Wie in vielen anderen NRW-Großstädten heißt es am Sonntag in Gelsenkirchen: Nochmal zur Wahlurne! Auch dort kam bei der Kommunalwahl vor knapp zwei Wochen keine absolute Mehrheit für das höchste kommunale Amt zustande.
Stichwahl zwischen AfD und SPD
Gelsenkirchen ist neben Hagen und Duisburg eine der drei Städte, in denen es zum ersten Mal in NRW Kandidaten der AfD in die Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt geschafft haben.
Der Aufwind der AfD in Gelsenkirchen zeichnete sich schon bei der Bundestagswahl im Februar ab. Damals war die Stadt im Ruhrgebiet der erste blaue Fleck im Westen der Republik.
Nicolas Vordonarakis, landespolitischer Reporter kommt gebürtig aus Gelsenkirchen und beobachtet das Erstarken der AfD dort schon lange. Er führt den Zuspruch zur AfD vor allem auf den Frust der Wählerinnen und Wähler zurück.
Es ist schon so seit der Jahrtausendwende und dann auch in den letzten Jahren immer stärker, dass es einen Abschwung gab. Nicolas Vordonarakis, landespolitischer Korrespondent
Gelsenkirchen war einst das Zentrum der Schwerindustrie. Doch der Strukturwandel stellte die Stadt vor enorme Herausforderungen. Heute dominieren Leerstand und Sanierungsstau das Stadtbild. Statt der gezielten Ansiedlung neuer Branchen oder Hochschulen, kam es hier zu Wegzug, Arbeitslosigkeit und Armuts-Zuwanderung.
Gelsenkirchen jahrzehntelang in SPD-Hand
Die SPD, die die Stadt jahrzehntelang regierte, setzt mit Andrea Henze als Kandidatin auf die aktuelle Sozialdezernentin der Stadt. Ihr Konkurrent ist Norbert Emmerich, von Beruf Vermögensberater und Kandidat der AfD.
Der Vorsprung der SPD-Kandidatin sollte für einen Wahlsieg ausreichen, dennoch bleibt ein künftiger AfD-Bürgermeister in Gelsenkirchen möglich.
Wieso es gerade in Gelsenkirchen zum erfolgreichen Einzug der AfD in die Stichwahl kam und welche Chancen der AfD-Kandidat Norbert Emmerich tatsächlich auf das Amt hat, besprechen Lucas Kreling und Nicolas Vordonarakis in der neuen Folge „nah dran“.
Der Podcast "nah dran"
Im Podcast "nah dran - die Geschichte hinter der Nachricht" erzählen unsere Reporterinnen und Reporter, was sie bei ihren Recherchen erlebt haben. Sie werfen einen Blick hinter die Nachrichten, hören Betroffenen zu und erleben selbst mit, wovon die meisten nur kurz in den wöchentlichen Schlagzeilen lesen. Näher ran als sie kommt keiner - egal ob im Ausland, in der Hauptstadt oder direkt vor unserer Tür in der Region.