NRW-Olympia-Bewerbung heißt jetzt "KölnRheinRuhr"

Lokalzeit aus Köln 19.01.2026 02:35 Min. Verfügbar bis 19.01.2028 WDR Von Maja Peters

NRW-Olympia-Bewerbung heißt jetzt "KölnRheinRuhr"

Stand:

Mit Bürgerentscheiden wird am 19. April abgefragt, ob die Bevölkerung Olmypia in NRW will. Dazu startete jetzt eine Kampagne.

Von Sabine Tenta

"Unsere Städte. Unsere Spiele" - unter diesem Motto hat die NRW-Landesregierung einen flottgeschnittenen Werbeclip für die Olympia-Bewerbung produzieren lassen. Emotionale sportliche Erfolgsmomente wechseln sich ab mit einer Computer-Simulation des geplanten olympischen Dorfs und des temporären Leichtathletik-Stadions im Kölner Norden - da, wo zur Zeit landwirtschaftlich genutzte Felder sind.

Der Clip ist Teil einer Werbekampagne. Sie wurde am Montag von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und dem Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) in Köln in der Lanxess-Arena vorgestellt. Ziel ist, dass die Region Rhein-Ruhr die Olmypischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 ausrichtet.

Jetzt offiziell: "KölnRheinRuhr"

Logo der Bewerbung | Bildquelle: Land NRW

Erstmals wurde nach der Entscheidung, dass Köln als sogenannte "Leading City" eine herausgehobene Rolle spielt, auch der Name mitgeteilt, unter dem die Bewerbung laufen soll: "KölnRheinRuhr" - alles in einem durchgeschrieben, ohne Punkt und Komma. Beim Logo, das ebenfalls vorgestellt wurde, ist Köln jedoch deutlich hervorgehoben.

Für Hendrik Wüst wirken Olympische und Paralympische Spiele weit über den Sport hinaus:

"Sport kann einen Beitrag leisten für ein neues Miteinander in diesem Land" Hendrik Wüst, NRW-Ministerpräsident

Dafür seien die olympischen Spiele "die größte Bühne auf diesem Planeten.

Prominente Unterstützung für die Bewerbung

Ein Team aus Sportlerinnen und Sportlern unterstützt die Kampagne. Hendrik Wüst nannte die Promis "Leistungs-Kader". Zu ihm gehören unter anderem der deutsche "Para-Athlet des Jahrzehnts" Markus Rehm, die Olympiasiegerin im Degenfechten und Spitzensportfunktionärin Britta Heidemann, die erfolgreichste Olympionikin Deutschlands und erfolgreichste Dressurreiterin der Welt Isabell Werth sowie Fußball-Weltmeister Christoph Kramer. Ebenfalls zu diesem Team gehört der ehemalige NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD). Wüst lobte dessen "politische Erfahrung und wirtschaftliche Kompetenz".

Licht-Installationen in Köln, Düsseldorf, Essen und Dortmund

Installation in Dortmund | Bildquelle: WDR

Zum Kampagnen-Start gehören auch Licht-Installationen mit Videos an markanten Punkten von vier beteiligten Kommunen. In Köln am Römisch-Germanischen Museum am Roncalliplatz im Schatten des Doms, in Düsseldorf wird das Schauspielhaus zum Schauplatz, in Essen das UNESCO-Welterbe Zollverein und in Dortmund das "U", also das Zentrum für Kunst und Kreativität mit dem markanten Wahrzeichen der Stadt.

NRW stellt Olympia-Kampagne für Bürgerentscheid vor

WDR Studios NRW 19.01.2026 00:58 Min. Verfügbar bis 19.01.2028 WDR Online

Wie groß ist der Rückhalt in der Bevölkerung?

Der Deutsche Olympische Sportbund, der am Ende entscheidet, welche Stadt oder Region für Deutschland ins internationale Wettbewerbsrennen geht, hatte im Dezember seine "Bewertungsmatrix" beschlossen. Dazu gehört unter anderem die "nationale Akzeptanz". Darum wird es am 19. April in allen beteiligten NRW-Kommunen einen Bürgerentscheid geben.

BUND startete "Nolympia"-Kampagne

Nicht nur die Landesregierung und die beteilligten Kommunen rühren die Werbetrommel für ihr Anliegen. Bereits am Donnerstag hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland seine Kampagne "Nolympia Köln" gegen die Bewerbung gestartet.

Der BUND lehnt die Spiele an Rhein und Ruhr ab, weil sie mit zu hohen Kosten und Umweltschäden verbunden seien. Im Kölner Norden sind das olympische Dorf, ein temporäres Leichtathletik-Stadion und das Medienzentrum geplant. Dadurch würden, so die Kritik des BUND, landwirtschaftliche Flächen und biologische Vielfalt zerstört.

Der BUND erinnerte auch daran, dass die letzten Sommerspiele in Paris drei mal so teuer waren als geplant und dass in Köln bis Ende letzten Jahres noch eine Haushaltssperre galt.

Die weiteren Hürden: Nationales und internationales Auswahlverfahren

Selbst wenn sich eine Mehrheit der beteiligten NRW-Städte bei den Bürgerentscheiden für die Spiele aussprechen sollte, bleibt noch die nationale Konkurrenz. Denn auch München, Berlin und Hamburg wollen sich bewerben. In München sprach sich bereits eine Mehrheit von 66,4 Prozent in einem Bürgerentscheid für die Spiele aus.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird dann am 26. September entscheiden, welche deutsche Stadt/Region ins internationale Bewerbungrennen beim IOC gehen wird.

Unsere Quellen:

  • Mitteilung Staatskanzlei NRW
  • WDR-Reporter vor Ort
  • Eigene Berichterstattung

Sendung: WDR.de, NRW stellt Olympia-Kampagne für Bürgerentscheid vor, 19.01.2026, 15:45 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Köln, 19.01.26, 19:30 Uhr