Hausaufgaben abschaffen – Opposition läuft sich warm

Aktuelle Stunde 09.06.2026 32:14 Min. UT Verfügbar bis 09.06.2028 WDR Von Fritz Sprengart

Wahlkampfthema Schule

Will die SPD wirklich Hausaufgaben in NRW abschaffen?

Stand:

Der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl ist Oberstudienrat. Das Thema Schule bekommt nun Aufwind. Was will Lehrer Jochen Ott?

Wir wollen deine Meinung hören!

Jetzt mitdiskutieren

Bei den Schuldebatten im Landtag war SPD-Mann Jochen Ott in den letzten Jahren immer vorne mit dabei. Bis er 2010 in den Landtag einzog, arbeitete er als Lehrer an Gymnasien und einer Gesamtschule. Dass der 52-Jährige NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) nun mit dem Thema Schulpolitik herausfordert, ist nicht sehr verwunderlich.

Bildung ist eines von sechs Themen, die sich die SPD rund um das Thema Gerechtigkeit vorgenommen hat. Bis zur Landtagswahl Ende April 2027 dürften sich Schlagworte wie "gerechte Arbeit", "gerechtes Zusammenleben" und eben auch "gerechte Bildung" zum Mantra der Sozialdemokraten entwickeln.

Machen Hausaufgaben keinen Sinn mehr?

Jochen Ott, SPD-Fraktionschef in NRW | Bildquelle: dpa

Am Wochenende sorgte Ott für eine Schlagzeile im Spiegel, als er befand, Hausaufgaben seien "in der bisherigen nicht mehr sinnvoll", eine Feststellung, die Eltern und ihre Kinder ebenso wie das Lehrpersonal aufhorchen lassen dürfte. Am Dienstag präzisierte er gegenüber dem WDR, er habe nichts gegen Hausaufgaben. "Aber wenn der Lateinlehrer früher gesagt hat 'Übersetz das mal', dann hast Du das selbst gemacht. Heute weiß jeder 12-Jährige, ich gebe das bei einer KI ein und habe die Antwort in 30 Sekunden. Dann macht Hausaufgabe im klassischen Sinn keinen Sinn mehr."

Man müsse sich andere Formate überlegen, glaubt Lehrer Ott: "Durch KI haben wir eine beschleunigte Entwicklung, dass Wissen verfügbar ist. Und das bedeutet, dass du anfangen musst, die Kinder anders auf diese Welt vorzubereiten."

SPD stellt Pläne für Schulpolitik vor

WDR 5 Westblick - aktuell 09.06.2026 04:52 Min. Verfügbar bis 09.06.2027 WDR 5

Download Podcast

Der Plan: Eine große Schul- und Bildungsreform

Doch die Hausaufgaben sind nur ein medienwirksamer Aufhänger für das größere Thema, das allerdings deutlich sperriger und schwerer zu vermitteln ist. Die SPD will nicht weniger als einen ziemlich radikalen Umbau der Schullandschaft in Nordrhein-Westfalen. Sie orientiert sich dabei am Stadtstaat Hamburg, wo ein sozialdemokratisch geführter Senat die Zahl der weiterführenden Schulen auf zwei reduziert hat: Gymnasium und Stadtteilschule, wobei beide bis zum Abitur führen.

Auch im CDU-geführten Sachsen gibt es nur zwei Schultypen: die Oberschule bis Klasse zehn und das Gymnasium bis zum Abitur. Beide Bundesländer hält Ott für "erfolgreich".

SPD will aus vielen Schultypen wenige machen

"Wir verlieren aktuell 20 Prozent unserer Kinder, weil sie entweder keinen Schulabschluss machen oder einen schlechten", so Ott. 2024 seien das 13.500 jungen Menschen gewesen, die auf dem Arbeitsmarkt praktisch nicht zu gebrauchen seien und die "mit sehr hoher Wahrschenlichkeit in die sozialen Sicherungssysteme gehen". Es müsse vor allem darum gehen, dass alle Kinder einen vernünftigen Abschluss machen.

In NRW differenziert sich das Schulsystem in Haupt- und Realschule, Gymnasium, Gesamtschule, Sekundarschule und nun auch Primusschule. Hinzu kommen noch Berufskollegs und die Förderschulen.

Die Folge einer radikalen Verschlankung des Schulsystems wäre flächendeckender Ganztagsunterricht für alle. Das, was bis dahin Hausaufgaben waren, würde in den Schulen erledigt. Insofern wäre deren Wegfall eher eine Nebenwirkung. Künftig müsse es weniger um Vermittlung von Wissen und stattdessen mehr um Kompetenzen gehen, sagt Ott. Lehrer sollten Kindern Vorbilder sein und bei der Entwicklung der Persönlichkeit unterstützen.

Wahlkampfauftakt der SPD

Das alles sind Sätze, wie sie auf Wahlplakaten stehen könnten. Kein Wunder: Am kommenden Wochenende will die SPD Jochen Ott zu ihrem Spitzenkandidaten küren. Beim letzten NRW-Trend im Februar lag die SPD bei 20 Prozent, die CDU bei 35. Ott weiß: Mit Schulpolitik kann man in NRW Wahlen verlieren. Ob man sie damit auch gewinnen kann, ist eine offene Frage.

Unsere Quellen:

  • Pressegespräch und Interview mit Jochen Ott

Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 09.06.2026, 18.45 Uhr

Kommentare zum Thema

  • SPDEEEE kann weg ! e.V. 11.06.2026, 15:09 Uhr

    Sozis wollen nicht nur Hausaufgaben abschaffen,sondern vorsätzlich vor allem sich selbst.Das könnten sie an sich relativ schnell abwenden,wenn sie beginnen würden,Interessenvertretung für die zu machen, die sie einmal vielfach gewählt haben, die sie aber millionenfach in die Flucht geschlagen haben ,primär zur AFD. Das können sie aber nicht,weil sie offenbar vollständig dealtypische Masochisten sind, die höchtstes Glück dabei erfahren , geradezu betteln ,vom Michel permanent gequält, durch Liebesentzug malträtiert , geradezu fertig gemacht zu werden; das ist ihre Lebensmission und darum kämpfen sie auch daily an 365 Tagen in einem jeden Jahr rund um die Uhr. Arme Sozis ! Die einzige Leistung,die sie seit langem erfolgreich "gemeistert" haben, ist ihre Merzel aufgeschwatzte Brandmauer, die Erodierung der GG-Meinungsfreiheit mittels § 188 StGB,um jeden Kritiker ihrer Politik relativ einfach zum Schweigen bringen zu lassen . Wer hat uns verraten ? Die Sozialdemokraten !

  • au weia 11.06.2026, 13:34 Uhr

    Hier ist es wie im Fussball - wir haben gefühlt 80 Millionen (Hobby) Bildungsminister*innen. Neben zutreffenden Aussagen, viel aber früher und Anforderungen an andere. Richtig beim Lernen ist es, es "gut" zu machen und nicht "irgendwie". Hausaufgaben sind das personifizierte "irgendwie". Über das "gut" können wir gerne streiten und zu besseren Lösungen kommen.

  • Anonym 11.06.2026, 10:54 Uhr

    Sozis brauchen bekanntlich neue Wähler, weil sie viele Millionen viele Jahre lang . fleißig vertrieben haben , die so frustriert sind, daß sie in diesem Leben auch nicht mehr zu ihnen zurückkommen werden .Sie suchen daher jetzt vorzugsweise in Migrantenmilieus , im Ausland und bei unbedarften Jüngeren/sogar schon Schülern , z.B. hier per Suspendierung von Hausaufgaben ! Das sieht man auch am Personal, das sie jetzt häufig ins Schaufenster stellen : jung, telegen , feminim, unerfahren; z.B. Radovan, St. Hubertz .

    • Anonym 11.06.2026, 16:58 Uhr

      Die junge,fachfremde Bundesministerin Hubertz wird wahrscheinlich so enden , wie diestöckelnde Lambrecht bei der Truppe ! Wenn sie mal auf die Idee kommen sollte, auf eine Baustelle zu gehen , wird sie dort als junge Frau von den Bauarbeitern erst gar nicht für voll genommen ! In der künftigen Rezession wird ohnehin noch weniger gebaut, als ohnehin schon und die Wohnungen, die noch erstellt werden, decken gerade mal den altersbedingten Schwund .Durch die wohnungsnachfragesuchende unkontrollierte Migration wird sich danach die Wohnungsnot , das Problem schnell steigender Mieten weiter verschlimmern ! Hinzu kommen schlechte Jobchancen , bald sogar allgem. Massenarbeitslosigkeit aufgrund einer Jahre lang sich verschlimmernden Rezession und dann bleibenden Stagflation. Das sind schlechte Aussichten für arme Rentner oder junge Leute in D , die eine Familie gründen wollen.