Baustart für neuen Solarpark auf Garzweiler-Gelände
Lokalzeit aus Düsseldorf. 13.05.2025. 02:31 Min.. Verfügbar bis 13.05.2027. WDR. Von Raphael Boch.
Normalerweise sind die Naturschützer des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Energiekonzern RWE keine guten Freunde und selten einer Meinung. In diesem Fall ist das anders. Der geplante Solarpark entlang der Autobahn auf dem ehemaligen Gelände des Tagebaus Garzweiler ist ein gutes Projekt, wie BUND-Sprecher Dario Deilmann sagt.
"Die ganze Region ist ja in den letzten Jahrzehnten wirklich geschunden worden. Und in dem Grundsatz kann man sagen, wenn RWE das Ganze auch naturschutzfachlich korrekt plant und begleitet, ist das zu begrüßen." Dario Deilmann, Sprecher BUND
Sollten die gut 140.000 Solarmodule auf etwa einem Meter Höhe und nicht eng an eng stehen und Platz für Wiesen, heimische Blumen, Insekten und Tiere gelassen werden, sei sogar die Entwicklung eines Biotops möglich, so der Naturschützer.
"So kann eigentlich aus einer kargen Agrarwüste ein sehr strukturreiches Biotop werden, obwohl so ein Solarpark ja durchaus einen Eingriff in die Landschaft darstellt." Dario Deilmann, Sprecher BUND
RWE habe auch in der Vergangenheit gute Arbeit geleistet. Schließlich habe sich der Konzern zu einem umweltverträglichen Aufbau verpflichtet. Ganz grundsätzlich sei es einfach wichtig und dringend, dass der Ausbau der eneuerbaren Energien vorangetrieben werde, sagt der Naturschützer.
Versorgung einer Kleinstadt
Dass der Energiekonzern voll hinter seinem Großprojekt steht, scheint klar: Etwa 27.700 Haushalte sollen mit dem Strom aus Sonnenenergie versorgt werden können. 86 Megawatt entstehen hier, wenn alles fertig ist. Ende des Jahres soll es so weit sein.
Solarpark in der Nachbarschaft
Der geplante Solarpark zwischen Jüchen und Bedburg ist schon der zweite entlang der Autobahn. Bereits im vergangenen Jahr ist auf dem Stadtgebiet von Bedburg einer mit mehr als 58.000 Solarmodulen entstanden. Damit werden mehr als 7.250 Haushalte versorgt. Zudem gibt es inzwischen vier Speicheranlagen für den Strom.
Für den Energiekonzern ist das Projekt Garzweiler eines mit Prestige. Bis 2030 will RWE eine Leistung von 500 Megawatt im Rheinischen Revier umsetzen. Für den Strukturwandel auch mit Windkraftanlagen gibt der Energiekonzern bis zu 15 Milliarden Euro aus.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- RWE