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Isabelle Huppert als Marianne Farrère in einer Szene des Films "Die reichste Frau der Welt"

Die reichste Frau der Welt

Stand:

Eine milliardenschwere Erbin, ein dreister Fotograf, teure Geschenke und eine misstrauische Familie: "Die reichste Frau der Welt" ist eine vergnügliche und bitterböse Gesellschaftssatire mit Isabelle Huppert.

Von Andrea Burtz

Die reichste Frau der Welt

WDR 2 Kino 23.04.2026 03:08 Min. Verfügbar bis 22.04.2028 WDR 2


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Darum geht's

Marianne Farrère, Erbin eines Kosmetikkonzerns, ist superreich, hübsch und machtversessen. Bei einer Fotosession begegnet sie dem ehrgeizigen Fotografen Pierre-Alain Fantin, der sie auf unverschämte Art umgarnt und überzeugt, ein Genie zu sein.

Der selbstbewusste Künstler nistet sich in Farrères Großbürgerlichkeit ein – in Machtstrukturen und grenzenlosen Luxus. Unter den Augen ihres Ehemanns stattet er die Empfangsräume des Anwesens komplett neu aus, hängt seine Kunst an ihre Wände. Aus Aufträgen und freundlichen Zuwendungen werden riesige Geschenke. Fantin fordert, Marianne überweist. Es sollen riesige Millionenbeträge werden.

Denn Farrère, die keinen Widerspruch kennt, ist fasziniert von dem homosexuellen Mann, der sogar seinen Partner in die bürgerliche Familie schleust. Doch Frédérique, Mariannes einziges Kind, ist alarmiert von dessen intrigantem Spiel: Sie kämpft um ihr Erbe, den Zusammenhalt der Familie und die Liebe ihrer Mutter. Zum Glück gibt es noch einen moralisch aufrechten Butler, der über Familiengeheimnisse und fragwürdige Spenden in astronomischen Höhen mehr weiß, als er sagt. Es beginnt ein Krieg, in dem jedes Mittel recht ist.

Darum geht's wirklich

Die Komödie ist an reale Personen und Ereignisse angelehnt: Die Figur der reichen Erbin erinnert an die verstorbene L’Oréal Erbin Liliane Bettencourt, der Fotograf ähnelt dem Fotografen François-Marie Banier, der große Geldgeschenke von Bettencourt bekam und von deren Tochter verklagt wurde.

Die spielen mit

Isabelle Huppert brilliert als Marianne Farrère, der Fotograf Pierre-Alain Fantin wird von Laurent Lafitte verkörpert.

Das sagt Kinokritikerin Andrea Burtz

Die Rolle der superreichen, eleganten Marianne ist Isabelle Huppert auf den Leib geschrieben: Die zunächst unterkühlte Frau in biederen Kostümen wird durch Fotograf Pierre-Alain zu einer Lebefrau, die das Geld zum Fenster rauswirft. Als reichste Frau der Welt hat sie genug davon.

Gleich beim ersten Treffen merkt der unverschämte Künstler an, dass Mariannes Frisur nicht sitze. Künftig bringt Pierre-Alain Schwung in ihr Haar und ihr biederes Leben. Die Freude zeigt sich zunächst in teurer Inneneinrichtung, Mariannes Kleidung und wilden Partys. Schnell verprasst der Eindringling Millionenbeträge auch zum eigenen Plaisir. Eine Art "Vergnügungssteuer", die sich Marianne zwar leisten kann, aber ihre Familie wütend macht. Besonders Tochter Frédérique, die sich nach Liebe ihrer Mutter sehnt und zusehen muss, wie sie echte Emotionen ausgerechnet dem Eindringling in die Familie schenkt. Sie kämpft um emotionale und finanzielle Zuwendung ihrer Mutter.

An dieser Stelle lässt der Film ein Kapitel aus Liliane Bettencourts Leben aus, die nach einem Sturz gebrechlich und auf Hilfe angewiesen war. Im Film ist Marianne bis zum Ende eine eigenwillige, selbstbestimmte Frau, die bei klarem Verstand hunderte Millionen an einen Möchtegern-Künstler verschenkt, der ihr im Gegenzug zeigt, wie leicht das Leben sein kann und wie einsam Vermögen macht.

Regisseur Thierry Klifa kann sich in seiner Satire auf ein Hauptdarstellerduo verlassen, das Pointen trifft und innere Vorgänge sichtbar macht. Eine unterhaltsame, großartige ausgestattete und gespielte Komödie, die zeigt, dass Geld allein nicht glücklich macht.

Die Bewertung auf einen Blick

Vier von fünf

Komödie, Frankreich/Belgien 2025

Länge: 122 min

Ab 12 Jahren

Kinostart: 23. April 2026

Sendung: WDR 2 Der Nachmittag, 23.04.2026, ab 15.05 Uhr

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