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Der Rothaarsteig: ein sandiger Wanderweg der in einen Tannenwald führt

25 Jahre Rothaarsteig – vom Dreiherrenstein zum Giller

Stand:

Ein Fernwanderweg, der von Brilon nach Dillenburg führt, mit farbigem Wegezeichen, eigenen Waldmöbeln und der eines schaffen soll: das Wandern von altem Staub befreien.

Von Andrea Klasen

Rothaarsteig Teil 2: Von Zinse über Dreiherrenstein bis Giller

WDR 4 Wanderschön 10.05.2026 02:27 Min. Verfügbar bis 08.05.2027 WDR 4


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Damals revolutionär: Der Rothaarsteig feiert Geburtstag

Am 6. Mai 2001 wird der 157,6 Kilometer lange Rothaarsteig an der Ginsburg im siegerländischen Hilchenbach eröffnet. Der Weg hat keine geringere Aufgabe, als das Wandern wieder salonfähig zu machen. Das Wandern war Anfang der 2000-Jahre nur noch etwas für ältere Herren mit Wanderstock und Knickerbockerhosen. Die Macher dieses Weges wollen junge, sportliche ambitionierte Menschen ins Sauerland locken. Der Plan geht auf: Heute sind pro Jahr etwa 1,2 Millionen Menschen auf dem Rothaarsteig unterwegs.

Startpunkt: Brilon oder Dillenburg

Man kann im sauerländischen Brilon starten, genauso gut aber auch im hessischen Dillenburg. Der Weg führt entlang des Rothaarkamms, man bleibt oben auf dem Höhenzug. Die im Tal liegenden Ortschaften sind durch Zubringerwege angeschlossen. Der Weg kann klassisch in den acht Etappen gelaufen werden oder in längeren oder kürzeren Etappen. Hotels bieten Gepäcktransfer an.

Wandern und Einkehren am Giller

Wir sind in Erndtebrück-Zinse gestartet, von dort aus über den Zubringer zum Dreiherrenstein gelaufen, dann weiter auf dem Hauptweg zum Giller in Hilchenbach-Lützel. Das sind zehn Kilometer Strecke. Am Giller kann man in der Liftschänke einkehren. Einem futuristisch anmutenden Gasthaus mit eigenem Bier und spektakulärer Aussicht in die Ginsburger Heide. Für Kinder gibt es eine Murmelbahn. Die Holzmurmeln können in der Liftschänke ausgeliehen werden. Unbedingt die Zitronen-Limetten-Limonade probieren!

Der Rothaarsteig feiert 25. Geburtstag

Man läuft etwa 158 Kilometer nur auf dem Höhenzug des Rothaargebirges. Das ist weit weg von der Zivilisation. Für die Konzeption dieses Weges in den Neunzigerjahren wurde sogar ein Natursoziologe mit ins Boot geholt.

Der Rothaarsteig: Weiblick in den Kreis Olpe und viel blauer Himmel mit Wölkchen

Oder hier, am Dreiherrenstein bei Erndtebrück-Zinse im Wittgensteiner Land. Der Blick geht in den Kreis Olpe. Wer den Steig Richtung Brilon läuft, gelangt von hier bald zum Rhein-Weser-Turm. Ab da hat man weniger Schotter und mehr Waldboden.

Viel Himmel und viel Weite über dem Kopf. Der Rothaarsteig führt durch eine abwechslungsreiche Natur: durch Mischwälder, an zahlreichen Quellen (Sieg-Lahn-Eder) vorbei, vom Weg aus können Moore bestaunt und wunderschöne Bachtäler genossen werden.

Ein Nachteil des Rothaarsteigs: Vielerorts führt er über geschotterte Wirtschaftswege. Die wurden angelegt, um nach Kyrill und dem Borkenkäferbefall der vergangenen Jahre das Holz abtransportieren zu können. Die Macher des Rothaarsteigs arbeiten daran, künftig weniger Schotterwege anzubieten.

Traumhafte Weitblicke bietet der Weg an vielen Stellen. Hier zwischen der Ginsburg in Hilchenbach und dem Giller in Hilchenbach-Lützel. Man schaut ins Siegerland.

Oder hier, am Dreiherrenstein bei Erndtebrück-Zinse im Wittgensteiner Land. Der Blick geht in den Kreis Olpe. Wer den Steig Richtung Brilon läuft, gelangt von hier bald zum Rhein-Weser-Turm. Ab da hat man weniger Schotter und mehr Waldboden.

Eine kleine Passage auf Waldboden läuft man kurz vor dem Giller auf der Lützel.

Ein Wegabschnitt hinter dem Dreiherrenstein in Richtung Elberndorfer Bachtal: Hier oben ist man weit weg von allem. Das tut gut! Unbedingt einen Abstecher "in die Elberndorf" machen. Dort gibt es Übergangsmoore und wer Glück hat, sieht einen Schwarzstorch.

Kurz vor der Ginsburg in Hilchenbach stehen diese Waldsofas. Waldmöbel, die extra für den Rothaarsteig designed wurden. Die Wellenform soll die hintereinander gestaffelten (manchmal blauen) Bergrücken widerspiegeln, deren Schönheit man während des Weges bestaunen kann. Auch im Wegezeichen des Rothaarsteigs spiegeln sich diese "schwingenden Landschaften" wider.

Anfahrt:

Wanderparkplatz Zinse (oberer Parkplatz am Ende des Dorfes)
Große Mittel
57339 Erndtebrück-Zinse

Weitere Wanderungen und Spaziergänge bei WDR 4

Sendung: WDR.de, WDR 4 Wanderschön, 08.05.2026, 11 Uhr