Prognose: Bis 2050 etwa jeder Zehnte in NRW pflegebedürftig
Stand:
2050 wird etwa jede zehnte Person in NRW pflegebedürftig sein. Das zeigt eine Modellrechnung des Statistischen Landesamtes. Die SPD im Landtag wirft der Landesregierung vor, pflegende Angehörige zu wenig zu unterstützen.
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Jetzt mitdiskutierenDen Vorausberechnungen zufolge werden bis zum Jahr 2050 in Nordrhein-Westfalen knapp 1,7 Millionen Menschen und damit etwa jede zehnte Person pflegebedürftig sein. Das würde einem Zuwachs von über 20 Prozent gegenüber 2023 entsprechen, in dem knapp 1,4 Millionen Pflegebedürftige ermittelt wurden.
Im Vergleich zum Jahr 2023 wird die Zahl der Menschen in stationärer Pflege um ein Drittel steigen. Ähnlich sieht es bei den ambulanten Pflegediensten aus, auch sie werden mehr Menschen versorgen müssen.
Der Hintergrund: Im nächsten Vierteljahrhundert erreichen die geburtenstarken Jahrgänge der sogenannten Babyboomer-Generation ein Alter mit hohem Risiko, pflegebedürftig zu werden.
Ungefähr drei von fünf pflegebedürftigen Menschen sind weiblich. Zwischen 2023 und 2070 erwarten die Statistiker einen um elf Prozentpunkte stärkeren Anstieg bei den pflegebedürftigen Männern als bei den Frauen. Infolgedessen könnte der Frauenanteil laut Modellrechnung im Zeitraum leicht von 61 auf 59 Prozent sinken.
Münsterland besonders betroffen
Wenn die Modellrechnung zutrifft, werden wahrscheinlich auch die Kosten für Pflege steigen, denn es werden auch mehr Menschen Pflegegeld beziehen. In den Kreisen Coesfeld, Borken und Paderborn sind die Anstiege pflegebedürftiger Menschen höher als in anderen Teilen des Landes. Im Ruhrgebiet, vor allem in Hagen und Gelsenkirchen, fallen die Anstiege deutlich geringer aus.
Die Zahlen seien "ein Warnsignal von historischem Ausmaß", sagte der Gesundheitsexperte der SPD-Landtagsfraktion, Thorsten Klute. Er sprach von "alarmierende Entwicklungen". Klute: "Nordrhein-Westfalen steuert sehenden Auges in ein Pflegedesaster." Er warf der schwarz-grünen Landesregierung vor, pflegende Angehörige zu wenig zu unterstützen und nicht genug für mehr Pflegekräfte zu tun.
Zwar sei die Zahl der Azubis gestiegen, aber es würden auch viele abbrechen: 2023 lag die Quote bei 41 Prozent. Bei den neuen Zahlen von IT NRW fehle diese Angabe.
Mehr männliche Pflege-Azubis
Zum Jahresende 2025 waren 41.244 Personen in der Ausbildung zur Pflegefachkraft, teilt das Statistische Landesamt mit. Nach vorläufigen Ergebnissen sei das ein Plus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Es sind nach wie vor überwiegend Frauen, die die Ausbildung machen, doch seit dem Start der generalistischen Ausbildung 2020 ist der Männeranteil etwas gestiegen: War damals noch jeder vierte Auszubildende männlich, ist es heute jeder dritte. Auch unter den Studierenden im Bereich Pflege ist der Frauenanteil deutlich höher.
Mitarbeit: Amber Berger (Grafik)
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung des Statistischen Landesamt
- Nachrichtenagentur dpa
- Pressemitteilung der SPD-Landtagsfraktion
Sendung: WDR 2, Nachrichten, 18.03.2026, 09:00 Uhr
Sendung: WDR.de, Anstieg pflegebedürftiger Menschen in NRW, 18.03.2026, 10:20 Uhr


12 Kommentare
Kommentar 12: Franziska 1 schreibt am 20.03.2026, 11:31 Uhr :
Schäden die nicht mehr repariert werden, häufen sich bei Pflegebedürftigen. Auch bei Menschen die oft schwere körperliche Tätigkeiten bei der Pflegearbeit ausführen müssen, privat und beruflich. Senioren im Seniorenheim und angehende kranke Rentner sind anfälliger für Krankheiten und Verletzungen. Egal ob bei der sogenannten Babyboomer-Generation, auch die junge Generation lebt mit hohem Risiko, pflegebedürftig zu werden. Die Kosten für Pflege steigen, wer wird mehr davon profitieren? Die Pflegebedürftigen, der sie pflegen lässt bzw. pflegt? Wenn laufend zu wenig Personal vorhanden ist, hat jede Pflege-Seite nichts dabei gewonnen.
Kommentar 11: Franziska 1 schreibt am 19.03.2026, 20:59 Uhr :
Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)
Kommentar 10: Brigitta S. schreibt am 19.03.2026, 16:43 Uhr :
Was sagt die Politik zur Modellrechnung des Statistischen Landesamtes NRW bei der Pflege? Sie sagt: „Die nordrhein-westfälische Landesregierung unter Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sieht die pflegerische Versorgungslage in NRW bis zum Jahr 2030 „auch mit Blick auf die demografische Entwicklung bis 2030 grundsätzlich als stabil“ an“. Zitat. Super die Aussage der Politiker für nur vier Jahre.
Kommentar 9: Franziska 1 schreibt am 19.03.2026, 16:28 Uhr :
Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)
Kommentar 8: Brigitta S. schreibt am 19.03.2026, 14:47 Uhr :
Medizinische Fortschritte in DE haben dazu beigetragen, dass Menschen über 70, 80/90 Jahre erreichen. Organ-Krankheiten sind heute seltener, Medikamente erreichen es. Leider erzeugen oft Medikamente nichts Gutes für den Kopf. Deutschland spricht oft von Demenz, was sich durch Medikamente auswirken kann. Der Mensch soll in DE länger arbeiten, er wird es nur können, wenn DE gezielt den sogenannten Longevity-Trend in Singapur kopiert, dort ist seit ca. 60 Jahren das Alter um 20 Jahre höher gestiegen. Singapur fördert gezielt regelmäßige Gesundheitschecks, wo frühzeitige Erkennungen von Krankheiten zu erkennen sind und die Lebensqualität ihrer Menschen enorm sich erhöht. Gesundes Essen ist das A und O dabei. Die Ernährungsgewohnheit der Singapurer war entscheidend. Singapur gilt als Vorbild für staatlich geförderte Lebensverlängerung, das auf einen aktiven und gesunden Lebensstil setzt. Singapur jammert nicht über zu viel alte Menschen. Human pflegen oft Familien dort ihre Alten.
Antwort von Thomas aus Detmold , geschrieben am 20.03.2026, 09:27 Uhr :
Staatlich geförderte Lebensverlängerung - ist das sinnvoll? Warum müssen Menschen wegen der Versorgung ihrer altershalber selbstversorgungsunfähig gewordenen Angehörigen vereinsamen und psychisch vergammeln? Ist das nicht Menschenquälerei? Die Welt ist rettungslos übervölkert, das Klima zerstört. Wie sollen wir mehr arbeiten, wenn es keine Arbeit gibt? Der Markt ist gesättigt, wir haben Alles, was an Plastikmüll und Elektro(nik)schrott auf den Markt geworfen worden ist. Frei nach einem Münchener Straßenbahnwitz: „Ressourc'n san gnuag da, nur - d'Leit san halt zvui.“ Was mich selbst betrifft - lieber Grab als Rollstuhl, lieber Friedhof als „Pflege“-Heim. Das steht so, sinngemäß, in meiner Patientenverfügung.
Kommentar 7: Was tun? schreibt am 19.03.2026, 08:52 Uhr :
Es gibt den demographischen Wandel und es gibt bereits seit Ende der 70er Jahre weniger Geburten. - Dies wurde von der Politik ignoriert. Anstelle von Familienförderung und fehlgeleiteter Bildungspolitik >immer mehr Akademiker, die heute häufig arbeitslos sind oder in anderen Berufen tätig< - wurde nach dem Motto Politik betrieben: Immer mehr, immer höher - es wurde vergessen, das wir Pflegekräfte brauchen, das wir Handwerker benötigen, und noch viele Berufe mehr, die unser Aller Leben lebenswert machen. In der Bildungspolitik wurde mit jeder neuen Landesregierung ein neuer Bildungsplan erstellt. Genutzt hat das nur der Papierindustrie, denn sie hat ihn gedruckt. Bei der Pisa-Studie rangieren wir weit unten. Bildung ist Bundespolitik und nicht Landespolitik mit 16 unterschiedlichen Systemen. Ein Blick zu unseren europäischen Nachbarn ist zu empfehlen. Bildung ist das A und O für jedes Land und dies mit den richtigen Ansätzen und nicht klein, klein, klein
Antwort von Thomas aus Detmold , geschrieben am 19.03.2026, 11:06 Uhr :
Bloß nicht über Geburtenrückgang klagen! Die Welt ist rettungslos übervölkert, und Hitzetote, Flutopfer und Arbeitslose können keine Renten zahlen. Die Wirtschaft sollte sich auf Fortbestand, nicht auf Fortschritt konzentrieren, denn jeder Fortschritt geht in eine Sackgasse und wirft Arbeitslose ab. Der staatlich per ethischer Hintertüre verordnete Alterssiechzwang verstößt gegen die Grundrechte auf ein selbstbestimmtes Sterben und die Menschenwürde. Niemand soll gegen seinen Willen siechen müssen, sprich die gewaltsame Lebensverlängerung gegen Patientenwillen muss aufhören. Solange dies nicht geschieht, dürfen Staat und Ethikmoralprediger weder über die Kosten klagen noch diese den Siechpflichtigen und deren Angehörigen aufbürden.
Kommentar 6: Lara schreibt am 19.03.2026, 08:00 Uhr :
Man sollte hier bitte beachten, dass Pflegegrad nicht gleich Pflegegrad ist. Der rasante Antieg hat vorallem auch ein sehr großen finanziellen Aspekt. D.h Menschen, Kinder mit ADHS bekommen PG 2, Depressionen und gewußt wie und der monatliche Zusatzbetrag ist gesichert. Dazu die Entlastungsleistung und Verhinderungspflege 3539 Euro und es lohnt sich. Das ist gedulteter Betrug, da es so einfach gemacht wird. Es gibt nicht selten Fälle 2-3 Kinder PG 2, Mutter PG 2 das macht im Jahr 37100 Euro ! Im Jahr! Dazu Wohnumfeldverbesserung wie Badumbau. Es gibt natürlich die wirklichen Pflegefälle, den ist jeder Cent und Hilfe gegönnt aber die große Zahl an Fällen, die sich zu Unrecht Sozialleistungen aneignen ist fatal. Da lachen einen Leute von Wahlplakaten an und reisen durch die Welt und man zahlt Pflegeleistungen, weil man nicht mal Day Brot schmieren kann? Sorry Deutschland öffne deine Augen
Kommentar 5: Gerhard Groß schreibt am 19.03.2026, 07:06 Uhr :
Wie könnte man jetzt erwarten das die Politik etwas verändert? Familienpolitik, Rentenpolitik oder Sozialpolitik..alles geht vor die Hunde weil die Politiker die Gefahren der Globalisierung nicht sehen wollen oder dürfen.
Kommentar 4: Franziska 1 schreibt am 18.03.2026, 18:01 Uhr :
Für die Zeit nach 2050 erwarten die Statistiker dann insgesamt einen leichten Rückgang der Zahl der Pflegebedürftigen, gefolgt von einem Wiederanstieg auf rund 1,6 Millionen pflegebedürftige Menschen in NRW im Jahr 2070. Zitat Stern. Nicht zu glauben, wie die Statiker so viele Jahre im voraus bis 2070 mathematisch berechnen. Bis dahin kann noch so viel passieren, woran die Statiker im Moment nicht ahnen können. Die Probleme die wir jetzt haben in Deutschland und auf der Welt, hatten die Experten sie vor 45 Jahren über die mangelnde Pflege schon berechnen können? Kennen sie schon die späteren Generationen wie sie leben? Mit vielen und weniger Kinder? Was für Krankheiten sich ergeben können?
Kommentar 3: Brigitta S. schreibt am 18.03.2026, 17:14 Uhr :
Die Prognose für 2050 dürfte nicht nur daran liegen, weil pflegende Angehörige in der Gegenwart zu wenig unterstützt werden. Warum werden immer mehr Menschen kränker und pflegebedürftiger? Politik, schaut euch das Gesundheitssystem genauer an, dass immer mehr Kürzungen und negative Veränderungen für Menschen aufweist. Nicht nur in NRW, auch in ganz Deutschland. Es heißt zum Bsp. gehen sie zum Hausarzt, er stellt einen ÜW- Schein aus für den Facharzt. Facharzt -Termine dafür stehen im Terminplan für ein Jahr später. Es gibt viele Erkrankungen wo der Arzt früher sagte: Warum kommen sie jetzt erst, dass hätte schon eher behandelt werden müssen, jetzt ist der Schaden bedenklich. Pflegebedürftigkeit kommt auch von Überforderung und nicht gleich behandelter Krankheit. Ab einem Alter von 50 Jahren heißt die Diagnose beim Arzt seit Jahren schon:„Altersbedingt! Wenn das Gesundheitswesen nicht auf bessere Beine gestellt wird, dann dürfte es 2050 noch mehr Pflegebedürftige geben als erwartet.
Antwort von Thomas aus Detmold , geschrieben am 18.03.2026, 21:23 Uhr :
„Warum werden immer mehr Menschen kränker und pflegebedürftiger?“ Ich mutmaße, dass dies neben gesundheitsschädigenden Umgebungsbedingungen physischer und psychischer Art am Pharmadoping liegt, das den natürlichen Tod gewaltsam hinauszögert. Während Tierquälerei hierzulande strafbar ist, wird Menschenquälerei totgeschwiegen, wegzensiert. Fortgeschrittenen Siechtumszustand halte ich nicht für menschenwürdig im Sinne des Grundgesetzes. Ich musiziere ab und zu in einem „Pflege“-Heim. Was ich da zu sehen bekomme, möchte ich nicht durchmachen müssen. Nie und nimmer! Selbst in Kirchenkreisen weiß ich von Gleichgesonnenen.
Kommentar 2: Edwina schreibt am 18.03.2026, 15:28 Uhr :
Diese Entwicklung ist nicht vom Himmel gefallen, dondetn seit Jahrzehnten vorhergesagt worden. Leider ist keine entsprechende Reaktion der Politik erfolgt. Geld ist eigentlich genug da, wird aber für vermeintlich wichtigere Dinge ausgegeben. Die Alten und Pflegebedürftigen sind die Leidtragenden und müssen sehen, wo sie bleiben. Viele siedeln Richtung neue Bundesländer über, wo Pflegeplätze ETWAS preiswerter, aber qualitativ nicht unbedingt schlechter sind. Aber sie zahlen trotzdem einen hohen Preis, da Verwandte oder Freunde weit entfernt wohnen und entsprechend wenig Besucher kommen. Einsamkeit im Alter, eine traurige Perspektive....