Borussia Mönchengladbach hat nach der 1:4-Schlappe bei Bayern München fünf Punkte aus den vergangenen drei Liga-Spielen geholt. Klingt für einen Abstiegskandidaten erstmal gut, aber gerade bei den jüngsten Unentschieden gegen die direkten Konkurrenten 1. FC Köln (3:3) und 1. FC Heidenheim (2:2) muss man wohl von verpassten Chancen reden.
Gladbacher Fans quittieren passiven Auftritt mit Pfiffen
Die zwischenzeitlichen Pfiffe der eigenen Fans im Heimspiel gegen das abgeschlagene Schlusslicht aus Heidenheim, waren am vergangenen Spieltag ein deutlicher Hinweis, dass das Gladbacher Publikum mit der Passivität der Mannschaft von Trainer Eugen Polanski mehr als unzufrieden war.
So verpasste es die Borussia, ihren Vorsprung vor St. Pauli und damit den Relegationsplatz auf sieben Punkte auszubauen. Sich am Samstag im Gastspiel beim Champions-League-Anwärter RB Leipzig von der Abstiegszone abzusetzen, dürfte deutlich härter werden. Der Tabellendritte aus Leipzig kann sich mit nur drei Punkten Vorsprung vor Hoffenheim auf Rang fünf im Grunde keine Punktverluste gegen Kellerkinder leisten.
Die Null halten und trotzdem aktiv bleiben. Borussias Trainer Eugen Polanski zur Marschroute in Leipzig
Über die Schwere der Aufgabe macht sich Polanski keine Illusionen, obwohl die Gladbacher beim torlosen Remis im Hinspiel bewiesen haben, dass sie auch gegen Topteams bestehen können. "Wichtig ist, dass wir unser Tor schützen, die Null halten und trotzdem aktiv bleiben", sagt Polanski.
Polanski sieht bei Reitz kein Motivations-Problem
Beim Versuch, die Passivität aus dem Heidenheim-Spiel gegen deutlich stärkere Leipziger abzuschütteln, setzt Polanski auf seinen Kapitän Rocco Reitz, der im Sommer zu RB wechseln wird: "Ich bin sicher, dass er sich ordentlich verabschieden möchte und auch am Samstag bei seinem neuen Verein zeigen will, was er kann."
Wir haben alles in der eigenen Hand und wissen, dass wir bis zum Ende strampeln müssen. Gladbachs Sportchef Rouven Schröder
Letztlich werde es in Leipzig aber um "kollektiven, guten Fußball" gehen und der Gladbacher Coach ist zuversichtlich, "dass wir den auf den Platz bringen können". Dies vorerst allerdings weiter ohne Tim Kleindienst, der individuell trainiert. Dagegen machen Nathan Ngoumou, Robin Hack und Kota Takai nach ihren Ausfällen laut Polanski "einen guten Eindruck" und könnten wohl zum Einsatz kommen.
Borussias Sportchef Schröder setzt auf "Positivität"
Einen Haken am verpassten Befreiungsschlag gegen Heidenheim würde Gladbachs Sportchef Rouven Schröder gerne machen und versucht, die zuletzt gezeigte Passivität auf dem Platz durch demonstrative "Positivität" zu ersetzen: "Es hat sich nach dem 2:2 gegen Heidenheim nicht viel verändert. Wir haben alles in der eigenen Hand."
Dasselbe gilt nach vier Siegen in den vergangenen fünf Spielen jedoch für die Leipziger und ihr Ziel Champions League. Dass sie auf diesem Weg ausgerechnet gegen Gladbacher straucheln, denen sie neben einer "Formkrise" auf ihrer Homepage auch eine große "Defensivschwäche auf fremden Plätzen" attestieren, damit rechnet beim Tabellendritten wohl kaum jemand.
Unsere Quellen:
- Borussia Mönchengladbach
- RB Leipzig
- Nachrichtenagenturen dpa und sid
Sendung: WDR.de, "Borussia Mönchengladbach - mit "Positivität" gegen Leipzig", 10.04.2026 14:51 Uhr