Der Hintergrund: Vergangene Woche hatten das Umwelt-, Wirtschafts- und Landwirtschaftsministerium bei einer gemeinsamen Pressekonferenz den Startschuss für das Bewerbungsverfahren gegeben. Zunächst kann man unverbindlich sein Interesse bekunden. Als Input veröffentlichte das Land aber schon mal eine Karte mit sechs Regionen, die es für besonders geeignet hält.
Reichswald fürchtet schwierigen Prozess
Fürsprecher und Gegner in Egge
Um einen möglichen "Nationalpark Egge" wird vor Ort schon lange debattiert. Es gibt bereits einen Förderverein, Naturschutzvereine sprechen sich für einen Nationalpark aus. Es existiert aber auch massiver Gegenwind - unter anderem lehnen die CDU und die FDP im Kreis Höxter einen Nationalpark ab. Die Liberalen haben das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Kreistags am 5. Oktober gehievt. Der Kreistag Paderborn - der ebenfalls betroffen ist - reist am 22. September in den nordhessischen Nationalpark Kellerwald-Edersee, um sich ein Bild zu machen.
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Debatte im Landtags-Umweltausschuss
In einer Aktuellen Viertelstunde im Umweltausschuss des Düsseldorfer Landtags waren die Nationalpark-Pläne am Mittwoch Thema. Die Landesregierung sei den Prozess "konfus" angegangen, kritisierte der SPD-Abgeordnete René Schneider. Nötig sei eine fundierte fachliche Führung, damit sich alle in Kenntnis der Spielregeln beteiligen könnten. Auch Dietmar Brockes (FDP) forderte Klarheit über Ablauf und Zeitplan des Verfahrens.
Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) verteidigte die Pläne. Via Internet könnten sich Kommunen und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger informieren und beteiligen. Man wolle einen "ergebnisoffenen Prozess", betonte Krischer. Der Landtag sei darüber informiert worden. Bis Ende des ersten Quartals 2024 nehme man sich nun Zeit. Dann müssten formale Bewerbungen für den neuen Nationalpark eingereicht werden. Anschließend werde die Landesregierung eine Entscheidung treffen und eine Nationalpark-Verordnung erlassen.
Unsere Quellen:
- Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen
- dpa
- Krischer, Schneider und Brockes via Livestream Sitzung des Landtags-Umweltausschusses