Leichter Rückgang des Solar-Ausbaus | Aktuelle Stunde

00:33 Min. Verfügbar bis 03.02.2028

Solarstrom-Ausbau in NRW ging 2025 leicht zurück

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Das Ausbautempo bei der Solarenergie ist in NRW weiter hoch, gibt aber etwas nach. Inzwischen gibt es häufiger Freiflächen-Anlagen.

Der Neubau von Solaranlagen in Nordrhein-Westfalen ist 2025 etwas langsamer vorangekommen als noch in den beiden Jahren zuvor. Das zeigen Zahlen, die der Landesverband Erneuerbare Energie (LEE NRW) am Dienstag in Düsseldorf vorstellte.

Zahlen auf hohem Niveau

Mit genau 2.000 Megawatt (MW) neu installierter Solar-Leistung liegt der Zubau im vergangenen Jahr zwar weiter auf relativ hohem Niveau. Im Vergleich zum Jahr davor gab es aber ein Minus von knapp 15 Prozent. NRW liegt damit im bundesweiten Vergleich hinter Bayern und Baden-Württemberg auf Platz drei.

"Die Solarenergie hat sich zwar landesweit etabliert, der zuletzt zu beobachtende technische und wirtschaftliche Solar-Aufschwung ist allerdings vorerst gestoppt", sagte der LEE-Vorsitzende Hans-Josef Vogel angesichts der Bilanz.

Rückgang bei Solarzellen auf Dächern

"Der Solarboom basierte in Nordrhein-Westfalen fast ausschließlich auf privaten Dachanlagen. Genau in diesem Segment gab es im letzten Jahr bundes- wie auch landesweit ein Minus von annähernd 30 Prozent", erklärte er den Rückgang der Ausbauzahlen. Der LEE NRW vertritt die Interessen der Unternehmen in der Branche der Erneuerbaren Energien.

19 Prozent Freiflächen-Anteil

Drohnenbilder PV-Anlage Wuppertal

Freiflächen-Solarzellen in Wuppertal

Die Bundesregierung hat das Ziel ausgegeben, dass die Hälfte der neuen Solarzellen auf der Freifläche entstehen soll. Dabei werden die Solarzellen nicht auf Dächern, sondern mit Hilfe von Ständern am Boden installiert. Die Landesregierung unterstützt dieses Ziel - ist davon aber noch weit entfernt: 2025 betrug der Anteil der Freiflächen-Anlagen 19 Prozent.

Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber den Vorjahren (2024: 7,5 Prozent; 2023: drei Prozent), aber noch immer weit vom Ziel entfernt. Weil sie größer und leichter zu installieren sind als Dachanlagen, ist der Strom aus Freiflächen-Solarzellen meistens besonders günstig.

Mona Neubaur, Stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen

Mona Neubaur (Grüne)

"Beim Zubau der Solarenergie liegt NRW 2025 zum dritten Mal in Folge über der Zwei-Gigawatt-Marke - ein gemeinsamer Erfolg von Land, Kommunen, Unternehmen, Bürgerinnen und Bürgern", sagte Wirtschafts- und Energieministerin Mona Neubaur (Grüne). "Diesen Schwung nehmen wir mit, auch für den verstärkten Ausbau von PV-Anlagen auf Freiflächen."

Die oppositionelle SPD dagegen sprach von einem "deutlichen Rückschlag beim Ausbau der Solarenergie". "Mona Neubaur hat die Haushaltsmittel für die Förderung von Energieinfrastruktur wie Solaranlagen und Speicher um mehr als 18 Millionen Euro zusammengestrichen; für PV-Förderbausteine stehen nur noch 1,8 Millionen Euro zur Verfügung", kritisierte André Stinka, der energiepolitischer Sprecher der Fraktion.

Viele große Städte in Top 10 der absoluten Zahlen

Dort, wo Freiflächen-Anlagen entstehen, macht sich das in der Statistik bemerkbar. Traditionell sind die großen Städte die Orte, in denen der meiste Solarstrom nach absoluten Zahlen entsteht. Das ist naheliegend, denn in den dicht besiedelten Metropolen gibt es viele Dächer, die mit Anlagen ausgestattet werden können.

Vergangenes Jahr ist jedoch erstmals Jüchen mit großem Abstand der Ort in NRW, in dem die meiste Solarstrom-Leistung neu installiert wurde. Das liegt vor allem an mehreren großen Freiflächen-Anlagen, die in der Nähe der Autobahn 44 entstanden. Auch Bedburg und Hürth finden sich diesmal wegen Freiflächen-Anlagen in den Top 10 der Städte.

Kleine Gemeinden punkten bei "Leistung pro Einwohner"

Wenn man die neu installierte Solarstrom-Leistung im Verhältnis zur Einwohnerzahl betrachtet, sind kleinere Gemeinden weit vorn: Auch hier liegt Jüchen auf Platz eins, jedoch gefolgt von Aldenhoven, Bedburg, Niederzier und Fröndenberg. Die großen, einwohnerstarken Städte schneiden bei dieser Betrachtung nicht so gut ab.

Kritisch sieht der LEE NRW, dass von 4.000 Immobilien in Besitz des Landes nur 160 eine Solaranlage haben. "Wir vermissen die Ernsthaftigkeit, die gesetzlichen Vorgaben für das Land selbst umzusetzen. Das Land wird beim Ausbau Erneuerbarer Energien seiner Vorbildfunktion nicht gerecht", sagte der Vorsitzende Vogel.

Ausbauziele können erreicht werden

Nordrhein-Westfalen hat sich laut Energie- und Wärmestrategie vorgenommen, bis Ende 2030 "mindestens" 21 Gigawatt (GW) Solarstrom-Leistung installiert zu haben. Aktuell sind es 14,2 GW. Sollte der Ausbau des Solarstroms im aktuellen Tempo weitergehen, wird das Ziel für 2030 voraussichtlich erreicht.

Solarstrom-Ausbau in NRW geht leicht zurück

WDR Studios NRW 03.02.2026 00:41 Min. Verfügbar bis 03.02.2028 WDR Online

Jedoch sieht der LEE NRW immer größere Engpässe beim Anschluss der Solaranlagen ans Stromnetz. "Die Landesregierung wäre gut beraten, schnell die Bundesnetzagentur, viele Netzbetreiber, die Wind- und Solarbranche, die Politik und die Verbände an einen Tisch zu bringen, damit die Netze nicht zur Achillesferse für die NRW-Energiewende werden", heißt es vom Verband.

Ministerin Neubaur kündigte an, sie wolle auf "einen beschleunigten Netzausbau" setzen. "Der Ausbau der Erneuerbaren und ihre Integration in leistungsfähige Netze – deren Ausbau wir von Landesseite erleichtern – schaffen die infrastrukturelle Grundlage dafür, dass unsere Wirtschaft wieder an Stärke gewinnt", teilte sie mit.

Unsere Quellen:

  • Landesverband Erneuerbare Energien (LEE NRW)
  • Mona Neubaur (Grüne)
  • Zitate Hans-Josef Vogel
  • Energie- und Wärmestrategie NRW

Sendung: WDR.de, Solarstrom-Ausbau in NRW geht leicht zurück, 03.02.2026, 10:30 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 03.02.2026, 18:45 Uhr

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