In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Reinhard:
- wie unterschiedlich Weinman und Teruzzi aufwachsen,
- was Teruzzi an der Amerikanerin fasziniert,
- warum eine Scheidung nicht möglich ist und woran eine Annulierung der Ehe scheitert,
- wie eine Kiste voller Familienpapiere das faschistische Liebesdrama aufdeckt.
Die Hochzeit von Lilliana Weinman und Attilio Teruzzi am 24. Juni 1926 in Rom ist ein spektakuläres gesellschaftliches Ereignis. Die gesamte faschistische Funktionselite ist anwesend, Trauzeuge Benito Mussolini inklusive. Die Ehe der gefeierten amerikanischen Opernsängerin und dem hochdekorierten Kriegsveteranen gilt als schillernd - dass Lilliana Jüdin ist, interessiert da noch niemanden.
Doch mit dem Machtaufstieg des Faschismus verändert sich auch das Frauenbild. Lillianas Eigenständigkeit, ihr Glamour und ihre Freiheit werden zum Problem. Teruzzi fordert die Scheidung - seine Frau und die katholische Kirche aber denken gar nicht daran, dem zuzustimmen. Was folgt ist ein erbitterter, 18 Jahre andauernder Gerichtsstreit.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
- Victoria de Grazia, Autorin des Buches "Der perfekte Faschist"
- Sven Reichardt, Historiker und Faschismusforscher
- Victoria de Grazia: Der perfekte Faschist. Eine Geschichte von Liebe, Macht und Gewalt. Berlin 2024
- Hans Woller: "Geschichte Italiens im 20. Jahrhundert". München 2010
- Antonio Scurati: "M. Der Sohn des Jahrhunderts" (Roman). Stuttgart 2020
- Sven Reichardt: "Faschistische Kampfbünde. Gewalt und Gemeinschaft im italienischen Squadrismus und in der deutschen SA". Köln 2009
Weiterführende Links:
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Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Anja Reinhard
Redaktion: Sefa Inci Suvak