Schon 2017 ist die gebürtige Bonnerin über die Reserveliste zum ersten Mal für die FDP in den nordrhein-westfälischen Landtag eingezogen. In der NRW-Landtagsfraktion war sie dann von 2017 bis 2022 schulpolitische Sprecherin.
Bei der Landtagswahl 2022 konnte sie sich dann aber nicht erneut durchsetzen, da ihr Listenplatz 14 aufgrund der geringen Stimmenzahl der FDP nicht ausgereicht hat. Anfang 2023 rückte sie jedoch nach, nachdem Joachim Stamp den Landtag verlassen hatte. Seitdem ist weiterhin für das Thema Schule zuständig, kümmert sich aber auch um Gleichstellung und Queerpolitik.
Von der Versicherungskauffrau zur Politikerin
Müller-Rechs beruflicher Werdegang begann dabei zuerst in der Versicherungsbranche. Schon ihr Vater und zwei Brüder sind in diesem Bereich tätig. Nach dem Abitur hat sie dann berufsintegriert studiert. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Versicherungskauffrau und studierte gleichzeitig Versicherungswesen an der FH Köln (heute TH Köln). Nach einigen Jahren bei einem Versicherungskonzern wechselte sie 2017 in die Politik, als sie in den Landtag einzog.
Noch während des Studiums ist sie den Freien Demokraten beigetreten. Dass sie ihre politische Heimat bei den Liberalen gefunden hat, wusste sie eigenen Angaben nach sicher, nachdem sie in der Oberstufe ein Referat über die Partei gehalten hatte.
FDP in der Krise?
Was die Entwicklung der FDP betrifft, sieht Müller-Rech verschiedene Ursachen für den Rückgang der Wählerstimmen auf Landes- und Bundesebene. Sie betont die Bedeutung, die Ursachen zu analysieren und Lösungsansätze zu entwickeln, um das Vertrauen in die Partei zu stärken.
Künstliche Intelligenz in der Politik
Zusätzlich hat Müller-Rech im vergangenen Sommer einen Masterabschluss erworben. Das Thema ihrer Masterarbeit beschäftigte sich mit politisch motivierten Deepfakes, also mit KI-generierten oder manipulierten Medien. Sie beschreibt die Technologie als faszinierend, weist aber auch auf die Risiken hin, die mit Desinformation und Meinungsmanipulation verbunden sind. Zudem leitet sie die Enquete-Kommission des Landtags zu Künstlicher Intelligenz, die sich mit den Chancen und Herausforderungen dieser Technologie befasst.
Fan mit "Schweiß, Blut und Tränen"
In ihrer Freizeit verfolgt Franziska Müller-Rech "mit Schweiß, Blut und Tränen" die Spiele des 1. FC Köln. Fan sei sie schon seit der dritten Klasse. Deswegen pflegt übt sie auch ein besonderes politisches Amt aus: Sie ist Gründungsmitglied und stellvertretende Vorsitzende der Liberalen Geißböcke – des Fan-Clubs des 1. FC Köln für Mitglieder der Freien Demokraten.
Neben dem Fußball schlägt ihr Herz außerem für den Bönnschen Karneval. Als Mitglied der Bonner Stadtsoldaten und des Damenkomitees Grün-Weiß Ramersdorf, ist es ihr eine Herzensangelegenheit, das Brauchtum zu erhalten und "kräftig mit Leben zu füllen".