Darum geht's
Die 30-jährige Fahrradkurierin Valeska ist entnervt, als ihr Vater unangekündigt bei ihr in Hamburg auftaucht und sich plötzlich in ihr Leben mischt. Ihr Verhältnis war doch immer distanziert. Zudem hat sie Ärger in der Beziehung und gerade von ihrer Schwangerschaft erfahren.
Nach einem Fahrradunfall springt ihr Vater ungebeten für sie ein. Doch eigentlich ist er zu seiner einzigen Tochter gekommen, um sich fernab von Zuhause vor einer fatalen Diagnose zu drücken, die ihn dann jedoch einholt.
Darum geht's wirklich
Eine Vater-Tochter Beziehung in besonders schweren Zeiten auszuloten.
Die spielen mit
Mala Emde ("Köln 75") spielt Valeska, Christoph Maria Herbst hat die Rolle ihres Vater, Friseur Bert, übernommen.
Das sagt Kinokritikerin Andrea Burtz
Bert ist ein Vater in gebügelter Freizeitkleidung, der seiner 30-jährigen Tochter heimlich das Shampoo austauscht, damit ihr Haar nicht fettet und der sie abends mit ihrem gerösteten Lieblingssandwich überrascht. Einer, der gern kontrolliert und Gemütlichkeit herbeizaubern will.
Schnell ist klar, dass die Beziehung der beiden große Risse hat, Vater Bert mit der Erziehung seiner pubertierenden Tochter Probleme hatte. Die lange zurückliegenden, nie besprochenen Probleme zu klären, reicht Drehbuchautor Brix Koethe jedoch nicht.
Neben dem Generationenkonflikt verhandelt der Film auch Valeskas komplizierte Beziehungen, Berts Krankheit und das fordernde, weil teure Leben in der Großstadt.
Für einen 90-minütigen Film, der zudem immer wieder komödiantische Töne anschlägt, eine Menge. Zeit zu vertiefen bleibt da nicht, im letzten Drittel werden Erzählstränge im Galopp abgehakt.
Mala Emde überzeugt als gebeutelte Frau, die sich ihr Leben lang durchschlagen musste. Christoph Maria Herbst hingegen spielt diesen Bert routiniert so, wie man ihn in Rollen schon häufig gesehen hat: als pedantischen Durchschnittstypen mit Herz, der immer wieder aneckt.
"Sommer auf Asphalt" folgt einer interessanten Grundidee, in der Umsetzung gibt es aber noch Luft nach oben.
Die Bewertung auf einen Blick
Drei von fünf Sternen
Tragikomödie, Deutschland 2026
Regie: Simon Ostermann
Länge: 92 Minuten
Ab 12 Jahren
Kinostart: 04.06.2026
Sendung: WDR 2 Der Nachmittag, 3.6.2026, ab 15:05 Uhr