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Robert Aramayo als John in einer Szene des Films "Verflucht Normal"

Verflucht normal

Stand:

John Davidson leidet unter einer besonders schweren Form des Tourette-Syndroms. Die Filmbiografie "Verflucht normal" ist mitreißend, anrührend und warmherzig.

Von Andrea Burtz

Verflucht normal

WDR 2 Kino 28.05.2026 03:11 Min. Verfügbar bis 27.05.2028 WDR 2


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Darum geht's

Galashiels, eine schottische Kleinstadt zu Beginn der 80er Jahre. Der 12-jährige John, großes Torwarttalent, hat sich in der Schule und auf dem Sportplatz plötzlich nicht mehr unter Kontrolle. Er zuckt, schlägt, schreit übelste Beschimpfungen.

Niemand im dem Örtchen denkt an eine Krankheit. Lehrer, Trainer und Eltern unterstellen dem bislang unauffälligen Jungen schlechtes Benehmen. Sein Zucken, Spucken und Fluchen wird immer schlimmer. Die Mutter verbannt ihren Sohn zum Essen auf den Fußboden vor dem Kamin, der überforderte Vater verlässt die Familie.

Mit Mitte 20 lebt John, der keine Anstellung findet, immer noch bei seiner Mutter. Das ändert sich erst, als er einem alten Schulfreund wiederbegegnet. Denn dessen Mutter Dottie ist Krankenschwester mit Psychiatrieerfahrung. Sie hat Tourette-Patienten erlebt, erkennt Johns Verfassung und kann mit ihm umgehen. Durch ihre Unterstützung entdeckt John endlich seine Chancen im Leben.

Darum geht's wirklich

"Verflucht normal" ist ein biographischer Spielfilm, der die Lebensgeschichte von John Davidson erzählt, der in Großbritannien Aktivist und Kampagnenführer für das Tourette-Syndrom ist.

Die spielen mit

Robert Aramayo spielt John mit Tourette-Syndrom, Sherley Henderson dessen Mutter. Peter Mullen ist in der Rolle des verständigen Hausmeisters zu sehen. Alle Tourette-Patienten in Nebenrollen sind mit Betroffenen besetzt.

Leben mit Tourette: "Wie eine zweite Persönlichkeit"

WDR 2 28.05.2026 04:03 Min. Verfügbar bis 27.05.2028 WDR 2


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Das sagt Kinokritikerin Andrea Burtz

Dieser Film trifft einfach ins Herz. Es gelingt Regisseur Kirk Jones meisterhaft, die Leichtigkeit einer Komödie mit der Schwere einer lange unerkannten Krankheit zu verbinden. Zum Glück nimmt er das Happy End vorweg: John wird von der Queen mit dem Orden des British Empire für seine Verdienste ausgezeichnet, die Krankheit bekannt zu machen und Betroffene in Meetings zu unterstützen. Bei den Feierlichkeiten wird auch die Queen von John mit einer Beschimpfung bedacht, die gleich den dramatisch-komödiantischen Ton dieses besonderen Films setzt.

Erst dann springt die Story zurück in Johns Jugend in der Provinz zu einer Zeit, in der die Krankheit noch nicht als solche erkannt wurde. John wird ständig missverstanden, ausgegrenzt, verprügelt. Erst als erwachsener Mann erfährt er Zuspruch über die Mutter eines Freundes, die als Krankenschwester Erfahrungen mit Tourette-Kranken hatte. Mit ihrer Hilfe findet einen Job als Hausmeistergehilfe in der Gemeinde und endlich Selbstsicherheit.

Neben allen Härten wird die Krankheit auch von ihrer komischen Seite gezeigt und durch britischen Humor abgefedert. Hauptdarsteller Robert Aramayo hat John Davidson wochenlang begleitet, um dessen Tics zu studieren.

Mit unbeschreiblicher Energie schafft es John, allen Demütigungen zum Trotz, um Akzeptanz zu kämpfen, das Beste aus seinem Leben zu machen und anderen Mut zu geben. Denn bislang ist lediglich eine Minderung der Symptome, aber keine Heilung möglich. Nach zwei bewegenden Kinostunden ist einem dieser nette, fluchende Kerl längst ans Herz gewachsen.

Die Bewertung auf einen Blick

Fünf von fünf

Drama, Großbritannien 2026

Länge: 121 min

Ab 12 Jahren

Kinostart: 28. Mai 2026

Sendung: WDR 2 Morgenmagazin, 28.05.2026, ab 05.05 Uhr

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