Kommentar: Warum viele Schüler an Mindeststandards scheitern

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Dass so viele Kinder und Jugendliche nicht mal die Mindestanforderungen für ihre Altersgruppe schaffen, ist dramatisch. Die Ursachen dafür sind weitgehend bekannt.

Die Ergebnisse der neuesten IQB-Studie sollten niemanden überraschen, erst Recht nicht in den Bildungsministerien. Denn der Trend ist nicht neu: Schon seit mehreren Jahren schneiden die Schülerinnen und Schüler bei solchen Untersuchungen regelmäßig schlechter ab als früher. Das war bei den Neuntklässlern schon in Deutsch der Fall, und auch vor einigen Jahren bei den Viertklässlern in Mathematik und Deutsch.

Dass so viele Kinder und Jugendliche nicht mal die Mindestanforderungen für ihre Altersgruppe schaffen, ist dramatisch. Die Ursachen dafür sind weitgehend bekannt: Unsere Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert. Die Folgen der Corona-Pandemie mit wochenlangem Distanzunterricht spielen eine Rolle, aber auch die gestiegene Migration und die berufliche Situation der Eltern – meist arbeiten heute beide, weil sie es wollen oder müssen.

Schule verändert sich zu langsam

Und weil sich die Gesellschaft so verändert hat, muss sich auch die Schule verändern. Das passiert schon, aber leider viel zu langsam. Es müsste doch längst Standard sein, dass Kinder vor dem ersten Schuljahr so gut Deutsch lernen, dass sie dem Unterricht folgen können. Sie müssen also früh getestet werden und dann bei Bedarf intensiven Sprachunterricht bekommen. Hier ist noch viel Luft nach oben.

Wir brauchen auch einen verlässlichen Ganztagsbetrieb in unseren Schulen, wo Kinder nicht nur betreut, sondern auch gezielt gefördert werden. Auch hier gilt: der Anfang ist gemacht, aber das muss alles viel schneller gehen.

Alle Maßnahmen brauchen Zeit, um Wirkung zu entfalten – das hat die NRW-Schulministerin auf der Pressekonferenz zur neuen IQB-Studie gesagt. Und da hat sie Recht. Umso wichtiger ist es, dass die notwendigen Reformen jetzt schnell auf den Weg gebracht werden.