Live hören
ARD Infonacht
22.03 - 06.00 Uhr ARD Infonacht
Ein paar Kinderschuhe hängt zum Gedenken an einer Wand nahe dem Kinder-Massengrab in Tuam

Die Nonnen und die toten Kinder von Tuam

Stand:

Vier Jahrzehnte lang herrschte in irischen Mutter-Kind-Heimen das Grauen: Die Mütter leisteten Zwangsarbeit, viele Kinder starben. Allein in Tuam verscharrten die Nonnen 796 Kinderleichen in einer Grube. Die Aufarbeitung läuft schleppend.

In der Klärgrube verscharrt

Katholische Nonnen haben zwischen 1925 und 1961 in der irischen Stadt Tuam bis zu 800 Kleinkinder in Klärgruben eines Mutter-Kind-Heims vergraben, wie 2014 bekannt wurde. Die meisten der unehelich geborenen Kinder waren infolge von Vernachlässigung gestorben. Andere Kinder wurden den Müttern, die als "gefallene Mädchen" galten, weggenommen und zur Adoption nach Amerika freigegeben.

Aufarbeitung mit Hindernissen

Eine staatliche Kommission hat das Geschehen in Tuam und anderen kirchlichen Heimen untersucht. Sie legte 2021 einen Bericht vor, der - so Angehörige - viel verschweigt. Inzwischen haben sich Irlands Regierung und der in Tuam verantwortliche Orden entschuldigt und Wiedergutmachung versprochen. Nun werden die Leichen exhumiert und identifiziert. Die Angehörigen erhoffen sich nun zumindest Gewissheit und eine würdige Bestattung.

Die Nonnen und die toten Kinder von Tuam

WDR Lebenszeichen 07.09.2025 29:29 Min. Verfügbar bis 05.09.2026 WDR 5


Download

Autor: Thomas Kruchem

Redaktion: Christina-Maria Purkert

Mehr zum Thema:

Das Lebenszeichen läuft immer sonn- und feiertags um 08.30 Uhr auf WDR 3 und sonntags um 08.04 Uhr auf WDR 5.