Das Angebot für die Kindertagesbetreuung in NRW wird wegen rückläufiger Geburtenzahlen reduziert. Für das kommende Kindergartenjahr haben die dafür zuständigen Jugendämter über 17.000 Plätze weniger als im vergangenen Jahr beantragt. Dies geht aus Informationen des NRW-Familienministeriums hervor, die dem WDR vorliegen.
Nach dem starken Ausbau der Kita- und Betreuungsplätze in den vergangenen Jahren folge nun ein moderater Rückgang aufgrund des sinkenden Bedarfs, schreibt das NRW-Familienministerium.
106 Millionen Euro werden frei
Familienministerin Verena Schäffer (Grüne) sagte, angesichts des gesunkenen Bedarfs an Plätzen solle die Qualität und Verlässlichkeit der Kinderbetreuung weiter ausgebaut werden. Durch die gesunkenen Anmeldezahlen würden Haushaltsmittel in Höhe von 106 Millionen Euro frei. Das Geld solle, nach dem Willen der Landesregierung, unter anderem in die Sprachbildung der Kinder und in die Ausbildung des Personals fließen, sagte die Ministerin.
Insgesamt gibt es ab August rund 742.000 Betreuungsplätze. Der größte Teil davon entfällt auf Kinder über drei Jahren, nämlich 534.000. Für kleinere Kinder unter drei Jahren gibt es knapp 208.000 Plätze. Der Wegfall von gut 17.000 Plätzen betrifft beide Altersklassen etwas im gleichem Umfang.
Wieviele Kita-Plätze bleiben NRW?
WDR 5 Westblick - aktuell. 27.04.2026. 05:15 Min.. Verfügbar bis 27.04.2027. WDR 5.
Regionale Unterschiede
Der Abbau der Betreuungsplätze verteilt sich regional unterschiedlich. In vielen Kommunen liegt er liegt er bei zwei bis drei Prozent des bisherigen Angebots. Aber es gibt einige Ausreißer: Hagen hat einen Zuwachs von sieben Prozent, Beckum acht Prozent, in Rheinbach sinkt das Angebot an Plätzen um 13 Prozent. Die genauen Zahlen finden sich in dieser Tabelle:
Unsere Quellen:
- Informationen des NRW-Familienministeriums für den Landtag
- Statement von Familienministerin Verena Schäffer
Sendung: WDR.de, Weniger Kitaplätze in NRW, 27.04.2026, 17.00 Uhr