In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:- welche Werke und Autoren auf den Index Librorum Prohibitorum gesetzt werden,
- warum sogar einzelne Fassungen der Bibel auf dem Index landen,
- dass Martin Luther gleich doppelt auf die Verbotsliste gesetzt wird,
- welches das geheimste Kirchenarchiv ist.
1559 erscheint der erste vatikanische Index. 407 Jahre später, bei seiner Aufhebung 1966, enthält er über 6.000 Titel und Autoren. Er ist der Giftschrank gefährlicher Werke, die Katholiken nicht lesen, nicht drucken, nicht verkaufen, nicht besitzen dürfen.
Bei der Indizierung geht es nicht nur um Theologie, sondern um alles, was mit dem Medium Buch verbreitet wird. Es geht um alle Wissenschaften, um Literatur, es geht um Medizin. Es geht um ein Wissensmonopol.
Mit der Aufklärung im 18. Jahrhundert verliert der Index zunehmend an Wirkmacht. Und im 20. Jahrhundert scheint er wie aus der Zeit gefallen. Längst lesen auch Katholiken die verbotenen Bücher, mal offen, mal heimlich.
Mitte der 1960er-Jahre reformiert Papst Paul VI. die Verwaltung des Vatikans. Ihre oberste Behörde, die Glaubenskongregation, bis dato für den Index zuständig, soll entmachtet werden. In der Notifikation vom 14. Juni 1966 wird der Index aufgehoben. Es werden keine weiteren Bücher mehr verboten.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:- Hubert Wolf, Kirchenhistoriker, Universität Münster
- Hubert Wolf: Index - Der Vatikan und die verbotenen Bücher. München 2006
- Nicola Roßbach, Hg.: Zensur, Baden Baden 2024
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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Marfa Heimbach
Redaktion: Jakob Schiffer und Frank Zirpins
Technik: Sascha Schiemann