprüfung durch den Videoschiedsrichter zählte der Treffer. "Das fühlt sich definitiv gut an, aber das bin nicht nur ich gewesen", sagte Tabakovic. "Das war eine sehr gute Mannschaftsleistung, von der ersten Minute".
Gladbach nun in Augsburg
Am nächsten Spieltag tritt Gladbach beim FC Augsburg (09.05./15:30 Uhr) an, ehe das Saisonfinale gegen die TSG Hoffenheim (16.05./15:30 Uhr) ansteht. Dortmund empfängt zunächst Eintracht Frankfurt (08.05./20:30 Uhr), am letzten Spieltag reist der BVB zu Werder Bremen (16.05./15:30 Uhr).
Unsere Quellen:
- Spiel zwischen Gladbach und Dortmund am 03.05.2026
Sendung: WDR.de, "Gladbach siegt im Borussen-Duell - die Audio-Highlights", 03.05.2026, 20:12 Uhr