Gegründet im amerikanischen Bürgerkrieg
„Das Grab des unbekannten Soldaten wurde nach dem Ersten Weltkrieg errichtet. Vorbilder waren das französische und britische Grab des unbekannten Kriegers“, erzählt Christopher Warren. Er ist Historiker des Arlington National Cemetery. Der 56-jährige US-Air Force Veteran kennt die Geschichte des Friedhofes wie kein anderer und weiß auch: Als der Nationalfriedhof während des Sezessionskriegs gegründet wurde, bestattete man die schwarzen Soldaten in eigenen Sektionen. Heute gibt es 70 verschiedene Bereiche – einen für die Toten der Kriege im Irak und Afghanistan, einen für Frauen in der Armee, einen für Krankenschwestern. 420.000 Gräber von gefallenen Veteranen und ihren Familienangehörigen befinden sich auf dem Gelände.
Im Tod sind alle gleich
Arlington ist nicht nur ein riesiger, idyllischer Landschaftsfriedhof mit gepflegtem Rasen, altem Baumbestand, Hügeln und Bächen. Der Nationalfriedhof steht auch für die Bürokratisierung des Todes. Denn nicht jeder x-beliebige US-Amerikaner darf hier bestattet werden, wie Historiker Warren erklärt: „Man muss gedient und das Recht auf eine Militär-Rente haben. Oder man muss im Kampf gestorben sein oder das Verwundetenabzeichen tragen. Man bekommt auch ein Begräbnis, wenn man die Tapferkeitsmedaille der US-Streitkräfte erhalten hat – einschließlich der Ehefrauen und Kinder.“ Alle Glaubensgemeinschaften sind auf dem Friedhof vertreten. 70 religiöse Symbole auf den Einheitsgrabsteinen erlaubt das US-Militär, darunter Embleme für Atheisten, Buddhisten, Christen, Muslime, Zoroastrier – sogar Thors Hammer für das Germanische Neuheidentum darf als Zierschmuck verwendet werden. Schnittblumen sind erlaubt. Topfpflanzen allerdings verboten – genau wie anderer Grabschmuck.
Autor: Michael Marek
Eine Sendung des SWR 2025
Redaktion im WDR: Christina-Maria Purkert
Das Lebenszeichen läuft immer sonn- und feiertags um 08.30 Uhr auf WDR 3 und sonntags um 08.04 Uhr auf WDR 5.